Sicherungsposten
Sicherungsposten schützen Bauarbeiter im Gleisbereich vor herannahenden Zügen. Sie beobachten die Strecke, warnen rechtzeitig mit Signalhorn oder Warnanlage und sorgen dafür, dass alle das Gleis verlassen, bevor ein Zug kommt.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sicherungsposten verdient
2.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.300 bis 3.900 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.600 € | 2.900 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 2.900 € | 3.300 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € |
Viele private Sicherungsunternehmen sind nicht tarifgebunden und zahlen nahe am Mindestlohn, während Bahnbaugesellschaften im DB-Konzern nach den Tarifverträgen mit der EVG vergüten. Das tatsächliche Einkommen hängt stark von Nacht- und Wochenendzuschlägen, Überstunden und Auslösen für Montageeinsätze ab, die in den angegebenen Werten nicht enthalten sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sicherungsposten?
Wo an Gleisen gearbeitet wird, während der Bahnbetrieb weiterläuft, steht ein Sicherungsposten. Seine einzige Aufgabe ist es, die Arbeitskolonne vor Zügen zu warnen. Dazu stellt er sich an einen Punkt mit freier Sicht auf die Strecke, beobachtet sie ununterbrochen und gibt mit Signalhorn, Pfeife oder Fahne das Warnsignal, sobald ein Zug in Sicht kommt. Danach kontrolliert er, dass alle Personen, Werkzeuge und Maschinen den Gefahrenbereich verlassen haben, und gibt das Gleis erst nach der Vorbeifahrt wieder frei. Bei größeren Baustellen arbeiten mehrere Posten in einer Kette, die Warnungen weiterreichen, oder sie bedienen automatische Warnsysteme. Vor Schichtbeginn gibt es eine Einweisung durch die Sicherungsaufsicht, in der Standort, Streckengeschwindigkeit und Annäherungszeiten festgelegt werden. Ablenkung ist während der Arbeit nicht erlaubt, auch kein Mitarbeiten an der Baustelle.
Wie wird man Sicherungsposten?
Eine geregelte Berufsausbildung gibt es nicht. Der Einstieg erfolgt über einen Lehrgang bei einem Bildungsträger oder direkt beim Sicherungsunternehmen, der je nach Anbieter wenige Tage bis einige Wochen dauert und mit einer Prüfung endet. Inhalte sind die Vorschriften für Arbeiten im Gleisbereich, Signale, Bremswege, Gefahrenbereiche und das Verhalten bei Störungen. Vorher ist eine arbeitsmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung nötig, bei der vor allem Sehen, Farbsehen und Hören geprüft werden. Die Untersuchung und regelmäßige Fortbildungen müssen wiederholt werden. Weil kein Schulabschluss verlangt wird, ist der Beruf ein häufiger Quereinstieg, auch für Menschen ohne Berufsausbildung. Gute Deutschkenntnisse sind nötig, weil Einweisungen und Absprachen sicher verstanden werden müssen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich wenig anstrengend, aber geistig ermüdend. Stundenlang auf eine Strecke zu schauen, ohne sich ablenken zu lassen, fällt vielen schwerer als erwartet, und ein Moment der Unaufmerksamkeit kann tödliche Folgen haben. Gearbeitet wird draußen bei Hitze, Regen und Frost, oft nachts und am Wochenende, weil Bauarbeiten in verkehrsarme Zeiten gelegt werden. Viele Einsätze finden weit vom Wohnort entfernt statt, mit Übernachtung in Pensionen und wechselnden Einsatzorten. Schichten von zehn bis zwölf Stunden sind verbreitet, Einsatzpläne ändern sich kurzfristig. Lärm von Maschinen und vorbeifahrenden Zügen gehört zum Alltag.
Aussichten
Durch die vielen Sanierungsprojekte im Schienennetz ist die Nachfrage hoch und wird es voraussichtlich bleiben. Arbeit findet sich vor allem bei privaten Sicherungsunternehmen, deren Arbeitsbedingungen stark schwanken. Langfristig ersetzen automatische Warnsysteme und feste Absperrungen einen Teil der klassischen Posten, sie müssen aber weiterhin von geschultem Personal aufgebaut und überwacht werden. Mit Erfahrung und weiteren Lehrgängen ist der Aufstieg zur Sicherungsaufsichtskraft möglich, die ganze Sicherungsmaßnahmen leitet. Weitere Qualifikationen wie Bahnerder, Arbeitsstellenschutz oder die Planung von Sicherungsmaßnahmen verbessern Einsatzmöglichkeiten und Bezahlung. Einige wechseln später in den Gleisbau oder zu einem Eisenbahnunternehmen.
Aufgaben
- Strecke während der Bauarbeiten ununterbrochen beobachten
- herannahende Züge mit Signalhorn oder Warnanlage ankündigen
- Räumung des Gleises durch Arbeiter und Maschinen kontrollieren
- Gleis nach der Zugvorbeifahrt wieder freigeben
- an der Einweisung durch die Sicherungsaufsicht teilnehmen
- automatische Warnsysteme aufbauen und überwachen
- Warnsignale in einer Postenkette weitergeben
- Störungen und gefährliche Situationen melden
Voraussetzungen
- abgeschlossener Lehrgang mit Prüfung zum Sicherungsposten
- bestandene arbeitsmedizinische Tauglichkeitsuntersuchung (Sehen, Farbsehen, Hören)
- hohe Konzentrationsfähigkeit über lange Zeiträume
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Montagearbeit
- ausreichende Deutschkenntnisse für Einweisungen und Absprachen
- Wetterfestigkeit und Belastbarkeit im Freien
- Führerschein oft erwünscht
Wo man arbeitet
- private Sicherungsunternehmen für Bahnbaustellen
- Gleisbaufirmen
- Eisenbahninfrastrukturunternehmen
- Personaldienstleister mit Schwerpunkt Bahn
- Baustellen an Bahnstrecken und in Bahnhöfen
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt über einen Lehrgang mit Abschlussprüfung, der je nach Anbieter wenige Tage bis einige Wochen dauert, häufig vom Arbeitgeber bezahlt. Voraussetzung ist eine bestandene Tauglichkeitsuntersuchung, ein bestimmter Schulabschluss wird nicht verlangt. Untersuchung und Schulungen müssen in festen Abständen wiederholt werden.
Offene Stellen als Sicherungsposten
In der Suche fortsetzenSicherungsposten (Sipo) · m/w/d · Vollzeit oder Teilzeit · in und um Osnabrück
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