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Sicherheitsmitarbeiter bewaffnet

Bewaffnete Sicherheitsmitarbeiter schützen Objekte, Werte oder Personen mit hohem Gefährdungspotenzial und tragen dabei im Auftrag ihres Bewachungsunternehmens eine Schusswaffe. Typische Einsatzorte sind Bundeswehrliegenschaften, kerntechnische Anlagen, Botschaften und der Geld- und Werttransport.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sicherheitsmitarbeiter bewaffnet verdient

3.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.600 bis 4.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.600 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 2.800 € 3.200 € 3.600 € 38.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.200 € 3.700 € 4.500 € 44.400 €

Bezahlt wird meist nach den regionalen Entgelttarifverträgen zwischen BDSW und ver.di, im Werttransport nach dem Tarifvertrag der BDGW; bewaffnete Tätigkeiten auf Bundeswehr- und Atomanlagen liegen in höheren Lohngruppen. Das tatsächliche Einkommen hängt stark vom Bundesland, vom Objekt und von Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschlägen ab, die in den Werten nicht enthalten sind.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein bewaffneter Sicherheitsmitarbeiter?

Bewaffnete Sicherheitsmitarbeiter bewachen Orte und Güter, bei denen ein Angriff besonders schwere Folgen hätte. Dazu gehören Kasernen und Munitionslager der Bundeswehr, Kernkraftwerke und Zwischenlager, diplomatische Vertretungen, Rechenzentren und andere Teile der kritischen Infrastruktur. Ein großer Bereich ist der Geld- und Werttransport, bei dem Bargeld zwischen Banken, Handel und Geldautomaten bewegt wird. Der Alltag besteht aus Zugangskontrollen, Ausweis- und Fahrzeugprüfungen, Streifengängen auf dem Gelände, der Überwachung von Alarm- und Kameraanlagen und dem Schreiben von Wachberichten. Die Waffe gehört zur Ausrüstung, wird aber im Normalfall nie gezogen. Entscheidend ist, Situationen früh zu erkennen, ruhig zu bleiben und im Ernstfall nach festen Abläufen zu handeln. Polizeiliche Befugnisse haben die Beschäftigten grundsätzlich nicht; sie handeln auf Grundlage der Jedermannsrechte wie Notwehr und Nothilfe, auf militärischen Anlagen zusätzlich nach dem Gesetz über den unmittelbaren Zwang der Bundeswehr.

Wie wird man bewaffneter Sicherheitsmitarbeiter?

Grundlage ist die Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung vor der IHK, viele Arbeitgeber verlangen inzwischen den Abschluss als Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Für das Führen der Waffe kommt die Waffensachkunde nach dem Waffengesetz hinzu, die in Lehrgängen von einigen Tagen bis wenigen Wochen erworben wird. Die Waffe und die waffenrechtliche Erlaubnis stellt das Bewachungsunternehmen, die Behörde prüft aber jede eingesetzte Person auf Zuverlässigkeit und persönliche Eignung. Ein sauberes Führungszeugnis und die Eintragung im Bewacherregister sind Pflicht, für Bundeswehr- und Atomanlagen kommt eine Sicherheitsüberprüfung hinzu. Quereinsteiger mit Erfahrung aus Bundeswehr oder Polizei werden häufig bevorzugt eingestellt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit läuft im Schichtdienst rund um die Uhr, Schichten von zwölf Stunden sind verbreitet, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu. Lange Phasen, in denen nichts passiert, verlangen Konzentration gegen die Monotonie, oft im Stehen, bei jedem Wetter oder allein in einer Wachstube. Im Geldtransport ist das Risiko eines Überfalls real, und die Verantwortung für die Waffe wiegt schwer: Ein Fehler kann strafrechtliche Folgen haben. Regelmäßige Schießübungen, Fitness und gelegentliche Nachprüfungen sind Teil des Berufs. Wer im Privatleben auffällt, etwa durch Alkohol am Steuer, kann die Zuverlässigkeit und damit die Stelle verlieren.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Die Bundeswehr vergibt viele Wachaufgaben an private Dienstleister, der Schutz kritischer Infrastruktur wird gesetzlich ausgebaut, und die Branche sucht dauerhaft Personal mit Waffensachkunde und Sicherheitsüberprüfung. Der Bargeldrückgang dämpft langfristig den Werttransport, ersetzt ihn aber vorerst nicht. Aufstiegswege führen zur Schicht- oder Objektleitung, mit Weiterbildung zur Meisterin oder zum Meister für Schutz und Sicherheit auch in die Einsatzplanung. Eine Spezialisierung auf Personenschutz ist möglich, setzt aber zusätzliche Lehrgänge und meist Vorerfahrung voraus.

Aufgaben

  • Personen, Ausweise und Fahrzeuge an Zufahrten kontrollieren
  • Streifengänge auf dem Gelände und an Zäunen durchführen
  • Alarm-, Video- und Zutrittsanlagen überwachen
  • Geld und Wertgegenstände im gepanzerten Fahrzeug transportieren und übergeben
  • Bei Alarm nach festgelegten Abläufen eingreifen und Polizei verständigen
  • Wachbücher und Ereignisberichte führen
  • An Schießtrainings und Einsatzübungen teilnehmen

Voraussetzungen

  • Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, häufig auch Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit
  • Waffensachkunde nach dem Waffengesetz
  • Waffenrechtliche Zuverlässigkeit, einwandfreies Führungszeugnis und je nach Objekt eine Sicherheitsüberprüfung
  • Körperliche Fitness und Bereitschaft zu langen Schichten im Stehen und Gehen
  • Ruhe unter Druck und sicheres Auftreten gegenüber Fremden
  • Gute Deutschkenntnisse für Berichte und Funkverkehr, oft Führerschein Klasse B

Wo man arbeitet

  • Bewachungsunternehmen mit Aufträgen auf Bundeswehrliegenschaften
  • Kerntechnische Anlagen und Zwischenlager
  • Geld- und Werttransportunternehmen
  • Botschaften und Regierungsgebäude
  • Betreiber kritischer Infrastruktur wie Energieversorger und Rechenzentren

Der Weg in den Beruf

Der übliche Einstieg führt über die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, die nach wenigen Wochen Vorbereitung abgelegt wird, und eine anschließende Waffensachkunde, die das Unternehmen oft organisiert. Bessere Chancen bieten die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK, berufsbegleitend etwa ein Jahr) oder die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

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