Consultant IT Service Management
Consultants für IT Service Management beraten Unternehmen dabei, wie ihre IT-Abteilung Leistungen plant, erbringt und unterstützt. Sie gestalten Prozesse wie Störungs-, Änderungs- und Problemmanagement, meist nach ITIL, und führen passende Software wie ServiceNow oder Jira Service Management ein.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Consultant IT Service Management verdient
5.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.600 bis 9.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 6.800 € | 67.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.200 € | 7.200 € | 9.000 € | 86.400 € |
Die Gehälter werden überwiegend frei verhandelt und hängen stark von Arbeitgeber und Spezialisierung ab: Große Beratungshäuser und Konzerne zahlen deutlich mehr als kleine Systemhäuser, ServiceNow-Erfahrung bringt spürbare Aufschläge, bei Beratungen kommt oft ein variabler Bonus hinzu. Im öffentlichen Dienst gelten TVöD oder TV-L, mit niedrigeren, aber festen Gehältern.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Consultant IT Service Management?
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine IT-Organisation ihre Leistungen für die Fachabteilungen verlässlich erbringt. Ein Consultant analysiert, wie Störungen gemeldet und bearbeitet werden, wie Änderungen an Systemen freigegeben werden, wer für welchen Dienst zuständig ist und welche Zusagen in Service Level Agreements stehen. Daraus entstehen Prozessbeschreibungen, Rollenmodelle und Kennzahlen. Ein großer Teil der Arbeit sind Workshops mit IT-Leitung, Service-Desk-Teams und Fachbereichen, in denen Abläufe aufgenommen und neu festgelegt werden. Hinzu kommt die technische Seite: Viele Projekte drehen sich um die Einführung oder Umstellung eines ITSM-Tools. Dann schreibt der Consultant Anforderungen, konfiguriert Formulare, Workflows und Kategorien, plant Datenübernahmen, testet und schult die Anwender. Der Alltag besteht aus Präsentationen, Dokumentation, Abstimmungen und Projektberichten, oft parallel bei mehreren Kunden.
Wie wird man Consultant IT Service Management?
Einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht. Häufig ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Betriebswirtschaft mit IT-Schwerpunkt. Ebenso verbreitet ist der Weg über eine Ausbildung als Fachinformatikerin oder IT-Systemkaufmann und einige Jahre im Service Desk, in der Systembetreuung oder als Prozessverantwortlicher in einer IT-Abteilung. Wer dort Abläufe kennengelernt hat, bringt genau die Praxis mit, die Kunden erwarten. Nahezu überall verlangt wird eine Zertifizierung nach ITIL, mindestens auf Foundation-Stufe. Für Tool-Projekte kommen Herstellerzertifikate hinzu, etwa als ServiceNow System Administrator oder Implementation Specialist. Quereinstieg ist möglich, setzt aber Erfahrung im IT-Betrieb voraus.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist geistig fordernd und kommunikationslastig. Consultants müssen technische Zusammenhänge verstehen und zugleich mit Menschen umgehen, die bestehende Abläufe verteidigen oder neue Regeln als Mehraufwand empfinden. Widerstand in Projekten gehört zum Alltag. Bei Beratungshäusern kommen Reisetätigkeit zu Kunden, wechselnde Projekte und eine Auslastungsvorgabe hinzu, also ein Anteil an abrechenbaren Stunden, der Druck erzeugt. Vor Go-live-Terminen sind Überstunden und Einsätze am Abend oder Wochenende üblich. Durch Remote-Arbeit ist das Reisen weniger geworden, ganz entfällt es selten. Sehr gute Deutschkenntnisse und meist auch Englisch sind nötig, weil viel geschrieben und präsentiert wird.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Fast jedes größere Unternehmen und viele Behörden betreiben ihre IT nach ITSM-Grundsätzen, und die Umstellung auf Cloud-Plattformen sowie Vorgaben zu Informationssicherheit und Dienstleistersteuerung erzeugen laufend neue Projekte. Besonders gesucht sind Fachleute mit Erfahrung in ServiceNow. Entwicklungswege führen zum Senior Consultant, Projektleiter oder Solution Architect, in die Leitung eines Beratungsbereichs oder auf die Kundenseite als Service Manager, Process Owner oder IT-Leiterin. Wer Automatisierung und Integrationen beherrscht, verbessert die eigenen Chancen zusätzlich.
Aufgaben
- Bestehende IT-Prozesse in Workshops aufnehmen und bewerten
- Prozesse für Incident-, Problem- und Change-Management nach ITIL entwerfen
- Service-Kataloge und Service Level Agreements ausarbeiten
- ITSM-Software wie ServiceNow oder Jira Service Management konfigurieren
- Anforderungen und Fachkonzepte für Tool-Einführungen schreiben
- Tests, Datenmigration und Inbetriebnahme begleiten
- Anwender und Service-Desk-Teams schulen
- Kennzahlen und Berichte zur Servicequalität aufbauen
Voraussetzungen
- Studium der (Wirtschafts-)Informatik oder IT-Ausbildung mit Berufserfahrung
- ITIL-Zertifizierung, mindestens Foundation
- Praxis im IT-Betrieb, Service Desk oder in einer ITSM-Plattform
- Sicheres Auftreten in Workshops und Präsentationen
- Sehr gutes Deutsch und gutes Englisch
- Bereitschaft zu Dienstreisen bei Beratungsunternehmen
Wo man arbeitet
- IT-Beratungsunternehmen
- Systemhäuser und IT-Dienstleister
- Implementierungspartner von ITSM-Softwareherstellern
- IT-Abteilungen von Konzernen
- Öffentliche Verwaltung und IT-Dienstleister der Länder
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder eine dreijährige IT-Ausbildung mit anschließender Praxis im IT-Betrieb. Die ITIL-4-Foundation-Prüfung lässt sich in einem zwei- bis dreitägigen Kurs vorbereiten und wird meist vor oder kurz nach dem Einstieg abgelegt, Herstellerzertifikate folgen im Beruf.
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