Bauingenieur Verkehrsanlagenplanung
Bauingenieurinnen und Bauingenieure für Verkehrsanlagenplanung entwerfen Straßen, Kreuzungen, Radwege, Gleisanlagen und Haltestellen und begleiten sie von der ersten Variante bis zur Bauausführung. Sie arbeiten in Ingenieurbüros, Verwaltungen und bei Infrastrukturbetreibern.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bauingenieur Verkehrsanlagenplanung verdient
5.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.700 bis 8.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.700 € | 4.200 € | 4.800 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.200 € | 6.000 € | 62.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 6.600 € | 8.000 € | 79.200 € |
Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach TVöD oder TV-L (meist Entgeltgruppe 11 bis 13), bei der Autobahn GmbH nach dem eigenen TV Autobahn und bei der Deutschen Bahn nach den DB-Tarifverträgen, die Spannen sind dort eng. In privaten Ingenieurbüros wird meist frei verhandelt, kleine Büros zahlen zum Einstieg oft weniger als Behörden, große Planungsgesellschaften und Bauunternehmen mit Projektleitung teils deutlich mehr.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bauingenieur für Verkehrsanlagenplanung?
Im Mittelpunkt steht der Entwurf von Verkehrswegen: Ortsumgehungen, Knotenpunkte, Kreisverkehre, Radschnellwege, Busspuren, Straßenbahntrassen oder Gleisumbauten. Am Anfang stehen Bestandsaufnahme, Vermessungsdaten und Verkehrszählungen. Daraus entstehen Varianten, die nach Kosten, Flächenbedarf, Sicherheit und Umweltwirkung verglichen werden. Mit Trassierungssoftware wie CARD/1, ProVI oder Civil 3D werden Achsen, Gradienten und Querschnitte festgelegt, Sichtweiten und Schleppkurven geprüft und Entwässerung sowie Markierung geplant. Grundlage sind Regelwerke wie die RASt, RAL oder ERA und bei der Bahn die einschlägigen Richtlinien. Hinzu kommen Kostenberechnungen, Unterlagen für Planfeststellungsverfahren, Ausschreibungen und die Abstimmung mit Behörden, Versorgungsunternehmen und Naturschutzfachleuten. Ein Teil der Arbeit besteht aus Besprechungen, Bürgerversammlungen und Stellungnahmen zu Einwendungen. In späteren Projektphasen kommen Bauüberwachung und Abrechnung hinzu, was regelmäßige Termine auf der Baustelle bedeutet.
Wie wird man Bauingenieur für Verkehrsanlagenplanung?
Der übliche Weg ist ein Bachelorstudium Bauingenieurwesen an einer Hochschule oder Universität, meist sechs bis sieben Semester, mit Vertiefung im Verkehrswesen oder Straßen- und Eisenbahnbau. Viele schließen einen Master an, der für Leitungsfunktionen und den höheren Dienst in Behörden üblich ist. Wer in der Straßenbau- oder Bahnverwaltung in den höheren technischen Dienst will, absolviert nach dem Master oft ein zweijähriges Baureferendariat. Ein Quereinstieg ist für Bauzeichnerinnen oder staatlich geprüfte Bautechniker möglich, die über ein berufsbegleitendes Studium nachqualifizieren. Ohne Ingenieurabschluss bleibt die Verantwortung für Entwürfe in der Regel bei anderen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm statt und verlangt räumliches Vorstellungsvermögen, Genauigkeit und Geduld mit umfangreichen Regelwerken. Projekte ziehen sich oft über viele Jahre, und politische Entscheidungen, Klagen oder geänderte Förderbedingungen können fertige Planungen wieder zurückwerfen. Das kann frustrierend sein. Vor Abgabeterminen und Ausschreibungen fallen Überstunden an, besonders in privaten Ingenieurbüros, die unter engem Honorardruck nach HOAI arbeiten. Bürgerbeteiligung bedeutet, Planungen vor Publikum zu verteidigen, das sich mitunter offen ablehnend zeigt. Bei Bauüberwachung und Bahnprojekten gehören auch Termine bei Nacht, am Wochenende und bei jedem Wetter dazu, weil Sperrpausen selten tagsüber liegen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. Marode Straßen und Brücken, der Ausbau des Schienennetzes, Radverkehrsprogramme und der Umbau von Innenstädten erzeugen über Jahre hinweg Planungsbedarf, während viele erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Kommunen, Landesbehörden und die Autobahn GmbH suchen dauerhaft Personal, ebenso Ingenieurbüros und Bahnunternehmen. Mit Erfahrung führt der Weg in die Projektleitung, in die Leitung einer Planungsabteilung, in Fachgebiete wie Verkehrssicherheit oder Lärmschutz oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Büro. Auch ein Wechsel auf die Auftraggeberseite in Behörden ist verbreitet.
Aufgaben
- Bestand, Vermessungsdaten und Verkehrszählungen auswerten
- Trassen, Knotenpunkte und Querschnitte mit CAD-Software entwerfen
- Planungsvarianten nach Kosten, Sicherheit und Umweltwirkung vergleichen
- Unterlagen für Planfeststellungsverfahren erstellen
- Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungen vorbereiten
- sich mit Behörden, Versorgern und Fachplanern abstimmen
- Pläne in Bürgerversammlungen und Gremien vorstellen
- Bauarbeiten überwachen und Leistungen abrechnen
Voraussetzungen
- abgeschlossenes Studium Bauingenieurwesen, bevorzugt mit Vertiefung Verkehrswesen
- sicherer Umgang mit Trassierungs- und CAD-Programmen
- Kenntnis der technischen Regelwerke für Straßen- oder Bahnbau
- räumliches Vorstellungsvermögen und sorgfältige Arbeitsweise
- Fähigkeit, Planungen verständlich zu erklären und zu verteidigen
- Führerschein für Ortstermine und Baustellenbesuche
Wo man arbeitet
- Ingenieurbüros für Verkehrsplanung
- Straßenbauverwaltungen von Ländern und Kommunen
- Autobahn GmbH des Bundes
- Eisenbahn- und Verkehrsunternehmen
- Bauunternehmen im Straßen- und Gleisbau
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelorstudium Bauingenieurwesen von sechs bis sieben Semestern mit Vertiefung Verkehrswesen, häufig gefolgt von einem drei- bis viersemestrigen Master. Für den höheren Dienst in Bau- und Straßenverwaltungen kommt oft ein zweijähriges Baureferendariat mit Staatsprüfung hinzu.
Offene Stellen als Bauingenieur Verkehrsanlagenplanung
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Bauingenieur*in Verkehrsanlagenplanung
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