Insolvenzsachbearbeiter
Bearbeitet Insolvenzverfahren in der Kanzlei des Verwalters: Forderungen, Masse, Fristen, Berichte.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Insolvenzsachbearbeiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 3.850 € | 4.350 € | 46.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.650 € | 5.500 € | 55.800 € |
Frei vereinbart und über dem allgemeinen Kanzleiniveau, weil die Spezialisierung knapp ist. Große Verwalterkanzleien zahlen besser als kleine Einheiten; Erfahrung mit Unternehmensinsolvenzen und Anfechtung ist der deutlichste Hebel.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Der Insolvenzsachbearbeiter arbeitet in der Kanzlei eines Insolvenzverwalters und führt die Verfahren im Tagesgeschäft. Der Verwalter trifft die Entscheidungen; die Verfahren werden von den Sachbearbeitern getragen, und ein Verwalter mit hundert offenen Verfahren könnte ohne sie nicht arbeiten.
Der Ablauf ist gesetzlich vorgezeichnet und fristengetrieben. Verfahren anlegen, Masse sichern und verwerten, Gläubiger anschreiben, Forderungsanmeldungen prüfen und in die Tabelle eintragen, Absonderungs- und Aussonderungsrechte klären, Arbeitnehmerforderungen und Insolvenzgeld bearbeiten, Verträge fortführen oder beenden, Berichte an Gericht und Gläubigerversammlung erstellen, am Ende verteilen und Rechnung legen.
Der fachlich spannendste Teil ist die Anfechtung: Zahlungen, die ein Schuldner vor dem Verfahren geleistet hat, können unter bestimmten Voraussetzungen zurückgefordert werden, um die Gläubiger gleich zu behandeln. Das erfordert genaues Nachvollziehen von Zahlungsströmen. Der Beruf ist eine Nische mit stabiler Nachfrage, weil Verfahren unabhängig von der Konjunktur bearbeitet werden müssen – und mit steigender Zahl in wirtschaftlich schwierigen Phasen.
Aufgaben
- Insolvenzverfahren anlegen und führen
- Forderungsanmeldungen prüfen und Tabelle führen
- Masse erfassen, sichern und verwerten
- Arbeitnehmerforderungen und Insolvenzgeld bearbeiten
- Anfechtungsansprüche prüfen und verfolgen
- Berichte für Gericht und Gläubiger erstellen
- Verteilung und Schlussrechnung vorbereiten
Voraussetzungen
- Kaufmännische oder rechtliche Ausbildung, häufig Rechtsanwaltsfachangestellte
- Kenntnisse im Insolvenz- und Arbeitsrecht
- Buchhalterisches Verständnis
- Genauigkeit und Fristenbewusstsein
- Erfahrung mit Insolvenzsoftware
- Verschwiegenheit
Wo man arbeitet
- Kanzleien von Insolvenzverwaltern
- Wirtschaftskanzleien mit Restrukturierung
- Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
- Gläubigerausschüsse und Dienstleister
- Banken in der Sanierungsbearbeitung
Der Weg in den Beruf
Ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht. Üblich sind die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten, eine kaufmännische Ausbildung oder ein wirtschaftsrechtliches Studium, jeweils mit Einarbeitung in der Kanzlei. Es gibt Zertifikatslehrgänge zum Insolvenzsachbearbeiter, die von Fachverbänden angeboten werden und in der Nische anerkannt sind; Berufserfahrung wiegt schwerer.
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