Bautechnischen Konstrukteur
Bautechnische Konstrukteurinnen und Konstrukteure erstellen am Computer die Ausführungspläne für Bauwerke, vor allem Schal- und Bewehrungspläne für Stahlbetonbauteile. Sie setzen die Berechnungen der Tragwerksplanung in Zeichnungen um, nach denen auf der Baustelle gebaut wird.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bautechnischen Konstrukteur verdient
3.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.500 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.600 € | 5.500 € | 55.200 € |
Die meisten Ingenieurbüros sind nicht tarifgebunden, dort wird frei verhandelt und die Unterschiede nach Region und Bürogröße sind groß; in Bauunternehmen gilt häufig der Gehaltstarifvertrag für Angestellte und Poliere des Baugewerbes, im öffentlichen Dienst der TVöD oder TV-L. Eine Weiterbildung zum Bautechniker und BIM-Kenntnisse heben das Gehalt spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bautechnischer Konstrukteur?
Bautechnische Konstrukteure arbeiten meist in Ingenieurbüros für Tragwerksplanung, in Fertigteilwerken oder in Baufirmen. Grundlage ihrer Arbeit sind die statischen Berechnungen der Bauingenieurinnen und Bauingenieure sowie die Pläne der Architektur. Daraus entstehen am Bildschirm Positionspläne, Schalpläne, Bewehrungspläne und Stahllisten, oft auch Details für Stahl- oder Holzkonstruktionen. Gearbeitet wird mit CAD-Programmen wie Allplan, Revit oder Tekla, zunehmend in dreidimensionalen Gebäudemodellen nach der BIM-Methode. Zum Alltag gehört das Abstimmen mit Statik, Architektur und Bauleitung: Wo liegt eine Aussparung, passt die Bewehrung in den Knoten, ist ein Plan nach einer Planänderung noch aktuell. Gelegentlich sind Baustellenbesuche nötig, etwa um Bestand aufzumessen oder Fragen vor Ort zu klären.
Wie wird man Bautechnischer Konstrukteur?
Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es in Deutschland nicht. Der übliche Einstieg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bauzeichner, am besten mit Schwerpunkt Ingenieurbau. Nach einigen Jahren Berufspraxis führt die Bezeichnung Konstrukteur meist die Stellenanzeige selbst. Viele bilden sich weiter zum staatlich geprüften Bautechniker, in Vollzeit zwei Jahre oder berufsbegleitend etwa vier Jahre. Quereinstiege gelingen Menschen aus verwandten Zeichenberufen oder mit abgebrochenem Bauingenieurstudium, wenn sie CAD-Kenntnisse und Verständnis für Stahlbetonbau mitbringen. Ein Studium ist nicht nötig, öffnet aber den Weg in die eigentliche Tragwerksplanung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet fast vollständig am Bildschirm statt, oft acht Stunden am Stück. Das belastet Augen, Nacken und Rücken. Gefragt sind räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt und Ausdauer bei kleinteiliger Arbeit: Ein falsch gesetzter Bewehrungsstab oder eine vergessene Aussparung kann auf der Baustelle teure Folgen haben. Termindruck ist häufig, weil Baustellen auf Pläne warten und Änderungen kurzfristig eingearbeitet werden müssen. Überstunden kommen in Spitzenzeiten vor. Normen wie der Eurocode und die Programme ändern sich laufend, wer nicht dranbleibt, verliert den Anschluss. Die Arbeitszeiten sind sonst regelmäßig, Schichtdienst gibt es nicht, Teilzeit und mobiles Arbeiten sind in vielen Büros möglich.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Ingenieurbüros und Fertigteilwerke suchen seit Jahren erfahrene Konstrukteure, weil zu wenige Bauzeichner ausgebildet werden und viele ältere Fachkräfte in Rente gehen. Schwankungen der Baukonjunktur, etwa im Wohnungsbau, spüren auch die Planungsbüros, der Bedarf in Infrastruktur, Brückensanierung und Gewerbebau gleicht das teilweise aus. Wer BIM-Modellierung beherrscht, ist besonders gefragt. Entwicklungswege führen zum Bautechniker, zur Projekt- oder Teamleitung in der Konstruktion, zur BIM-Koordination oder über ein Studium in die Tragwerksplanung.
Aufgaben
- Schal- und Bewehrungspläne für Stahlbetonbauteile zeichnen
- Stahllisten und Biegelisten erstellen
- statische Vorgaben in Ausführungspläne umsetzen
- 3D-Bauwerksmodelle nach der BIM-Methode aufbauen und pflegen
- Planänderungen einarbeiten und Planstände verwalten
- sich mit Statik, Architektur und Bauleitung abstimmen
- Bestand auf der Baustelle aufmessen
- Pläne auf Kollisionen und Vollständigkeit prüfen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Bauzeichner, bevorzugt Schwerpunkt Ingenieurbau, oder Weiterbildung zum Bautechniker
- sichere Kenntnisse in CAD-Programmen wie Allplan, Revit oder Tekla
- Verständnis für Stahlbetonbau und Tragwerke
- räumliches Vorstellungsvermögen und Sorgfalt
- Belastbarkeit bei Termindruck
- Ausdauer bei langer Bildschirmarbeit
Wo man arbeitet
- Ingenieurbüros für Tragwerksplanung
- Betonfertigteilwerke
- Bauunternehmen
- Stahl- und Holzbaubetriebe
- Bauverwaltungen im öffentlichen Dienst
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bauzeichner mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer oder der Architekten- beziehungsweise Ingenieurkammer. Nach einigen Jahren Praxis folgt oft die Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker, zwei Jahre in Vollzeit oder rund vier Jahre berufsbegleitend.
Offene Stellen als Bautechnischen Konstrukteur
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