Bauhelfer für Schadstoffsanierung, Entkernung und Abbruch
Bauhelfer für Schadstoffsanierung, Entkernung und Abbruch räumen Gebäude bis auf den Rohbau aus, entfernen belastete Baustoffe wie Asbest oder künstliche Mineralfasern unter Schutzausrüstung und helfen beim Rückbau ganzer Bauwerke.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bauhelfer für Schadstoffsanierung, Entkernung und Abbruch verdient
2.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.200 bis 3.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € |
Tarifgebundene Betriebe zahlen nach dem Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV) und dem Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe, Helfer meist in Lohngruppe 1 oder 2; bei Zeitarbeit gilt der Tarif der Zeitarbeitsbranche, der oft darunter liegt. Am stärksten steigen lässt sich der Lohn durch Sachkunde nach TRGS 519, Maschinenscheine und Vorarbeiterfunktion, dazu kommen je nach Betrieb Erschwernis- und Auslösezulagen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bauhelfer für Schadstoffsanierung, Entkernung und Abbruch?
Die Arbeit beginnt dort, wo andere Baustellen enden: in alten Gebäuden, die umgebaut, saniert oder abgerissen werden. Bei der Entkernung werden Bodenbeläge herausgerissen, Zwischenwände abgebrochen, Deckenverkleidungen, Türen, Fenster und Leitungen ausgebaut. Das Material wird nach Holz, Metall, Mineralik und Sonderabfall getrennt, in Container verladen und abtransportiert. In der Schadstoffsanierung kommt Material hinzu, das nicht einfach weggeworfen werden darf: asbesthaltige Platten und Kleber, alte Mineralwolle, teerhaltige Anstriche oder PCB-haltige Fugenmassen. Dafür bauen die Helfer Schwarzbereiche mit Folie und Unterdruckgeräten auf, richten Personenschleusen ein, befeuchten Material, bauen es staubarm aus und verpacken es luftdicht in Big Bags. Beim Abbruch arbeiten sie mit Stemmhammer, Trennschleifer und Schubkarre, sichern Bereiche ab, weisen Bagger ein und reinigen die Baustelle.
Wie wird man Bauhelfer für Schadstoffsanierung, Entkernung und Abbruch?
Eine Ausbildung ist nicht vorgeschrieben, der Beruf ist ein typischer Einstieg ohne Abschluss. Viele kommen über Zeitarbeitsfirmen oder direkt bei Abbruch- und Sanierungsbetrieben unter und lernen im Betrieb. Pflicht sind vor dem ersten Einsatz eine arbeitsmedizinische Vorsorge für das Tragen von Atemschutz sowie Unterweisungen nach der TRGS 519 für Asbest und der TRGS 521 für Mineralfasern. Wer dauerhaft im Beruf bleiben will, kann die Sachkunde nach TRGS 519 erwerben, einen Staplerschein oder Baumaschinenschein machen. Der geregelte Weg zur Fachkraft ist die dreijährige Ausbildung zum Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik, die auch als Umschulung oder Externenprüfung möglich ist.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich schwer und schmutzig. Schutzanzug, Vollmaske oder Gebläsefiltergerät werden stundenlang getragen, im Sommer wird es darunter sehr heiß. Lärm, Staub, Vibrationen, schweres Heben und Arbeiten über Kopf gehören zum Alltag. Regeln zu Pausen, Schleusengängen und Tragezeiten müssen streng eingehalten werden, denn Fehler beim Umgang mit Asbest wirken sich oft erst Jahrzehnte später gesundheitlich aus. Die Baustellen wechseln häufig, Anfahrten sind lang, auswärtige Einsätze mit Übernachtung kommen vor. Gearbeitet wird meist tagsüber, bei Terminen und in Gebäuden im laufenden Betrieb auch früh morgens, abends oder am Wochenende. Der Ton auf der Baustelle ist rau, die Anerkennung gering. Wer über Zeitarbeit eingesetzt ist, wechselt oft Betrieb und Kollegen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und eher steigend. Ein großer Teil der Gebäude in Deutschland wurde vor dem Asbestverbot von 1993 gebaut, energetische Sanierungen und Umbauten legen immer wieder belastete Baustoffe frei. Auch Recyclingquoten und Vorgaben zur Trennung von Bauabfällen erhöhen den Aufwand beim Rückbau. Betriebe suchen deshalb laufend Personal, zuverlässige Helfer werden häufig übernommen. Mit Sachkunde nach TRGS 519, Erfahrung und Maschinenscheinen ist der Aufstieg zum Vorarbeiter oder Maschinenführer möglich. Über die Ausbildung zum Bauwerksmechaniker und später eine Polier- oder Meisterfortbildung öffnen sich Wege bis in die Bauleitung. Ohne Weiterbildung bleibt der Lohn dagegen im unteren Bereich der Bauberufe.
Aufgaben
- Bodenbeläge, Zwischenwände, Decken und Installationen ausbauen
- Schwarzbereiche mit Folie, Schleusen und Unterdruckgeräten einrichten
- Asbesthaltige oder mineralfaserhaltige Baustoffe staubarm entfernen und verpacken
- Bauschutt und Abfälle nach Stoffgruppen trennen und in Container verladen
- Mit Stemmhammer, Trennschleifer und Abbruchwerkzeug arbeiten
- Bagger und Lkw einweisen und Gefahrenbereiche absichern
- Schutzausrüstung, Geräte und Arbeitsbereich reinigen und dekontaminieren
Voraussetzungen
- Kein Abschluss vorgeschrieben, Hauptschulabschluss hilfreich
- Arbeitsmedizinische Vorsorge und Eignung für das Tragen von Atemschutz
- Unterweisung nach TRGS 519 (Asbest) und TRGS 521 (Mineralfasern)
- Körperliche Belastbarkeit, Hitzetoleranz unter Schutzanzug und Schwindelfreiheit
- Disziplin beim Einhalten von Sicherheitsregeln
- Grundkenntnisse der deutschen Sprache für Unterweisungen
- Führerschein Klasse B oft gewünscht
Wo man arbeitet
- Abbruch- und Rückbauunternehmen
- Fachbetriebe für Schadstoffsanierung
- Bauunternehmen mit Sanierungsabteilung
- Zeitarbeitsfirmen mit Einsätzen auf Baustellen
- Entsorgungs- und Recyclingunternehmen
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt meist ohne Ausbildung nach einer Einarbeitung von wenigen Wochen, ergänzt um die Vorsorge für Atemschutz und Unterweisungen nach TRGS 519 und 521. Die Sachkunde nach TRGS 519 lässt sich in einem mehrtägigen Lehrgang erwerben. Wer einen anerkannten Abschluss möchte, absolviert die dreijährige Ausbildung zum Bauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik oder legt die Prüfung als Externer ab.
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