Was macht ein Business Development Manager Air & Sea?
Die Arbeit besteht im Kern aus Vertrieb: Unternehmen aus Industrie und Handel, die Waren per Flugzeug oder Containerschiff importieren oder exportieren, werden als Kunden gewonnen. Dazu gehört die Kaltakquise am Telefon und per E-Mail ebenso wie Besuche bei Versandleitern und Einkaufsabteilungen. Wer einen Interessenten gefunden hat, analysiert dessen Warenströme: Welche Mengen gehen von welchem Hafen oder Flughafen wohin, in welchem Rhythmus, mit welchen Anforderungen an Laufzeit, Temperatur oder Gefahrgut. Daraus entstehen Angebote und Ausschreibungsunterlagen, die gemeinsam mit der Pricing-Abteilung kalkuliert werden. Frachtraten, Zuschläge, Zollabwicklung und Vor- und Nachlauf per Lkw müssen stimmen, sonst verdient die Spedition am Auftrag nichts. Nach dem Abschluss bleibt die Betreuung des Kunden, die Abstimmung mit dem operativen Team und die Pflege von Daten im CRM-System. Berichte über Pipeline und Umsatzziele an die Vertriebsleitung gehören zum Wochenrhythmus.
Wie wird man Business Development Manager Air & Sea?
Einen geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Der häufigste Einstieg führt über die dreijährige Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, gefolgt von einigen Jahren in der operativen Luft- oder Seefrachtabwicklung. Andere kommen über ein Studium der Betriebswirtschaft, Logistik oder des internationalen Managements, oft dual in einer Spedition absolviert. Weiterbildungen zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik oder zum Verkehrsfachwirt sind verbreitet. Quereinsteiger aus dem Vertrieb anderer Branchen haben Chancen, wenn sie sich das Fachwissen zu Incoterms, Zollrecht und Frachtarten aneignen. Ohne Branchenkenntnis ist der Einstieg jedoch schwer, weil Kunden kompetente Ansprechpartner erwarten.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf steht unter ständigem Zieldruck. Umsatz- und Neukundenvorgaben werden monatlich oder quartalsweise gemessen, ein Teil des Einkommens hängt oft an der Zielerreichung. Absagen sind alltäglich, da der Markt umkämpft ist und Kunden Preise genau vergleichen. Frachtraten schwanken stark, etwa bei Engpässen auf Seerouten, und Angebote müssen schnell angepasst werden. Viele Termine finden außer Haus statt, Reisetätigkeit im Vertriebsgebiet ist üblich, bei internationalen Kunden auch ins Ausland. Feste Arbeitszeiten gibt es selten, Abstimmungen mit Partnern in Asien oder Amerika verlagern Telefonate in den frühen Morgen oder späten Abend. Verhandlungssicheres Englisch ist Pflicht.
Aussichten
Der internationale Warenverkehr sorgt für eine stabile Nachfrage nach erfahrenen Vertriebsleuten in der Luft- und Seefracht, besonders an Logistikstandorten wie Hamburg, Bremen, Frankfurt, Düsseldorf oder München. Konjunkturschwächen und Handelskonflikte schlagen allerdings direkt auf das Geschäft durch. Wer Erfolge vorweisen kann, steigt zum Key Account Manager für Großkunden, zur Vertriebsleitung einer Niederlassung oder in die Geschäftsführung auf. Spezialisierungen auf Branchen wie Pharma, Automotive oder Projektladung erhöhen den Marktwert. Ein Wechsel zu Reedereien, Airlines oder Verladern ist ebenfalls möglich.