Bauleiter Tiefbau in
Bauleiterinnen und Bauleiter im Tiefbau steuern Baustellen für Straßen, Kanäle, Leitungen, Brücken und Erdbauwerke. Sie verantworten Termine, Kosten, Qualität und Arbeitssicherheit vom Baubeginn bis zur Abnahme.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bauleiter Tiefbau in verdient
5.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.800 bis 8.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 6.600 € | 67.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.000 € | 8.800 € | 84.000 € |
In tarifgebundenen Baufirmen gilt der Tarifvertrag für die Angestellten und Poliere im Baugewerbe, erfahrene Bauleitungen werden aber oft außertariflich bezahlt; bei Kommunen und Autobahn GmbH gelten TVöD oder TV-L, meist ab Entgeltgruppe 11. Am stärksten wirken Unternehmensgröße, Projektvolumen und Region, große Baukonzerne im Süden zahlen deutlich mehr als kleine Betriebe, und ein privat nutzbarer Dienstwagen ist häufig Teil der Vergütung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bauleiter Tiefbau?
Im Tiefbau entstehen Bauwerke auf und unter der Erdoberfläche: Straßen, Kanalnetze, Wasser- und Gasleitungen, Glasfaser- und Fernwärmetrassen, Baugruben, Dämme und Brücken. Die Bauleitung organisiert, dass diese Arbeiten nach Plan, im Budget und sicher ausgeführt werden. Auf Seiten der Baufirma heißt das: Arbeitskolonnen und Poliere einteilen, Bagger, Walzen und Material disponieren, Nachunternehmer koordinieren, Bautagebuch führen, Aufmaße erstellen und Nachträge an den Auftraggeber stellen. Dazu kommen Baubesprechungen mit Planern, Behörden und Versorgern, Verkehrsrechtliche Anordnungen für Absperrungen und die Klärung von Problemen, die erst beim Graben sichtbar werden, etwa unbekannte Leitungen, belasteter Boden oder Grundwasser. Ein großer Teil der Arbeit findet im Baucontainer und am Laptop statt, ein anderer im Schlamm neben der Baugrube. Auf Seiten von Kommunen oder Ingenieurbüros überwacht die Bauleitung dagegen die Ausführung durch Fremdfirmen und prüft Rechnungen.
Wie wird man Bauleiter Tiefbau?
Der übliche Weg führt über ein Studium des Bauingenieurwesens, meist ein Bachelor mit sechs bis sieben Semestern an einer Hochschule, häufig mit Schwerpunkt Tiefbau, Verkehrswegebau oder Wasserwirtschaft. Duale Studiengänge kombinieren das Studium mit einer Ausbildung, etwa zum Tiefbaufacharbeiter oder Straßenbauer. Viele Einsteiger beginnen als Junior- oder Assistenzbauleitung und übernehmen nach ein bis zwei Jahren eigene Baustellen. Ein zweiter Weg führt über die Praxis: Straßenbauer, Kanalbauer oder Rohrleitungsbauer, die sich zum Polier oder zur staatlich geprüften Technikerin für Bautechnik weiterbilden, können mit Erfahrung ebenfalls Bauleitungen übernehmen, vor allem bei mittelständischen Firmen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist von Termindruck geprägt. Witterung, Lieferverzögerungen, fehlendes Personal und Änderungen des Auftraggebers bringen Pläne ständig durcheinander, und die Verantwortung dafür liegt bei der Bauleitung. Arbeitstage beginnen oft vor sieben Uhr, Überstunden sind in der Bausaison üblich, Bereitschaft bei Rohrbrüchen oder Verkehrssperrungen kommt vor. Wer mehrere Baustellen betreut, fährt viel Auto, bei überregionalen Projekten auch mit Übernachtungen unter der Woche. Auf der Baustelle gibt es Lärm, Staub, Kälte und Nässe. Schwer fällt vielen die Mischung aus Technik, Vertragsrecht nach VOB und Konfliktgesprächen: Mit Nachunternehmern, Anwohnern und Auftraggebern muss man streiten können, ohne die Zusammenarbeit zu zerstören. Bei Unfällen oder Mängeln haftet die Bauleitung organisatorisch mit.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird es voraussichtlich bleiben. Marode Brücken und Straßen, die Sanierung alter Kanalnetze, der Ausbau von Glasfaser, Fernwärme und Stromnetzen sowie Hochwasserschutz sorgen für volle Auftragsbücher, während viele erfahrene Bauleiter in Rente gehen. Bewerber finden in der Regel schnell eine Stelle, oft mit Dienstwagen. Entwicklungswege führen zur Oberbauleitung, Projektleitung oder Niederlassungsleitung, in die Kalkulation oder auf die Auftraggeberseite zu Kommunen, Autobahn GmbH, Bahn oder Stadtwerken, wo Arbeitszeiten meist ruhiger sind. Auch die Selbstständigkeit als Ingenieurbüro für Bauüberwachung ist möglich.
Aufgaben
- Baustellenabläufe planen und Kolonnen, Maschinen und Material einteilen
- Nachunternehmer beauftragen, koordinieren und deren Leistungen abnehmen
- Bautagebuch führen, Aufmaße erstellen und Abrechnungen vorbereiten
- Nachträge nach VOB formulieren und mit dem Auftraggeber verhandeln
- Verkehrssicherung und Genehmigungen mit Behörden und Leitungsträgern abstimmen
- Arbeitssicherheit auf der Baustelle kontrollieren und Unterweisungen durchführen
- Qualität prüfen, Mängel beseitigen lassen und Bauabnahmen begleiten
- Kosten und Termine überwachen und an die Geschäftsleitung berichten
Voraussetzungen
- Studium Bauingenieurwesen oder Weiterbildung zum Techniker oder Polier mit Berufserfahrung
- Führerschein Klasse B, da viel zwischen Baustellen gefahren wird
- Kenntnisse in VOB, Baurecht und einschlägigen Normen des Tiefbaus
- Durchsetzungsvermögen und Belastbarkeit unter Termin- und Kostendruck
- Sicherer Umgang mit Software für Abrechnung, Kalkulation und Planlesen
- Bereitschaft zu Arbeit im Freien bei jedem Wetter und zu Überstunden in der Saison
Wo man arbeitet
- Tief- und Straßenbauunternehmen
- Kanal- und Rohrleitungsbaufirmen
- Große Baukonzerne mit Infrastruktursparte
- Ingenieurbüros für Bauüberwachung
- Kommunale Tiefbauämter und Stadtwerke
- Autobahn GmbH und Bahnunternehmen
Der Weg in den Beruf
Meist führt ein Bachelorstudium Bauingenieurwesen von sechs bis sieben Semestern in den Beruf, danach folgen ein bis zwei Jahre als Assistenz- oder Juniorbauleitung. Alternativ qualifizieren eine Ausbildung im Tief- oder Straßenbau mit anschließender zweijähriger Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder zum Geprüften Polier und mehrjährige Baustellenerfahrung.
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