Steuerberater
Berät Unternehmen und Privatpersonen in Steuersachen, zeichnet Jahresabschlüsse und Erklärungen und vertritt Mandanten vor dem Finanzamt.
57 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Steuerberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.500 € | 5.500 € | 6.500 € | 66.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.800 € | 7.000 € | 8.500 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.500 € | 9.500 € | 14.000 € | 114.000 € |
Kein Tarifvertrag: die Werte folgen der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts für Rechts-, Steuer- und Wirtschaftsberatung und den Kanzleigehaltsübersichten. Nach Kanzleigröße und Region streuen sie stark, Partnerentnahmen liegen darüber.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Steuerberater ist ein verkammerter Beruf mit Vorbehaltsaufgaben: Die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen darf nach dem Steuerberatungsgesetz nur leisten, wer dazu bestellt ist. Wer den Titel trägt, zeichnet Jahresabschlüsse und Steuererklärungen verantwortlich, vertritt Mandanten gegenüber Finanzamt und Finanzgericht und haftet für seine Beratung. In den Anzeigen dieses Portals sucht überwiegend die mittelständische Kanzlei oder Steuerberatungsgesellschaft, nicht die Steuerabteilung eines Konzerns.
Der Alltag besteht aus Jahresabschlüssen nach Handelsrecht, aus Steuererklärungen für Kapital- und Personengesellschaften, Einzelunternehmen und Privatpersonen, aus der Prüfung der von Fachangestellten vorbereiteten Buchhaltung und aus laufender Beratung: Rechtsformwahl, Umwandlung, Unternehmensnachfolge, Betriebsprüfung, Einspruch und Klage. Dazu kommt Verantwortung für Mandate und meist für ein Team aus Steuerfachangestellten und Steuerfachwirten. Auffällig häufig werben die Anzeigen mit Homeoffice-Tagen und digitaler Belegverarbeitung – ein Hinweis darauf, wie knapp Berufsträger auf dem Markt sind.
Die Belastung ist saisonal und fristgetrieben. Abgabefristen für Erklärungen, Offenlegungsfristen und Betriebsprüfungen ballen sich; in der Hauptsaison sind Überstunden die Regel, und die Haftung für gezeichnete Abschlüsse bleibt persönlich. Der Beruf öffnet dafür eine Perspektive, die es in wenigen Angestelltenberufen gibt: den Weg über Prokura und Partnerschaft bis zur eigenen Kanzlei. Das prägt auch die Vergütung, die weit auseinandergeht – nach Kanzleigröße, Region und danach, ob Mandatsverantwortung und Beteiligung dazukommen. Ein Tarifvertrag existiert nicht; verhandelt wird einzeln, und Bonus, Fortbildungsbudget und die Übernahme der Kammerbeiträge gehören zum Paket. Wer erst auf das Examen zugeht, sollte die Doppelbelastung einplanen: Die Vorbereitung läuft neben der Arbeit über etwa ein Jahr, und die Kanzleien stellen dafür unterschiedlich viel Zeit frei.
Aufgaben
- Jahresabschlüsse nach Handelsrecht erstellen und verantwortlich zeichnen
- Steuererklärungen für Unternehmen und Privatpersonen fertigen und prüfen
- Von Fachangestellten vorbereitete Buchhaltung und Lohnabrechnung freigeben
- Mandanten zu Rechtsform, Umwandlung und Unternehmensnachfolge beraten
- Betriebsprüfungen begleiten und Prüfungsfeststellungen verhandeln
- Einsprüche und Klagen gegen Steuerbescheide führen
- Ein Team aus Steuerfachangestellten und Steuerfachwirten fachlich führen
- Mandate akquirieren und die Kanzlei nach außen vertreten
Voraussetzungen
- Bestellung als Steuerberater durch die zuständige Steuerberaterkammer
- Bestandenes Steuerberaterexamen aus drei Klausuren und mündlicher Prüfung
- Zugang zur Prüfung über ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium mit zwei bis drei Jahren Praxis oder über eine kaufmännische Ausbildung mit acht Jahren Praxis
- Kammermitgliedschaft und laufende Fortbildungspflicht
- Berufshaftpflichtversicherung, in der Anstellung über die Kanzlei
- Sicherer Umgang mit DATEV oder vergleichbarer Kanzleisoftware
- Belastbarkeit in der Fristensaison mit Überstunden in den Abgabezeiträumen
Wo man arbeitet
- Kleine und mittelständische Steuerkanzleien
- Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- Steuerabteilungen größerer Unternehmen
- Verbandsnahe Beratungsgesellschaften für Landwirtschaft, Handwerk oder Handel
- Eigene Kanzlei als Selbstständiger
- Homeoffice, in vielen Kanzleien an mehreren Tagen der Woche
Der Weg in den Beruf
Zum Examen zugelassen wird, wer ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium abgeschlossen hat und danach zwei Jahre im Steuerwesen gearbeitet hat, bei einer Regelstudienzeit unter vier Jahren drei Jahre. Der zweite Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung und acht Jahre Praxis, verkürzt auf sechs Jahre mit dem Abschluss als Steuerfachwirt oder geprüfter Bilanzbuchhalter. Die Prüfung besteht aus drei Klausuren und einer mündlichen Prüfung und gilt als eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland; regelmäßig scheitert annähernd die Hälfte der Teilnehmenden. Es folgt die Bestellung durch die Kammer, verbunden mit Fortbildungspflicht.
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