Was macht ein Assistenzarzt für Innere Medizin?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Frühbesprechung und der Visite auf der Station. Assistenzärztinnen und Assistenzärzte betreuen eine feste Zahl von Patienten: Sie nehmen Neuaufnahmen auf, erheben die Krankengeschichte, untersuchen körperlich, ordnen Blutabnahmen, Röntgenbilder oder CT an und werten die Ergebnisse aus. Sie legen Zugänge, punktieren Pleuraergüsse oder Bauchwasser, schallen Herz und Bauch und passen Medikamente an, etwa bei Herzschwäche, Diabetes oder Lungenentzündung. Dazu kommen Gespräche mit Angehörigen, Absprachen mit Pflege und anderen Fachabteilungen sowie ein großer Anteil Schreibarbeit: Arztbriefe, Anforderungen, Kodierung für die Abrechnung. Im Lauf der Weiterbildung rotieren sie durch Bereiche wie Notaufnahme, Intensivstation, Endoskopie oder Kardiologie. Nachts und am Wochenende übernehmen sie Dienste, in denen sie oft allein für mehrere Stationen oder die Notaufnahme zuständig sind und einen Oberarzt nur telefonisch erreichen.
Wie wird man Assistenzarzt für Innere Medizin?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und drei Monaten mit Staatsexamen und anschließender Approbation. Die Studienplätze sind knapp und werden über Abiturnote, Tests wie den TMS und Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. Nach der Approbation bewirbt man sich direkt bei Kliniken auf eine Weiterbildungsstelle. Die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin dauert nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern 60 Monate und endet mit einer Prüfung vor der Ärztekammer. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht. Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss brauchen eine Anerkennung, häufig eine Kenntnisprüfung, und eine Fachsprachprüfung auf Niveau C1.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitsbelastung ist hoch. Viele Kliniken sind knapp besetzt, Überstunden sind verbreitet und werden nicht immer erfasst. Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören fest dazu, Bereitschaftsdienste können sich an einen normalen Arbeitstag anschließen. Gerade am Anfang fällt es vielen schwer, nachts allein Entscheidungen über schwer kranke Patienten zu treffen. Dazu kommen der Umgang mit Sterben und Tod, belastende Gespräche mit Angehörigen und ein Dokumentationsaufwand, der einen erheblichen Teil der Zeit bindet. Gefragt sind belastbares Fachwissen, schnelle Auffassung, Ruhe unter Druck und die Fähigkeit, im Team mit Pflege und Oberärzten klar zu kommunizieren. Wer Familie und Dienstplan vereinbaren will, findet zunehmend Teilzeitmodelle, die Weiterbildung verlängert sich dadurch aber entsprechend.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben: Die Bevölkerung altert, internistische Erkrankungen nehmen zu, und viele Kliniken suchen Personal, besonders außerhalb der Großstädte. Eine Stelle zu finden ist in der Regel kein Problem, die Qualität der Weiterbildung unterscheidet sich zwischen Häusern jedoch deutlich. Nach der Facharztprüfung führen Wege in eine Schwerpunktweiterbildung wie Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie oder Hämatologie und Onkologie, zur Ober- und Chefarztstelle, in die Niederlassung als hausärztlicher oder fachärztlicher Internist oder in Forschung, Gutachterwesen und Pharmaindustrie.