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Bestattungsfachkraft

Bestattungsfachkräfte versorgen Verstorbene, beraten Angehörige, organisieren Trauerfeiern und Beisetzungen und erledigen die dazugehörigen Formalitäten. Der Beruf verbindet Handwerk, kaufmännische Arbeit und den Umgang mit Menschen in Ausnahmesituationen.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bestattungsfachkraft verdient

2.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.500 € 4.200 € 42.000 €

Die meisten Bestattungshäuser sind kleine Familienbetriebe ohne Tarifbindung, die Löhne werden frei verhandelt; in kommunalen Bestattungsbetrieben und Krematorien gilt dagegen meist der TVöD mit etwas höheren und verlässlicheren Gehältern. Zuschläge für Rufbereitschaft und Nachteinsätze sowie die Meisterqualifikation machen beim Einkommen spürbare Unterschiede.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Bestattungsfachkraft?

Die Arbeit beginnt oft mit einem Anruf: Ein Mensch ist zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim gestorben. Bestattungsfachkräfte holen die Verstorbenen ab, überführen sie ins Bestattungshaus und versorgen sie dort hygienisch. Sie waschen und kleiden die Toten an, richten Haare und Gesicht her, verschließen Wunden und betten sie in den Sarg. Im Beratungsgespräch klären sie mit den Angehörigen, ob eine Erd-, Feuer-, See- oder Baumbestattung gewünscht ist, welcher Sarg oder welche Urne, welche Blumen und welche Musik. Sie erstellen Kostenvoranschläge und Rechnungen, beantragen die Sterbeurkunde beim Standesamt, melden den Todesfall bei Rentenversicherung und Krankenkasse und stimmen Termine mit Friedhofsverwaltung, Krematorium, Pfarramt oder Trauerrednern ab. Am Tag der Trauerfeier dekorieren sie die Halle, tragen den Sarg und begleiten die Beisetzung. In manchen Betrieben gehören auch das Ausheben von Gräbern oder die Grabpflege dazu.

Wie wird man Bestattungsfachkraft?

Der übliche Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Bestattungsbetrieb. Der Berufsschulunterricht findet meist in Blockform statt, weil es nur wenige Klassen gibt; ergänzend besuchen die Auszubildenden überbetriebliche Lehrgänge am Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen mittleren Abschluss. Ein Führerschein ist praktisch Pflicht, weil Überführungen zum Alltag gehören. Quereinsteiger aus Pflege, Handwerk oder kaufmännischen Berufen sind in der Branche häufig; sie arbeiten zunächst als Bestattungshelfer und können die Prüfung später als Externe ablegen.

Was der Beruf verlangt

Der Umgang mit dem Tod ist der Kern der Arbeit, und nicht jeder Todesfall ist friedlich. Unfallopfer, Suizide, verstorbene Kinder oder Menschen, die erst nach Wochen in ihrer Wohnung gefunden werden, gehören dazu, ebenso starke Gerüche und der Anblick von Verwesung. Dazu kommt körperliche Arbeit: Verstorbene heben und umlagern, oft durch enge Treppenhäuser, Särge tragen, bei jedem Wetter auf dem Friedhof stehen. In vielen Betrieben gibt es Rufbereitschaft in der Nacht und am Wochenende, denn gestorben wird zu jeder Zeit. Gleichzeitig verlangen die Gespräche mit trauernden Angehörigen Ruhe, Takt und Geduld, auch wenn Familien zerstritten sind oder über Kosten verhandeln. Wer die Belastung nicht abgrenzen kann, hält in diesem Beruf nicht lange durch. Die Bezahlung ist für eine dreijährige Ausbildung eher mittelmäßig.

Aussichten

Durch die alternde Bevölkerung steigt die Zahl der Sterbefälle, und viele Bestattungshäuser suchen Fachkräfte und Nachfolger. Zugleich wandelt sich der Markt: Feuerbestattungen und schlichte, günstige Angebote nehmen zu, Preisvergleichsportale und Discount-Anbieter erhöhen den Kostendruck. Weiterbildungen führen zum Geprüften Bestatter oder zur Meisterprüfung als Bestattermeister, die den Weg zur Betriebsleitung oder Selbstständigkeit ebnet. Spezialisierungen sind etwa die Thanatopraxie, also die Konservierung Verstorbener, oder die Trauerbegleitung.

Aufgaben

  • Verstorbene abholen und ins Bestattungshaus überführen
  • Verstorbene waschen, ankleiden und hygienisch versorgen
  • Angehörige zu Bestattungsarten, Sarg, Urne und Ablauf beraten
  • Sterbefälle bei Standesamt, Krankenkasse und Rentenversicherung melden
  • Termine mit Friedhof, Krematorium und Trauerrednern abstimmen
  • Trauerhallen dekorieren und Trauerfeiern begleiten
  • Särge tragen und Beisetzungen durchführen
  • Kostenvoranschläge und Rechnungen erstellen

Voraussetzungen

  • In der Regel mittlerer Schulabschluss
  • Führerschein Klasse B
  • Psychische Belastbarkeit im Umgang mit Tod und Verletzungen
  • Körperliche Kraft zum Heben und Tragen
  • Einfühlungsvermögen und ruhiges Auftreten gegenüber Trauernden
  • Bereitschaft zu Rufbereitschaft nachts und am Wochenende
  • Sorgfalt bei Formalitäten und Verwaltungsarbeit

Wo man arbeitet

  • Bestattungsunternehmen
  • Kommunale Bestattungsbetriebe
  • Friedhofsverwaltungen
  • Krematorien
  • Überführungsdienste

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung zur Bestattungsfachkraft im Betrieb, mit Blockunterricht an der Berufsschule und Lehrgängen am Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Sie endet mit der Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer. Danach sind Weiterbildungen zum Geprüften Bestatter und zum Bestattermeister möglich.

Offene Stellen als Bestattungsfachkraft

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