Assistenzarzt Anästhesie
Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in der Anästhesie sind approbierte Ärzte in der fünfjährigen Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie. Sie betäuben Patienten für Operationen, überwachen deren Vitalfunktionen und arbeiten auf der Intensivstation, im Notarztdienst und in der Schmerztherapie.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Assistenzarzt Anästhesie verdient
6.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 5.200 bis 7.300 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 5.200 € | 5.450 € | 5.700 € | 65.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.900 € | 6.300 € | 6.700 € | 75.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.500 € | 6.900 € | 7.300 € | 82.800 € |
Das Grundgehalt folgt meist den Tarifverträgen des Marburger Bundes, vor allem dem TV-Ärzte/VKA an kommunalen Häusern und dem TV-Ärzte/TdL an Unikliniken, bei kirchlichen Trägern den AVR von Caritas oder Diakonie und bei Konzernen wie Helios oder Asklepios eigenen Haustarifen; es steigt mit den Weiterbildungsjahren. Den größten Unterschied im tatsächlichen Verdienst machen Bereitschafts- und Nachtdienste, die das Monatseinkommen oft um mehrere hundert bis über tausend Euro erhöhen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Assistenzarzt in der Anästhesie?
Der Arbeitstag beginnt meist früh im OP-Bereich. Vor jedem Eingriff steht das Aufklärungsgespräch: Vorerkrankungen, Medikamente und Allergien erfragen, Befunde wie EKG und Laborwerte prüfen, das Narkoserisiko einschätzen und das passende Verfahren festlegen. Im Saal legen Assistenzärzte venöse und arterielle Zugänge, leiten Vollnarkosen ein, intubieren oder setzen Larynxmasken, führen Spinal- und Periduralanästhesien sowie Nervenblockaden durch. Während der Operation überwachen sie Blutdruck, Herzrhythmus, Sauerstoffsättigung und Beatmung, dosieren Narkosemittel und Schmerzmittel nach, geben Flüssigkeit oder Blutprodukte und reagieren auf Zwischenfälle. Nach dem Eingriff übergeben sie die Patienten im Aufwachraum. Im Verlauf der Weiterbildung kommen Einsätze auf der Intensivstation hinzu, wo beatmete und schwerkranke Patienten versorgt werden, außerdem Kreißsaal, Schmerzdienst, Notaufnahme und häufig der Notarztdienst. Dokumentation und Dienstübergaben nehmen einen erheblichen Teil der Zeit ein.
Wie wird man Assistenzarzt in der Anästhesie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren mit Staatsexamen und die Approbation als Ärztin oder Arzt. Der Studienplatz ist wegen hoher Zulassungshürden schwer zu bekommen. Danach bewirbt man sich direkt an einer Klinik mit Weiterbildungsbefugnis. Die Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie dauert nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern 60 Monate, davon ein Teil verpflichtend in der Intensivmedizin. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland benötigen eine Anerkennung ihres Abschlusses und ausreichende Deutschkenntnisse, meist nachgewiesen über eine Fachsprachprüfung.
Was der Beruf verlangt
Die Anästhesie verlangt schnelle, sichere Entscheidungen unter Zeitdruck. Atemwegsprobleme, Blutungen oder allergische Reaktionen treten oft ohne Vorwarnung auf, und die Verantwortung für das Leben des Patienten liegt in diesem Moment beim Anästhesieteam. Gerade in den ersten Monaten ist die Lernkurve steil, und nicht jede Klinik bietet eine verlässliche Einarbeitung. Zur Regelarbeitszeit kommen Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste, an vielen Häusern mit Überstunden und knapper Besetzung. Lange Stehzeiten im OP, Schutzkleidung und Strahlenschutzschürzen sind körperlich anstrengend. Belastend sind auch Notfälle mit schlechtem Ausgang und die Begleitung sterbender Patienten auf der Intensivstation. Die Abstimmung mit Chirurgie und Pflege erfordert Durchsetzungsvermögen, wenn Patienten aus anästhesiologischer Sicht nicht operationsfähig sind. Das Privatleben muss sich über Jahre nach dem Dienstplan richten.
Aussichten
Anästhesisten werden in nahezu jedem Krankenhaus mit operativen Fächern gebraucht, und viele Kliniken suchen dauerhaft Personal. Weiterbildungsstellen sind daher vergleichsweise gut zu finden. Nach der Facharztprüfung folgen Stellen als Facharzt, später als Oberarzt oder Chefarzt. Zusatzbezeichnungen wie Intensivmedizin, Notfallmedizin, spezielle Schmerztherapie oder Palliativmedizin eröffnen Spezialisierungen. Außerhalb der Klinik arbeiten Anästhesisten in ambulanten OP-Zentren, als Honorarärzte, in Praxen für Schmerztherapie oder in der Luftrettung. Eine Niederlassung ist möglich, aber an Kooperationen mit operierenden Praxen gebunden.
Aufgaben
- Patienten vor Operationen aufklären und das Narkoserisiko einschätzen
- Venöse und arterielle Zugänge legen
- Vollnarkosen einleiten, intubieren und Patienten beatmen
- Spinal- und Periduralanästhesien sowie Nervenblockaden setzen
- Vitalwerte während der Operation überwachen und Medikamente nachdosieren
- Schwerkranke Patienten auf der Intensivstation versorgen
- Im Notarztdienst und bei innerklinischen Notfällen eingreifen
- Narkoseverläufe dokumentieren und Patienten im Aufwachraum übergeben
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Staatsexamen
- Approbation als Ärztin oder Arzt
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten
- Ruhe und Entscheidungsfähigkeit in Notfallsituationen
- Manuelles Geschick für Punktionen und Intubationen
- Körperliche Belastbarkeit für lange Stehzeiten im OP
- Sehr gute Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung
Wo man arbeitet
- Kommunale und konfessionelle Krankenhäuser
- Universitätskliniken
- Private Klinikkonzerne
- Ambulante OP-Zentren
- Rettungsdienst und Luftrettung
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über ein mindestens sechsjähriges Medizinstudium mit Staatsexamen und anschließender Approbation. Danach folgt an einer weiterbildungsbefugten Klinik die 60-monatige Weiterbildung, die mit der Facharztprüfung für Anästhesiologie vor der Landesärztekammer abschließt.
Offene Stellen als Assistenzarzt Anästhesie
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