Vertretung Fachbereich Pädiatrie
Vertreterinnen und Vertreter im Fachbereich Pädiatrie besuchen im Außendienst Kinderarztpraxen, Kinderkliniken und Apotheken und informieren über Arzneimittel, Impfstoffe, Medizinprodukte oder Säuglingsnahrung eines Herstellers. Der Beruf verbindet medizinisches Fachwissen mit Vertrieb.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Vertretung Fachbereich Pädiatrie verdient
4.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.400 bis 7.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 4.000 € | 4.700 € | 48.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 4.900 € | 5.800 € | 58.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.000 € | 7.500 € | 72.000 € |
Die meisten Arbeitgeber zahlen außertariflich, nur ein Teil der großen Pharmahersteller ist an den Tarifvertrag der chemischen Industrie (IG BCE) gebunden, während Contract-Sales-Organisationen meist deutlich weniger zahlen. Zum Fixgehalt kommen erfolgsabhängige Prämien von oft 10 bis 20 Prozent und ein Dienstwagen zur Privatnutzung, die in den Werten nicht enthalten sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Vertretung im Fachbereich Pädiatrie?
Die Arbeit findet überwiegend unterwegs statt. Eine Vertretung betreut ein festes Gebiet, oft mehrere Landkreise, und besucht dort Kinder- und Jugendärztinnen, Kinderkliniken, Hebammen und Apotheken. Je nach Arbeitgeber geht es um Impfstoffe, Antibiotikasäfte, Mittel gegen Neurodermitis, Inhalationsgeräte oder Spezialnahrung für Säuglinge mit Allergien. In den Gesprächen stellt die Vertretung Studiendaten vor, erklärt Dosierungen und Anwendung, nimmt Rückfragen und Meldungen zu Nebenwirkungen auf und gibt Muster ab, soweit das erlaubt ist. Dazu kommen Fortbildungsabende für Praxisteams, Messestände bei Fachkongressen und viel Büroarbeit: Besuche planen, Termine vereinbaren, jeden Kontakt im CRM-System dokumentieren und Umsatzzahlen des Gebiets auswerten. Gespräche mit dem Praxispersonal am Empfang gehören ebenso dazu wie die oft nur wenigen Minuten mit der Ärztin selbst.
Wie wird man Vertretung im Fachbereich Pädiatrie?
Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Wer verschreibungspflichtige Arzneimittel vorstellt, braucht nach dem Arzneimittelgesetz eine Sachkenntnis. Diese haben unter anderem Apothekerinnen, Ärzte und Absolventen eines naturwissenschaftlichen Studiums wie Biologie oder Pharmazie. Andere erwerben sie über die Prüfung zum Geprüften Pharmareferenten vor der IHK, die berufsbegleitend oder in Vollzeit in etwa sechs Monaten bis zwei Jahren vorbereitet wird. Für Medizinprodukte ist eine Schulung als Medizinprodukteberater vorgeschrieben, die der Hersteller meist selbst übernimmt. Ein häufiger Quereinstieg führt über Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die Arbeit als Medizinische Fachangestellte in einer Kinderarztpraxis oder als PTA. Bei Säuglingsnahrung stellen Firmen oft auch Ernährungswissenschaftlerinnen oder Hebammen ein.
Was der Beruf verlangt
Der Alltag besteht aus Autofahren, Warten im Wartezimmer und kurzen Gesprächen mit Menschen, die eigentlich keine Zeit haben. Viele Praxen empfangen keinen Außendienst mehr oder nur nach Termin, Absagen sind normal. Wer schwer mit Zurückweisung umgehen kann, hat es schwer. Die Arbeitszeit ist formal frei einteilbar, faktisch richtet sie sich nach den Sprechzeiten, abends kommen Fortbildungen und Dokumentation dazu, gelegentlich Wochenendkongresse und Übernachtungen. Der Arbeitgeber gibt Besuchs- und Umsatzziele vor, ein Teil des Einkommens hängt davon ab. Der Druck ist real, besonders wenn ein Produkt Konkurrenz bekommt oder Gebiete zusammengelegt werden. Fachlich muss man Studien lesen und kritische Fragen von Ärzten sicher beantworten können. Die Regeln für Werbung, etwa das Heilmittelwerbegesetz und der Kodex der Pharmaverbände, sind streng einzuhalten.
Aussichten
Die Zahl der Außendienststellen in der Pharmabranche ist seit Jahren rückläufig, weil Hersteller mehr über digitale Kanäle, Webinare und Telefon informieren. Die Pädiatrie gilt als vergleichsweise stabiles Feld, da Impfstoffe und Kindernahrung dauerhaft beraten werden, doch Stellen sind begrenzt und werden bei Patentabläufen auch gestrichen. Neue Rollen entstehen als hybride Referentin mit digitalen Anteilen. Weiterentwickeln kann man sich zum Key Account Manager für Kliniken, zum Medical Science Liaison mit naturwissenschaftlichem Hintergrund, in die Regionalleitung oder ins Produktmanagement in der Firmenzentrale.
Aufgaben
- Kinderarztpraxen, Kinderkliniken und Apotheken im eigenen Gebiet besuchen
- Wirkung, Dosierung und Studienlage von Präparaten erläutern
- Meldungen zu Nebenwirkungen aufnehmen und weiterleiten
- Fortbildungen für Praxisteams und Pflegepersonal organisieren
- Besuchstouren planen und Termine vereinbaren
- Gespräche und Kontakte im CRM-System dokumentieren
- Umsatzentwicklung im Gebiet auswerten und an die Vertriebsleitung berichten
- Firmenstände auf Fachkongressen und Messen betreuen
Voraussetzungen
- Sachkenntnis nach Arzneimittelgesetz, etwa durch naturwissenschaftliches Studium oder IHK-Prüfung zum Geprüften Pharmareferenten
- Alternativ medizinische Vorbildung, zum Beispiel in Kinderkrankenpflege, als MFA oder PTA
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu vielen Fahrten
- Sicherheit im Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten und Belastbarkeit bei Absagen
- Fähigkeit, sich in Studien und medizinische Fachliteratur einzuarbeiten
- Selbstorganisation im Homeoffice und Umgang mit CRM-Software
Wo man arbeitet
- Pharmaunternehmen
- Impfstoffhersteller
- Hersteller von Säuglings- und Spezialnahrung
- Medizinproduktehersteller
- Contract-Sales-Organisationen mit Außendienst im Auftrag von Herstellern
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein naturwissenschaftliches oder pharmazeutisches Studium oder eine medizinische Berufsausbildung mit anschließender Prüfung zum Geprüften Pharmareferenten vor der IHK, die je nach Form sechs Monate bis zwei Jahre dauert. Für Medizinprodukte genügt eine Schulung zum Medizinprodukteberater, die der Arbeitgeber in wenigen Wochen durchführt. Die Einarbeitung ins pädiatrische Sortiment erfolgt in internen Trainings.
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