Ihrem Geschmack
Bestattungsfachkräfte organisieren Bestattungen, versorgen Verstorbene und begleiten Angehörige von der ersten Nachricht bis zur Beisetzung. Der Beruf verbindet Handwerk, Verwaltung und Gespräche mit Menschen in einer Ausnahmesituation.
108 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Ihrem Geschmack verdient
3.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 4.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.600 € | 4.500 € | 43.200 € |
Ein flächendeckender Tarifvertrag für Bestattungsunternehmen existiert nicht, die Löhne werden meist frei verhandelt und hängen stark von Betriebsgröße und Region ab. Wer bei kommunalen Friedhöfen oder Krematorien angestellt ist, wird in der Regel nach TVöD bezahlt; Bereitschaftsdienste werden je nach Betrieb sehr unterschiedlich vergütet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Bestattungsfachkraft?
Der Arbeitstag beginnt oft mit einem Anruf: Ein Mensch ist zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim gestorben. Bestattungsfachkräfte holen den Verstorbenen ab, überführen ihn ins Bestattungshaus und versorgen ihn dort. Sie waschen und desinfizieren den Körper, kleiden ihn an, schließen Augen und Mund und richten ihn so her, dass Angehörige Abschied nehmen können. Nach Unfällen oder bei fortgeschrittener Verwesung gehört auch die Rekonstruktion dazu. Ein großer Teil der Arbeit ist Verwaltung: Sterbeurkunde beim Standesamt beantragen, Termine mit Friedhof, Krematorium und Pfarramt abstimmen, Traueranzeigen aufgeben, Renten- und Krankenkassen benachrichtigen. In Beratungsgesprächen klären sie mit den Hinterbliebenen Bestattungsart, Sarg oder Urne, Ablauf der Trauerfeier und Kosten. Am Tag der Beisetzung dekorieren sie die Halle, tragen den Sarg und begleiten die Feier. Auf Friedhöfen heben sie teils auch Gräber aus oder bedienen Technik im Krematorium.
Wie wird man Bestattungsfachkraft?
Der übliche Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, die es seit 2007 gibt. Gelernt wird im Bestattungsunternehmen und in der Berufsschule, ergänzt durch überbetriebliche Lehrgänge im Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber mindestens einen Hauptschul-, häufiger einen mittleren Abschluss. Quereinstieg ist verbreitet: Viele kommen aus Pflege, Handwerk oder kaufmännischen Berufen und arbeiten zunächst als Bestattungshelfer. Nach einigen Jahren Berufspraxis ist die Meisterprüfung zum Bestattermeister möglich, die zum Führen eines eigenen Betriebs und zur Ausbildung qualifiziert. Rechtlich ist das Bestattungsgewerbe zulassungsfrei, viele Kunden und Betriebe achten dennoch auf Abschlüsse.
Was der Beruf verlangt
Der Umgang mit dem Tod ist Alltag. Wer hier arbeitet, sieht Verstorbene jeden Alters, auch Kinder und Unfallopfer, und riecht Verwesung. Das muss man aushalten können, ohne abzustumpfen. Ebenso belastend sind die Gespräche mit Trauernden, die weinen, wütend sind oder sich über Kosten streiten. Gefragt sind Geduld, Taktgefühl und ein ruhiges Auftreten. Körperlich ist die Arbeit anstrengend: Verstorbene heben, Särge tragen, oft in engen Treppenhäusern. Da Menschen zu jeder Uhrzeit sterben, gehören Nacht- und Wochenendbereitschaften in den meisten Betrieben dazu. Viele Unternehmen sind kleine Familienbetriebe mit wenigen Beschäftigten, entsprechend häufig fallen diese Dienste an. Hinzu kommt, dass der Beruf in der Freizeit Gespräche verändern kann, weil manche Menschen auf ihn befremdet reagieren.
Aussichten
Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland steigt mit der Alterung der Bevölkerung, die Nachfrage nach Bestattungsleistungen ist daher stabil. Ausgebildete Fachkräfte werden gesucht, gleichzeitig ist der Markt von kleinen Betrieben und wachsendem Preisdruck durch Discountanbieter und Online-Bestatter geprägt. Feuerbestattungen, Baumbestattungen und individuelle Trauerfeiern nehmen zu, was neue Kenntnisse in Beratung und Gestaltung verlangt. Entwicklungswege führen zur Meisterprüfung, zur Selbstständigkeit, in die Leitung eines Krematoriums oder einer Friedhofsverwaltung, in die Thanatopraxie, also die Konservierung Verstorbener, oder in die Trauerbegleitung.
Aufgaben
- Verstorbene abholen und überführen
- Verstorbene waschen, ankleiden und aufbahren
- Angehörige zu Bestattungsart, Ablauf und Kosten beraten
- Sterbeurkunden und Genehmigungen bei Behörden beantragen
- Termine mit Friedhof, Krematorium und Geistlichen abstimmen
- Trauerfeiern vorbereiten, dekorieren und begleiten
- Särge tragen und bei Beisetzungen mitwirken
- Traueranzeigen und Trauerdrucksachen gestalten
Voraussetzungen
- In der Regel mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss
- Führerschein der Klasse B für Überführungsfahrten
- Psychische Belastbarkeit im Umgang mit Tod und Trauer
- Einfühlungsvermögen und sicheres Auftreten in Gesprächen
- Körperliche Kraft zum Heben und Tragen
- Bereitschaft zu Nacht- und Wochenenddiensten
- Sorgfalt bei Formularen und Behördengängen
Wo man arbeitet
- Bestattungsunternehmen
- Krematorien
- Friedhofsverwaltungen von Städten und Gemeinden
- Rechtsmedizinische und pathologische Institute
- Krankenhäuser mit eigener Prosektur
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Bestattungsfachkraft mit Abschlussprüfung vor der Handwerkskammer. Nach mehreren Jahren Berufspraxis kann die Meisterprüfung zum Bestattermeister abgelegt werden, die rund ein bis zwei Jahre Vorbereitung in Voll- oder Teilzeit erfordert.
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