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Recht & Beratung

Consultant Business Continuity Management

Consultants für Business Continuity Management beraten Unternehmen und Behörden dabei, sich auf Ausfälle wie Cyberangriffe, Stromausfall oder Lieferkettenstörungen vorzubereiten. Sie analysieren kritische Prozesse, entwickeln Notfall- und Wiederanlaufpläne und üben deren Umsetzung mit den Beteiligten.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Consultant Business Continuity Management verdient

6.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.800 bis 10.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit Berufserfahrung 5.000 € 6.000 € 7.200 € 72.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.800 € 8.000 € 10.000 € 96.000 €

Das Gehalt wird meist frei verhandelt und hängt stark vom Arbeitgeber ab: Große Beratungen, Wirtschaftsprüfer und Banken zahlen deutlich mehr als kleine Beratungshäuser oder Behörden, wo nach TVöD oder TV-L vergütet wird. Bei Banken gilt teils der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe, erfahrene Fachkräfte werden dort aber oft außertariflich bezahlt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant Business Continuity Management?

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Organisation weiterarbeitet, wenn etwas Wesentliches ausfällt: das Rechenzentrum, ein Standort, ein zentraler Dienstleister oder ein großer Teil der Belegschaft. Consultants führen dazu Business-Impact-Analysen durch. Sie sprechen mit Fachabteilungen, ermitteln, welche Prozesse zeitkritisch sind, und legen gemeinsam mit dem Management fest, wie lange ein Ausfall höchstens dauern darf. Daraus entstehen Notfallhandbücher, Wiederanlaufpläne und Strukturen für einen Krisenstab. Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation und Abstimmung, oft in Workshops und Interviews. Hinzu kommen Notfallübungen, von der Tabletop-Übung im Besprechungsraum bis zum Test, bei dem tatsächlich auf ein Ausweichrechenzentrum umgeschaltet wird. Viele Projekte sind regulatorisch getrieben: Banken und Versicherungen müssen die Anforderungen aus DORA und den MaRisk erfüllen, Betreiber kritischer Infrastrukturen die aus NIS2 und dem KRITIS-Recht. Consultants übersetzen diese Vorgaben in konkrete Maßnahmen und bereiten Prüfungen durch Aufsicht oder Wirtschaftsprüfer vor. Als Rahmen dienen meist ISO 22301 und der BSI-Standard 200-4.

Wie wird man Consultant Business Continuity Management?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Die meisten haben ein Studium abgeschlossen, häufig in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Sicherheitsmanagement. Einige Hochschulen bieten Studiengänge mit Schwerpunkt Krisen- und Risikomanagement an. Der Einstieg gelingt oft als Junior Consultant in einer Beratung oder über verwandte Bereiche wie Informationssicherheit, IT-Betrieb, Revision oder Risikocontrolling. Auch Quereinsteiger aus Feuerwehr, Bundeswehr oder Katastrophenschutz finden ihren Weg in den Beruf, weil sie Erfahrung mit Stabsarbeit und Krisenlagen mitbringen. Zertifikate wie ISO 22301 Lead Implementer oder Lead Auditor, BCI-Abschlüsse oder der BSI-Grundschutz-Praktiker werden in Stellenanzeigen häufig verlangt und lassen sich berufsbegleitend in wenigen Tagen bis Wochen erwerben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Büro- und Projektarbeit, aber in Beratungshäusern mit viel Reisetätigkeit verbunden. Mehrtägige Aufenthalte beim Kunden sind üblich, Übungen finden mitunter abends oder am Wochenende statt, damit der laufende Betrieb nicht gestört wird. Vor Prüfungsterminen und regulatorischen Fristen steigt die Arbeitslast deutlich. Schwer fällt vielen, dass BCM in Unternehmen oft als lästige Pflicht gilt: Fachabteilungen haben wenig Zeit für Interviews, Pläne veralten, und ohne Rückhalt der Geschäftsleitung bleiben Ergebnisse in der Schublade. Gefragt sind deshalb Geduld, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, technische und organisatorische Zusammenhänge verständlich darzustellen. Wer lieber selbst Systeme baut, als Dokumente zu schreiben und Gespräche zu moderieren, wird mit dem Beruf wenig glücklich.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte es bleiben. DORA, NIS2 und das KRITIS-Dachgesetz verpflichten deutlich mehr Unternehmen als bisher zu nachweisbarem Notfallmanagement, und erfahrene Fachkräfte sind knapp. Nach einigen Jahren führt der Weg zum Senior Consultant oder Manager mit Projekt- und Personalverantwortung. Alternativ wechseln viele in Unternehmen und übernehmen dort die Rolle des BCM-Beauftragten, leiten das Krisenmanagement oder gehen in die Informationssicherheit bis hin zur Position eines CISO. Auch die Tätigkeit als Auditor für ISO 22301 oder als selbstständiger Berater ist möglich.

Aufgaben

  • Business-Impact-Analysen mit Fachabteilungen durchführen
  • kritische Prozesse, Abhängigkeiten und maximale Ausfallzeiten ermitteln
  • Notfallhandbücher und Wiederanlaufpläne erstellen und pflegen
  • Krisenstabsstrukturen und Alarmierungswege aufbauen
  • Notfall- und Krisenübungen planen, moderieren und auswerten
  • regulatorische Anforderungen aus DORA, NIS2 oder MaRisk in Maßnahmen übersetzen
  • Audits und Prüfungen durch Aufsicht oder Zertifizierer vorbereiten
  • Ergebnisse gegenüber Geschäftsleitung und Projektteams präsentieren

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium, etwa in Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Informatik oder Sicherheitsmanagement, alternativ einschlägige Berufserfahrung
  • Kenntnisse von ISO 22301, BSI-Standard 200-4 und gängigen Regulierungen
  • Zertifikate wie ISO 22301 Lead Implementer oder BCI sind oft erwünscht
  • sicheres Moderieren, Präsentieren und strukturiertes Schreiben
  • Grundverständnis von IT-Infrastruktur und Unternehmensprozessen
  • Reisebereitschaft und gute Englischkenntnisse

Wo man arbeitet

  • Unternehmensberatungen
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Banken und Versicherungen
  • IT-Dienstleister und Rechenzentrumsbetreiber
  • Energieversorger und andere Betreiber kritischer Infrastruktur
  • Behörden und öffentliche Verwaltung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren, gefolgt vom Einstieg als Junior Consultant oder über Informationssicherheit, IT-Betrieb oder Risikomanagement. Branchenzertifikate wie ISO 22301 Lead Implementer werden meist berufsbegleitend in Kursen von einer Woche erworben.

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Offene Stellen
3
Monatsbrutto
4.200 – 9.500 €

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