Systems Engineer
Systems Engineers verantworten das Zusammenspiel komplexer technischer Systeme – von den Anforderungen über die Architektur bis zu Integration und Nachweis.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Systems Engineer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.400 € | 5.000 € | 5.700 € | 60.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.400 € | 6.200 € | 7.100 € | 74.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.600 € | 7.600 € | 9.000 € | 91.200 € |
In der Metall- und Elektroindustrie liegen Ingenieure in den oberen ERA-Entgeltgruppen, erfahrene Systems Engineers meist außertariflich. Junge Technologieunternehmen der Verteidigungsbranche zahlen ohne Tarif und oft mit Unternehmensbeteiligung; die oberen Werte entsprechen Lead-Positionen, wie sie in diesem Bestand häufig sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Systems Engineering ist die Disziplin, die ein technisches System als Ganzes betrachtet, bevor es in Mechanik, Elektronik und Software zerlegt wird. Der Systems Engineer leitet aus Kunden- und Zulassungsanforderungen die technischen Anforderungen ab, entwirft die Systemarchitektur, legt Schnittstellen zwischen den Teilsystemen fest und sorgt dafür, dass am Ende nachgewiesen werden kann, dass jede Anforderung erfüllt ist. In Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Bahntechnik, Automobil und Medizintechnik ist das keine Formalie, sondern Voraussetzung für Zulassung und Abnahme.
Im Alltag heißt das: Anforderungen in Werkzeugen wie DOORS oder Polarion pflegen, Architekturen in SysML modellieren, Schnittstellendokumente abstimmen, Integrations- und Testkampagnen planen und begleiten und bei Abweichungen zwischen den Fachteams vermitteln. Der Beruf verlangt technische Tiefe in mindestens einem Fachgebiet – etwa Hochfrequenztechnik, Sensorik, Regelungstechnik oder Embedded-Systeme – und zugleich den Überblick über das Ganze. Normen wie ISO 15288, in der Luftfahrt DO-178C und DO-254, in der Automobilbranche ISO 26262 prägen die Arbeitsweise.
Im Bestand stammen die Anzeigen überwiegend von einem Unternehmen der Verteidigungstechnik und betreffen Themen wie Hochfrequenzsensorik, Avionik-Kommunikation und elektrooptische Sensoren, viele davon auf Lead-Ebene; dazu kommen einzelne Stellen bei einem Netzwerkausrüster und einem Engineering-Dienstleister. Alle sind Vollzeitstellen. In der IT bezeichnet Systems Engineer dagegen häufig einen erfahrenen Administrator oder Infrastrukturspezialisten – ein anderer Beruf mit gleichem Titel, den man beim Lesen einer Anzeige auseinanderhalten sollte.
In der Verteidigungsbranche gehört eine Sicherheitsüberprüfung zum Einstellungsverfahren, was die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit oft voraussetzt. Aufstiegswege führen zum Chief Engineer, in die technische Projektleitung oder die Systemarchitektur ganzer Produktlinien.
Aufgaben
- Kunden- und Zulassungsanforderungen analysieren und in Systemanforderungen übersetzen
- Systemarchitektur entwerfen und in SysML oder vergleichbaren Werkzeugen modellieren
- Schnittstellen zwischen Hardware, Software und Mechanik definieren
- Anforderungen verfolgen und Rückverfolgbarkeit bis zum Test sicherstellen
- Integrations-, Verifikations- und Validierungsaktivitäten planen und begleiten
- Technische Risiken bewerten und Entscheidungen vorbereiten
- Mit Kunden, Behörden und Zulieferern technische Fragen abstimmen
Voraussetzungen
- Studium der Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Mechatronik, Physik oder Informatik
- Mehrjährige Erfahrung in der Entwicklung komplexer technischer Systeme
- Kenntnisse in modellbasiertem Systems Engineering und Anforderungsmanagement
- Vertrautheit mit branchenüblichen Normen und Entwicklungsprozessen
- Verhandlungssicheres Englisch
- In der Verteidigungstechnik Bereitschaft zur Sicherheitsüberprüfung
Wo man arbeitet
- Verteidigungs- und Sicherheitstechnik
- Luft- und Raumfahrtindustrie
- Bahn- und Automobilindustrie
- Medizintechnik
- Engineering-Dienstleister
- Hersteller von Kommunikations- und Netzwerktechnik
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt fast immer über ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Studium mit Master oder Diplom, anschließend einige Jahre in der Entwicklung eines Fachgebiets. Systems Engineering selbst wird an einigen Hochschulen als Masterstudiengang angeboten, häufiger aber im Beruf gelernt. Verbreitet sind Zertifizierungen der internationalen Systems-Engineering-Vereinigung INCOSE und Schulungen zu SysML und Anforderungsmanagement. In der Verteidigungs- und Luftfahrtbranche wird neben der Fachqualifikation die Sicherheitsüberprüfung durch den Arbeitgeber beantragt.
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