Was macht ein Bereichsleiter im Facility Management?
Ein Bereichsleiter im Facility Management trägt die Verantwortung für ein Bündel von Liegenschaften: Bürokomplexe, Kliniken, Einkaufszentren, Industrieanlagen oder Verwaltungsgebäude. Meist arbeitet er bei einem großen FM-Dienstleister und ist für eine Region oder einen Kundenkreis zuständig, seltener in der Immobilienabteilung eines Konzerns oder einer Behörde. Die eigentliche Arbeit an Heizung, Lüftung, Aufzügen, Reinigung oder Sicherheitsdienst erledigen andere. Er sorgt dafür, dass sie funktioniert und sich rechnet. Zum Alltag gehören Budgetplanung und Kostenkontrolle, die Auswertung von Kennzahlen, Gespräche mit Kunden über Leistungsumfang und Mängel, Vertragsverhandlungen mit Subunternehmern, Personalgespräche mit Objektleitern und Technikern sowie die Überwachung von Betreiberpflichten wie Prüffristen, Brandschutz und Arbeitssicherheit. Bei Ausschreibungen kalkuliert er Angebote mit, bei neuen Verträgen organisiert er die Übernahme der Objekte. Viel Zeit verbringt er in Besprechungen, am Rechner und im Auto zwischen den Standorten.
Wie wird man Bereichsleiter im Facility Management?
Eine eigene Ausbildung für diese Position gibt es nicht. Üblich ist ein Studium im Facility Management, in der Versorgungs- oder Gebäudetechnik, im Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen oder in der Immobilienwirtschaft. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg aus der Praxis: Wer eine technische Ausbildung etwa als Elektroniker oder Anlagenmechaniker hat, sich zum Meister oder staatlich geprüften Techniker weiterbildet und danach einige Jahre als Objektleiter arbeitet, hat gute Chancen. Berufsbegleitende Abschlüsse wie der geprüfte Facility Manager (IHK) oder Zertifikate nach GEFMA-Richtlinien helfen dabei. In der Regel werden fünf bis zehn Jahre Erfahrung im Gebäudebetrieb, davon mehrere mit Personalverantwortung, erwartet.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle steht zwischen mehreren Fronten. Kunden fordern Leistung zu möglichst niedrigen Preisen, die Geschäftsführung erwartet Marge, und die Teams vor Ort klagen über zu wenig Personal. Gerade in der Haustechnik und Gebäudereinigung ist der Fachkräftemangel spürbar, offene Stellen und hohe Fluktuation landen als Problem auf dem Tisch des Bereichsleiters. Die Arbeitszeit ist formal Tagdienst, in der Praxis aber oft länger als vierzig Stunden. Bei Störungen, Wasserschäden oder Anlagenausfällen am Wochenende muss er erreichbar sein oder eine Rufbereitschaft organisieren. Hinzu kommen viele Fahrten zwischen den Objekten. Fachlich muss er Technik, Recht und Betriebswirtschaft gleichzeitig im Blick haben, denn bei Verstößen gegen Betreiberpflichten drohen Haftungsrisiken. Wer ungern Konflikte austrägt oder unangenehme Personalentscheidungen scheut, tut sich schwer.
Aussichten
Die Nachfrage nach erfahrenen Führungskräften im Facility Management ist stabil bis steigend. Gebäude werden technisch komplexer, Anforderungen an Energieeffizienz, Dekarbonisierung und Dokumentation nehmen zu, und viele Unternehmen lagern den Gebäudebetrieb an Dienstleister aus. Gleichzeitig gehen viele Führungskräfte aus der Babyboomer-Generation in Rente. Kenntnisse in CAFM-Software, Energiemanagement und Gebäudeautomation verbessern die Chancen deutlich. Der nächste Schritt führt zur Niederlassungs- oder Regionalleitung, in die Geschäftsführung eines FM-Unternehmens oder auf die Auftraggeberseite, etwa ins Corporate Real Estate Management eines Konzerns. Auch eine Tätigkeit als Berater oder Sachverständiger für Betreiberverantwortung ist möglich.