Bearbeiter / Bearbeiterin Abschirm , Köln
Bearbeiterinnen und Bearbeiter in der Abschirmung klären beim Militärischen Abschirmdienst in Köln Hinweise auf Extremismus, Spionage, Sabotage und Terrorismus im Umfeld der Bundeswehr auf. Sie werten Informationen aus, führen Befragungen und schreiben Berichte, meist als Beamte im gehobenen Dienst oder als Tarifbeschäftigte des Bundes.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bearbeiter / Bearbeiterin Abschirm , Köln verdient
4.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.400 bis 5.900 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 3.800 € | 4.200 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.400 € | 4.900 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.600 € | 5.200 € | 5.900 € | 62.400 € |
Beamtinnen und Beamte werden nach dem Bundesbesoldungsgesetz bezahlt, im gehobenen Dienst meist ab A 9 mit Aufstieg bis A 11 oder A 12, Tarifbeschäftigte nach dem TVöD Bund in den Entgeltgruppen 9b bis 12. Die Spanne ergibt sich vor allem aus Besoldungs- oder Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe; hinzu kommt eine Stellenzulage für Beschäftigte bei Nachrichtendiensten, die in den Werten nicht enthalten ist.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bearbeiter oder eine Bearbeiterin in der Abschirmung?
Der Militärische Abschirmdienst (MAD) ist der Nachrichtendienst der Bundeswehr, sein Bundesamt sitzt in Köln. Abschirmung bedeutet, die Truppe vor Bedrohungen von innen und außen zu schützen: vor extremistischen Soldatinnen und Soldaten, vor ausländischen Nachrichtendiensten, vor Sabotage und Terrorismus. Bearbeiterinnen und Bearbeiter gehen konkreten Verdachtsfällen nach. Sie sichten Meldungen aus Dienststellen, recherchieren in Datenbanken und offenen Quellen, werten Chatverläufe, Fotos oder Social-Media-Profile aus und führen Gespräche mit Betroffenen und Zeugen. Ein großer Teil der Arbeit findet am Schreibtisch statt: Sachverhalte zusammentragen, Vermerke und Berichte verfassen, Akten nach strengen Vorgaben führen. Dazu kommt der Austausch mit anderen Behörden wie dem Bundesamt für Verfassungsschutz, der Polizei oder den Disziplinarvorgesetzten in der Truppe.
Wie wird man Bearbeiter oder Bearbeiterin in der Abschirmung?
Der übliche Weg führt über den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst des Bundes. Das ist ein dreijähriges duales Bachelorstudium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung mit Praxisphasen in der Behörde, abgeschlossen als Diplom-Verwaltungswirtin oder Diplom-Verwaltungswirt. Daneben stellt der MAD Bewerberinnen und Bewerber mit einem abgeschlossenen Bachelorstudium ein, etwa in Politik-, Sozial-, Rechts- oder Verwaltungswissenschaften, oft zunächst als Tarifbeschäftigte. Auch Soldatinnen und Soldaten, ehemalige Polizeikräfte oder Feldjäger wechseln in die Abschirmarbeit. Die Einarbeitung in nachrichtendienstliche Methoden, Rechtsgrundlagen und Gesprächsführung erfolgt intern über Lehrgänge. Voraussetzung ist in jedem Fall die deutsche Staatsangehörigkeit und das Bestehen der erweiterten Sicherheitsüberprüfung.
Was der Beruf verlangt
Die Sicherheitsüberprüfung greift tief ins Privatleben ein: Finanzen, Partnerschaften, Kontakte ins Ausland und Reisen werden durchleuchtet, und auch später bleiben Einschränkungen, etwa bei Privatreisen in bestimmte Länder. Über die eigene Arbeit darf im Freundes- und Familienkreis praktisch nicht gesprochen werden, was viele als Belastung empfinden. Inhaltlich ist die Arbeit oft zäh: Fälle ziehen sich über Monate, vieles ist Dokumentation nach festen Regeln. Wer mit Extremismus befasst ist, sieht regelmäßig verstörendes Material wie Hetze oder Gewaltdarstellungen. Die Arbeitszeiten folgen meist der Gleitzeit im öffentlichen Dienst, bei akuten Lagen oder Dienstreisen zu Standorten der Bundeswehr kommen aber Überstunden und Abwesenheiten hinzu. Gefragt sind Gründlichkeit, sicheres schriftliches Deutsch, Urteilsvermögen und die Fähigkeit, neutral mit Menschen zu sprechen, die unter Verdacht stehen.
Aussichten
Der MAD ist in den vergangenen Jahren personell deutlich gewachsen, weil die Extremismusabwehr politisch mehr Gewicht bekommen hat und die Bedrohung durch ausländische Nachrichtendienste zugenommen hat. Die Nachfrage nach Bearbeiterinnen und Bearbeitern ist entsprechend stabil. Als Bundesbehörde bietet der Dienst sichere Stellen und eine Verbeamtung. Entwicklungswege führen in Sachgebietsleitungen, in Spezialgebiete wie Spionageabwehr oder Einsatzabschirmung im Ausland oder über den Aufstieg in den höheren Dienst. Ein Wechsel zu anderen Sicherheitsbehörden des Bundes ist mit dieser Erfahrung gut möglich.
Aufgaben
- Hinweise auf Extremismus, Spionage oder Sabotage in der Bundeswehr prüfen
- Informationen aus Datenbanken, Akten und offenen Quellen auswerten
- Befragungen von Betroffenen und Zeugen vorbereiten und führen
- Vermerke, Fallberichte und Stellungnahmen verfassen
- Verschlusssachen nach Geheimschutzvorgaben verwalten
- Mit Verfassungsschutz, Polizei und Disziplinarvorgesetzten zusammenarbeiten
- Dienststellen der Bundeswehr zu Sicherheitsfragen beraten
Voraussetzungen
- Abschluss im gehobenen Verwaltungsdienst oder abgeschlossenes Bachelorstudium
- Deutsche Staatsangehörigkeit
- Bestehen der erweiterten Sicherheitsüberprüfung mit Sicherheitsermittlungen
- Sicheres schriftliches Deutsch und analytisches Denken
- Verschwiegenheit und Bereitschaft zu Einschränkungen im Privatleben
- Bereitschaft zu Dienstreisen, teils auch zu Auslandseinsätzen
Wo man arbeitet
- Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst
- Regionale Stellen des MAD an Bundeswehrstandorten
- Einsatzkontingente der Bundeswehr im Ausland
Der Weg in den Beruf
Der übliche Einstieg ist das dreijährige duale Studium für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst des Bundes mit dem Abschluss Diplom-Verwaltungswirtin oder Diplom-Verwaltungswirt. Alternativ ist ein Quereinstieg mit einem Bachelorabschluss etwa in Sozial-, Rechts- oder Verwaltungswissenschaften möglich, gefolgt von internen Lehrgängen zu nachrichtendienstlicher Arbeit.
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