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Recht & Beratung

Consultant Spezialist OT-Sicherheit

Consultants für OT-Sicherheit schützen industrielle Steuerungs- und Automatisierungsanlagen in Fabriken, Kraftwerken, Wasserwerken und Netzen vor Cyberangriffen. Sie analysieren Risiken, planen Schutzmaßnahmen und begleiten Betreiber bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Consultant Spezialist OT-Sicherheit verdient

6.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 4.200 bis 10.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.200 € 4.800 € 5.600 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.500 € 6.400 € 7.500 € 76.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 8.200 € 10.000 € 98.400 €

Gehälter werden in Beratungen meist frei verhandelt und hängen stark von Zertifikaten, Branchenerfahrung und Reiseanteil ab; große Beratungshäuser und Konzerne zahlen deutlich mehr als kleine Dienstleister. Bei Industrieunternehmen gilt teils der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (ERA) oder der Chemie, bei Stadtwerken der TV-V oder TVöD, wobei Spezialisten dort oft außertariflich eingestuft werden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Consultant für OT-Sicherheit?

OT steht für Operational Technology, also die Technik, die physische Prozesse steuert: speicherprogrammierbare Steuerungen, Leitsysteme, Sensoren, Netzwerke in Produktionshallen, Umspannwerken oder Kläranlagen. Diese Anlagen laufen oft jahrzehntelang, sind schlecht gepatcht und zunehmend mit Büro-IT und Internet verbunden. Consultants in diesem Feld nehmen bestehende Anlagen auf, erfassen Geräte und Kommunikationswege, bewerten Schwachstellen und schreiben Risikoanalysen. Daraus entwickeln sie Konzepte für Netzsegmentierung, Fernwartungszugänge, Zugriffsrechte und Überwachung. Ein großer Teil der Arbeit ist Beratung zu Normen und Gesetzen: IEC 62443, ISO 27001, das IT-Sicherheitsgesetz, die KRITIS-Vorgaben des BSI und die NIS-2-Richtlinie. Dazu kommen Audits, Workshops mit Betriebsleitern und Instandhaltern, Schulungen sowie die Begleitung bei Sicherheitsvorfällen. Vieles geschieht vor Ort beim Kunden, manches im Büro am Bericht.

Wie wird man Consultant für OT-Sicherheit?

Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich ist ein Studium der Informatik, Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Mechatronik oder IT-Sicherheit. Gute Chancen haben auch Menschen, die aus der Praxis kommen: Elektroniker für Automatisierungstechnik, Techniker oder Ingenieure aus der Instandhaltung und Leittechnik, die sich in IT-Sicherheit weiterbilden. Umgekehrt wechseln IT-Sicherheitsfachleute in die OT, müssen dann aber Industrieprotokolle und Anlagenlogik lernen. Zertifikate wie ISA/IEC 62443 Cybersecurity Expert, GICSP, ISO 27001 Lead Auditor oder Prüfverfahrenskompetenz nach § 8a BSIG sind am Markt gefragt und werden oft berufsbegleitend erworben.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit verlangt Wissen aus zwei Welten, die sich selten verstehen. Betreiber von Anlagen denken in Verfügbarkeit und Sicherheit von Menschen und Maschinen, IT-Abteilungen in Vertraulichkeit und Updates. Consultants müssen zwischen beiden vermitteln und oft gegen Widerstand argumentieren, weil jede Änderung an einer laufenden Anlage Stillstand riskiert. Reisetätigkeit ist hoch, bei manchen Arbeitgebern drei bis vier Tage pro Woche beim Kunden. Begehungen finden in lauten, heißen oder staubigen Industrieumgebungen statt, mit Schutzausrüstung und Sicherheitsunterweisungen. Bei Vorfällen kann Bereitschaft am Wochenende anfallen. Projektdruck, wechselnde Kunden und umfangreiche Dokumentation gehören dazu. Das Fachgebiet verändert sich schnell, ständige Weiterbildung ist Pflicht und nicht immer in der Arbeitszeit zu schaffen.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen. NIS-2 und das KRITIS-Dachgesetz erweitern den Kreis der Unternehmen, die Sicherheitsmaßnahmen nachweisen müssen, deutlich, während erfahrene Fachleute knapp sind. Gesucht werden Leute von Beratungshäusern, Prüfgesellschaften, Anlagenherstellern und Betreibern selbst. Entwicklungswege führen zur Projekt- oder Teamleitung, in eine Spezialisierung etwa auf Energie, Wasser oder Chemie, zur Tätigkeit als Auditor oder Prüfer, in die Rolle eines OT-Sicherheitsbeauftragten im Konzern oder in die Selbstständigkeit.

Aufgaben

  • Anlagen, Steuerungen und Industrienetze vor Ort aufnehmen und dokumentieren
  • Risiko- und Schwachstellenanalysen für Produktions- und Versorgungsanlagen erstellen
  • Sicherheitskonzepte für Netzsegmentierung, Fernwartung und Zugriffsrechte entwickeln
  • Unternehmen bei der Umsetzung von IEC 62443, ISO 27001, KRITIS- und NIS-2-Vorgaben beraten
  • Audits und Prüfungen durchführen und Berichte schreiben
  • Workshops und Schulungen für Betriebspersonal und IT-Abteilungen halten
  • Bei Sicherheitsvorfällen in Industrieanlagen analysieren und Gegenmaßnahmen begleiten

Voraussetzungen

  • Studium in Informatik, Elektrotechnik, Automatisierungstechnik oder IT-Sicherheit oder vergleichbare Berufserfahrung als Techniker in der Automatisierung
  • Kenntnisse in Netzwerktechnik, Industrieprotokollen und Steuerungssystemen
  • Vertrautheit mit Normen und Regelwerken wie IEC 62443, ISO 27001 und BSI-Vorgaben
  • Sicheres Auftreten gegenüber Technikern und Management sowie klare schriftliche Ausdrucksweise
  • Hohe Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B
  • Gute Englischkenntnisse, oft auch eine Sicherheitsüberprüfung bei Kunden aus der kritischen Infrastruktur

Wo man arbeitet

  • IT-Sicherheits- und Unternehmensberatungen
  • Prüf- und Zertifizierungsgesellschaften
  • Hersteller von Automatisierungs- und Leittechnik
  • Energieversorger, Stadtwerke und Wasserbetriebe
  • Industrieunternehmen in Chemie, Pharma und Fertigung

Der Weg in den Beruf

Meist führt ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik, Elektrotechnik oder Automatisierungstechnik (drei bis fünf Jahre) in den Beruf, gefolgt von einigen Jahren Praxis in IT-Sicherheit oder Leittechnik. Quereinsteiger mit Ausbildung und Technikerabschluss in der Automatisierung schaffen den Wechsel über berufsbegleitende Zertifikate wie ISA/IEC 62443 oder GICSP.

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Offene Stellen
3
Monatsbrutto
4.200 – 9.500 €

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