Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger verlegen Fliesen, Natursteinplatten und Mosaike an Wänden und Böden, in Bädern, Küchen, Treppenhäusern, Schwimmbädern und auf Terrassen. Sie bereiten den Untergrund vor, dichten ab und arbeiten Flächen maßgenau und sauber aus.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fliesen-, Platten- und Mosaikleger verdient
3.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.500 bis 4.600 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.850 € | 3.300 € | 34.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.600 € | 45.600 € |
In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag zur Regelung der Löhne im Baugewerbe, der Facharbeitern deutlich mehr sichert als viele kleine, nicht tarifgebundene Handwerksbetriebe zahlen. Daneben machen Region, Akkord- oder Leistungslohn, Vorarbeiterfunktion und der Meistertitel den größten Unterschied.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fliesen-, Platten- und Mosaikleger?
Der Arbeitstag beginnt meist auf der Baustelle oder in einer Wohnung, deren Bad saniert wird. Zuerst wird der Untergrund geprüft und vorbereitet: alte Beläge abschlagen, Wände spachteln, Estrich auf Feuchtigkeit messen, Unebenheiten ausgleichen. In Duschen und Bädern kommt eine Abdichtung unter die Fliesen, damit kein Wasser ins Mauerwerk zieht. Danach wird die Fläche eingemessen und der Fugenschnitt geplant, damit am Ende keine schmalen Reststreifen an sichtbaren Stellen liegen. Fliesen und Platten werden mit Nassschneider, Winkelschleifer oder Fliesenschneider zugeschnitten, Aussparungen für Rohre und Steckdosen gebohrt, dann im Kleber- oder Mörtelbett verlegt, verfugt und mit Silikon an Anschlüssen abgedichtet. Dazu kommen Treppen, Fensterbänke, Natursteinarbeiten, Außenbeläge auf Terrassen und Balkonen sowie Mosaike, die viel Geduld verlangen. Bei Sanierungen gehört auch der Kontakt mit Kundschaft dazu: Wünsche besprechen, Muster zeigen, auf Probleme im Altbau hinweisen.
Wie wird man Fliesen-, Platten- und Mosaikleger?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung im Handwerk. Sie ist Teil der Stufenausbildung Bau: Im ersten Jahr lernen Auszubildende Grundlagen aus mehreren Bauberufen, oft in überbetrieblichen Ausbildungszentren, danach spezialisieren sie sich. Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Der Quereinstieg als Helfer ist möglich, wer dauerhaft im Beruf bleiben will, holt den Abschluss aber oft über eine Externenprüfung nach. Seit 2020 gilt in diesem Handwerk wieder die Meisterpflicht: Wer einen eigenen Betrieb führen will, braucht in der Regel den Meistertitel.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich anstrengend. Ein großer Teil findet kniend oder gebückt statt, Kleber- und Fliesenpakete sind schwer und müssen oft über Treppen getragen werden. Knie, Rücken und Handgelenke werden über Jahre stark belastet, Knieschoner und rückenschonendes Heben sind kein Luxus. Beim Schneiden und Schleifen entsteht Staub und Lärm, auf Neubaustellen kommen Kälte und Zugluft dazu. Gleichzeitig verlangt der Beruf Genauigkeit: Ein schief verlegter Belag oder eine undichte Dusche fällt sofort auf und führt zu teuren Reklamationen. Gearbeitet wird tagsüber, Schichtdienst gibt es kaum, aber Fahrzeiten zu wechselnden Baustellen und Termindruck vor Übergaben sind üblich. Wer Raumvorstellung, ein Auge für Muster und Freude an sichtbaren Ergebnissen mitbringt, kommt mit den Anforderungen besser zurecht.
Aussichten
Fachkräfte werden gesucht, viele Betriebe finden kaum Nachwuchs. Badsanierungen, barrierefreie Umbauten für ältere Menschen und Großformatfliesen sorgen für stabile Nachfrage, auch wenn der Neubau zeitweise schwächelt. Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zum Vorarbeiter, zum Meister im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk oder zum Techniker. Spezialisierungen etwa auf Naturstein, Schwimmbadbau oder barrierefreie Bäder sind gefragt. Mit Meistertitel ist die Selbstständigkeit ein realistischer Weg, ebenso der Wechsel in Bauleitung, Fachhandel oder Anwendungstechnik bei Herstellern. Wegen der körperlichen Belastung denken viele früh über einen solchen Wechsel nach.
Aufgaben
- Untergründe prüfen, ausgleichen und grundieren
- Abdichtungen in Bädern und Duschen einbauen
- Flächen einmessen und Fugenbild planen
- Fliesen und Platten zuschneiden und bohren
- Beläge an Wänden, Böden und Treppen verlegen
- Fugen füllen und Anschlüsse mit Silikon abdichten
- Alte Beläge entfernen und Bäder sanieren
- Kundschaft zu Material und Verlegemustern beraten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger oder Bereitschaft dazu
- Körperliche Belastbarkeit, vor allem für Knie und Rücken
- Räumliches Vorstellungsvermögen und Sinn für Muster
- Sorgfalt und genaues Arbeiten
- Grundkenntnisse in Mathematik für Flächen- und Materialberechnung
- Führerschein Klasse B, oft erwartet für Fahrten zu Baustellen
Wo man arbeitet
- Handwerksbetriebe für Fliesen und Naturstein
- Bauunternehmen im Hoch- und Ausbau
- Sanitär- und Badsanierungsbetriebe
- Natursteinbetriebe
- Fachhandel und Hersteller von Fliesen und Bauchemie
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk im Rahmen der Stufenausbildung Bau, die mit der Gesellenprüfung abschließt. Danach ist die Weiterbildung zum Meister möglich, die je nach Form ein bis drei Jahre dauert und für die Gründung eines eigenen Betriebs vorausgesetzt wird.
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