Consultant Informationssicherheit
Consultants für Informationssicherheit beraten Unternehmen und Behörden dabei, ihre Daten und IT-Systeme vor Angriffen, Ausfällen und Missbrauch zu schützen. Sie analysieren Risiken, bauen Sicherheitsmanagementsysteme auf und begleiten Zertifizierungen nach Normen wie ISO 27001.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Consultant Informationssicherheit verdient
6.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.900 bis 9.800 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.900 € | 4.500 € | 5.200 € | 54.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.200 € | 6.200 € | 7.300 € | 74.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.800 € | 8.000 € | 9.800 € | 96.000 € |
Die Gehälter werden fast immer frei verhandelt, ein Tarifvertrag gilt in den meisten Beratungen nicht. Am stärksten wirken Arbeitgebertyp und Region: Große Beratungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Ballungsräumen wie München oder Frankfurt zahlen deutlich mehr als kleine Systemhäuser, dazu kommen oft variable Boni und Zuschläge für gefragte Zertifikate.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Consultant Informationssicherheit?
Ein Consultant für Informationssicherheit arbeitet meist für eine Beratungsfirma oder ein IT-Dienstleistungsunternehmen und betreut wechselnde Kunden. Ein großer Teil der Arbeit ist organisatorisch, nicht technisch: Prozesse und Verantwortlichkeiten aufnehmen, Schutzbedarf von Daten und Anwendungen bestimmen, Risiken bewerten und Maßnahmen vorschlagen. Daraus entstehen Sicherheitsrichtlinien, Notfallkonzepte und Dokumentationen, die den Anforderungen von ISO 27001, dem IT-Grundschutz des BSI oder branchenspezifischen Regeln wie NIS2, DORA oder KRITIS genügen müssen. Dazu kommen Workshops mit Fachabteilungen, Interviews mit IT-Verantwortlichen, die Vorbereitung auf Audits und die Präsentation von Ergebnissen vor der Geschäftsführung. Technisch ausgerichtete Consultants prüfen zusätzlich Netzwerkarchitekturen, Berechtigungskonzepte oder Cloud-Konfigurationen. Viel Zeit verbringen sie mit Textverarbeitung, Tabellen und Folien.
Wie wird man Consultant Informationssicherheit?
Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, IT-Sicherheit oder eines verwandten Fachs, oft mit Bachelor- oder Masterabschluss. Auch Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker mit einigen Jahren Berufserfahrung in Administration oder IT-Betrieb wechseln in die Beratung. Quereinsteiger aus Revision, Datenschutz, Qualitätsmanagement oder Recht finden ebenfalls Zugang, wenn sie sich das technische Grundwissen aneignen. Zertifikate spielen eine große Rolle: ISO 27001 Lead Implementer oder Lead Auditor, BSI-IT-Grundschutz-Praktiker, CISSP oder CISM werden in Stellenanzeigen häufig verlangt und oft vom Arbeitgeber finanziert. Viele Beratungen stellen Absolventinnen und Absolventen als Junior Consultants ein und bilden sie im Projekt weiter.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit erfordert die Fähigkeit, sich schnell in fremde Organisationen einzuarbeiten und mit Menschen aller Hierarchieebenen zu sprechen. Sicherheitsmaßnahmen kosten Geld und stören eingespielte Abläufe, daher stoßen Consultants regelmäßig auf Widerstand und müssen überzeugen, ohne Weisungsbefugnis zu haben. Normtexte und Regulierung ändern sich laufend, wer nicht ständig dazulernt, fällt zurück. Die Dokumentationsarbeit ist umfangreich und für manche ermüdend. In vielen Beratungen wird eine hohe Auslastung mit abrechenbaren Stunden erwartet, vor Audits und Fristen entstehen Überstunden. Reisen zu Kunden gehören häufig dazu, auch wenn seit einigen Jahren mehr remote gearbeitet wird. Nach einem Sicherheitsvorfall kann es kurzfristig sehr hektisch werden.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte hoch bleiben. Neue EU-Vorgaben wie NIS2 und DORA verpflichten deutlich mehr Unternehmen zu nachweisbarem Sicherheitsmanagement, gleichzeitig nehmen Angriffe durch Ransomware zu. Erfahrene Fachkräfte sind knapp, was die Verhandlungsposition verbessert. Nach einigen Jahren führt der Weg zum Senior Consultant, Projektleiter oder Manager in der Beratung. Andere wechseln auf die Unternehmensseite und werden Informationssicherheitsbeauftragte oder Chief Information Security Officer. Möglich ist auch die Spezialisierung auf Auditierung, Cloud-Sicherheit oder bestimmte regulierte Branchen wie Banken, Energieversorgung oder Gesundheitswesen sowie der Schritt in die Selbstständigkeit.
Aufgaben
- Schutzbedarfs- und Risikoanalysen für Geschäftsprozesse und IT-Systeme durchführen
- Informationssicherheitsmanagementsysteme nach ISO 27001 oder BSI-IT-Grundschutz aufbauen
- Sicherheitsrichtlinien, Notfallkonzepte und Dokumentationen erstellen
- Kunden auf Zertifizierungsaudits vorbereiten und interne Audits durchführen
- Anforderungen aus NIS2, DORA oder KRITIS-Regeln auf den Kunden übertragen
- Workshops und Interviews mit Fachabteilungen und IT-Verantwortlichen leiten
- Ergebnisse und Maßnahmenpläne vor der Geschäftsführung präsentieren
- Beschäftigte zu Sicherheitsthemen schulen
Voraussetzungen
- Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder IT-Sicherheit oder abgeschlossene IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
- Kenntnisse von ISO 27001, BSI-IT-Grundschutz und aktueller Regulierung
- Grundverständnis von Netzwerken, Betriebssystemen und Cloud-Diensten
- Sicheres Auftreten in Gesprächen und Präsentationen, auch vor Führungskräften
- Strukturierte, sorgfältige Arbeitsweise und Freude an Dokumentation
- Sehr gute Deutsch- und gute Englischkenntnisse
- Reisebereitschaft
Wo man arbeitet
- IT- und Managementberatungen
- Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
- IT-Dienstleister und Systemhäuser
- Spezialisierte Sicherheitsberatungen
- Rechenzentren und Cloud-Anbieter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder IT-Sicherheit mit Bachelor- oder Masterabschluss, alternativ eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker mit anschließender Berufserfahrung. Ergänzend werden Zertifikate wie ISO 27001 Lead Auditor, IT-Grundschutz-Praktiker oder CISSP erworben, die meist berufsbegleitend in Lehrgängen von einigen Tagen bis Wochen entstehen.
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