Zum Inhalt springen
Gesundheit & Pflege

Allgemeinmediziner

Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sind als Hausärzte die erste Anlaufstelle für Kranke jeden Alters. Sie behandeln häufige Erkrankungen, betreuen chronisch Kranke über Jahre und überweisen bei Bedarf an Fachärzte oder Kliniken.

15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Allgemeinmediziner verdient

7.500 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.800 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.800 € 5.200 € 5.800 € 62.400 €
Mit Berufserfahrung 6.500 € 7.500 € 9.000 € 90.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 11.000 € 15.000 € 132.000 €

Während der Weiterbildung orientiert sich die Bezahlung meist am TV-Ärzte/VKA bzw. TV-Ärzte/TdL, in Praxen gestützt durch die Förderung der Kassenärztlichen Vereinigungen; angestellte Fachärzte in Praxen und MVZ verhandeln frei. Am stärksten hängt das Einkommen davon ab, ob man angestellt oder niedergelassen ist: Bei Praxisinhabern ist der Betrag ein Praxisüberschuss vor Steuern und Vorsorge, der stark von Patientenzahl, Privatpatientenanteil und Praxiskosten abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Allgemeinmediziner?

Der Arbeitstag in einer Hausarztpraxis besteht aus vielen kurzen Kontakten. Patienten kommen mit Infekten, Rückenschmerzen, Bluthochdruck, Diabetes, Hautausschlägen oder seelischen Krisen. Allgemeinmediziner hören zu, untersuchen, nehmen Blut ab, schreiben EKGs, machen Ultraschall, impfen und verschreiben Medikamente. Sie stellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus, führen Vorsorgeuntersuchungen durch und entscheiden, wer an einen Facharzt oder ins Krankenhaus überwiesen werden muss. Ein großer Teil der Arbeit ist die Langzeitbetreuung chronisch Kranker und älterer Menschen, oft über viele Jahre und ganze Familien hinweg. Dazu kommen Hausbesuche, Visiten in Pflegeheimen und Palliativversorgung. Wer eine eigene Praxis führt, ist außerdem Arbeitgeber: Personal einstellen, abrechnen, Verträge mit der Kassenärztlichen Vereinigung, Dokumentation und Qualitätsmanagement gehören dazu.

Wie wird man Allgemeinmediziner?

Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium, das mindestens sechs Jahre und drei Monate dauert und mit dem Staatsexamen und der Approbation endet. Studienplätze sind knapp, neben der Abiturnote zählen Auswahltests und teils Berufserfahrung. Einige Bundesländer vergeben Plätze über die Landarztquote; wer so zugelassen wird, verpflichtet sich, später einige Jahre in einer unterversorgten Region hausärztlich zu arbeiten. Nach der Approbation folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, die in der Regel fünf Jahre dauert und einen stationären Teil in der Inneren Medizin sowie mindestens zwei Jahre in einer Hausarztpraxis umfasst. Sie endet mit einer Prüfung vor der Ärztekammer. Fachärzte aus anderen Gebieten, etwa der Inneren Medizin, können über verkürzte Wege oder regionale Quereinsteigerprogramme in die hausärztliche Versorgung wechseln.

Was der Beruf verlangt

In vielen Praxen werden pro Tag mehrere Dutzend Patienten behandelt, oft mit wenigen Minuten pro Person. Das verlangt schnelle Entscheidungen bei unklaren Beschwerden und die Fähigkeit, Gefährliches von Harmlosem zu unterscheiden. Die Bürokratie ist erheblich: Formulare, Abrechnung, Anfragen von Kassen und Behörden kosten Zeit, die bei den Patienten fehlt. Niedergelassene tragen das wirtschaftliche Risiko einer Praxis und arbeiten häufig deutlich mehr als vierzig Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bereitschaftsdienste am Abend und am Wochenende. Auf dem Land sind die Wege zu Hausbesuchen lang, und Vertretungen im Urlaub sind schwer zu finden. Belastend sind auch schwierige Gespräche über schwere Diagnosen, Sterben oder Sucht. Im Vergleich zur Klinik gibt es dafür meist keine Nachtdienste, und die Arbeitszeit ist in angestellten Positionen gut planbar.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird weiter steigen. Ein großer Teil der Hausärzte geht in den kommenden Jahren in den Ruhestand, und viele Sitze, vor allem in ländlichen Regionen, sind bereits unbesetzt. Kassenärztliche Vereinigungen und Kommunen fördern Niederlassungen mit Zuschüssen. Neben der eigenen Praxis gibt es zunehmend Anstellungen in Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren, auch in Teilzeit. Weiterentwicklung ist über Zusatzbezeichnungen wie Palliativmedizin, Notfallmedizin, Geriatrie, Sportmedizin oder Naturheilverfahren möglich, ebenso über eine Tätigkeit als Weiterbilder, in der Lehre an Universitäten oder im öffentlichen Gesundheitsdienst.

Aufgaben

  • Patienten befragen, körperlich untersuchen und Diagnosen stellen
  • Blut abnehmen, EKG schreiben und Ultraschalluntersuchungen durchführen
  • Medikamente verordnen und chronisch Kranke langfristig betreuen
  • Impfungen, Vorsorge- und Check-up-Untersuchungen durchführen
  • Hausbesuche und Visiten in Pflegeheimen übernehmen
  • Überweisungen an Fachärzte und Einweisungen ins Krankenhaus veranlassen
  • Befunde dokumentieren und Leistungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen
  • Praxispersonal anleiten und den Praxisbetrieb organisieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Facharztanerkennung für Allgemeinmedizin nach rund fünfjähriger Weiterbildung
  • Kassenzulassung für die Niederlassung als Vertragsarzt
  • Breites medizinisches Wissen und sichere Entscheidungen unter Zeitdruck
  • Geduld und Verständlichkeit im Gespräch mit Menschen jeden Alters
  • Belastbarkeit bei hoher Patientenzahl und langen Arbeitstagen
  • Für die eigene Praxis betriebswirtschaftliches Grundverständnis

Wo man arbeitet

  • Hausarztpraxen in Einzel- oder Gemeinschaftspraxis
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Pflegeheime und Palliativdienste
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • Gesundheitsämter und öffentlicher Gesundheitsdienst
  • Universitäre Institute für Allgemeinmedizin

Der Weg in den Beruf

Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt eine etwa fünfjährige Weiterbildung in Klinik und Hausarztpraxis. Sie schließt mit der Facharztprüfung für Allgemeinmedizin vor der Landesärztekammer ab; insgesamt dauert der Weg rund elf bis zwölf Jahre.

Offene Stellen als Allgemeinmediziner

In der Suche fortsetzen

Verwandte Berufe

Facharzt für Innere Medizin

Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin erkennen und behandeln Erkrankungen der inneren Organe, etwa von Herz, Lunge, Verdauungstrakt, Nieren und Stoffwechsel. Sie arbeiten in Kliniken, in eigener Praxis oder in medizinischen Versorgungszentren.

Offene Stellen
74
Monatsbrutto
6.700 – 16.000 €

jobs-jobs-jobs.de verwendet nur die Cookies, die für den Betrieb der Seite nötig sind. Zur Reichweitenmessung nutzen wir Matomo auf unserem eigenen Server – ohne Cookies und mit gekürzter IP-Adresse. Keine Werbenetzwerke. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Datenschutz