Was macht man in Corporate Communications?
Die Unternehmenskommunikation ist für alles zuständig, was ein Unternehmen über sich selbst sagt, mit Ausnahme der reinen Produktwerbung. Dazu gehört die Pressearbeit: Pressemitteilungen schreiben, Anfragen von Journalistinnen und Journalisten beantworten, Interviews mit dem Vorstand vorbereiten und begleiten. Ein zweiter großer Teil ist die interne Kommunikation, also Beiträge fürs Intranet, Mitarbeitermagazine, Rundmails der Geschäftsführung und die Begleitung von Umstrukturierungen. Hinzu kommen Social-Media-Kanäle wie LinkedIn, Reden und Sprechzettel, Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte sowie die Abstimmung mit Rechtsabteilung, Personalwesen und Investor Relations. In vielen Firmen gehört die Krisenkommunikation dazu: Bei einem Rückruf, einem Datenleck oder einem Unfall muss schnell eine abgestimmte Stellungnahme vorliegen. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Abstimmung, denn kaum ein Text verlässt das Haus, ohne dass mehrere Stellen ihn freigegeben haben.
Wie wird man Kommunikationsreferentin oder -referent?
Eine Ausbildung im klassischen Sinn gibt es nicht. Üblich ist ein Studium, etwa Kommunikationswissenschaft, Journalismus, Public Relations, Germanistik, Politik- oder Wirtschaftswissenschaften. Danach folgt oft ein PR-Volontariat von zwölf bis vierundzwanzig Monaten in einem Unternehmen oder einer Agentur. Häufig ist der Quereinstieg aus dem Journalismus: Wer jahrelang in einer Redaktion gearbeitet hat, kennt die Gegenseite und wird gern eingestellt. Auch Fachleute aus der Branche selbst, etwa aus Technik oder Pharma, wechseln in die Kommunikation, wenn sie gut schreiben können. Berufsbegleitende Weiterbildungen bieten unter anderem die Deutsche Akademie für Public Relations und verschiedene PR-Institute an.
Was der Beruf verlangt
Wer hier arbeitet, muss sicher, schnell und verständlich schreiben können, oft auch auf Englisch. Wichtig ist die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte so zu formulieren, dass sie korrekt bleiben und trotzdem jemand sie lesen will. Die Arbeitszeiten sind im Alltag meist regulär, doch Pressetermine, Hauptversammlungen und vor allem Krisen halten sich nicht an Bürozeiten. In manchen Abteilungen gibt es Rufbereitschaft für Medienanfragen am Wochenende. Belastend ist für viele, dass die eigene Arbeit selten so erscheint, wie sie geschrieben wurde: Texte werden von Vorgesetzten und Juristen umformuliert, Themen gestrichen, Botschaften entschärft. Man vertritt die Position des Unternehmens auch dann, wenn man sie persönlich nicht teilt. Das erfordert Loyalität, Diskretion und eine gewisse Frustrationstoleranz.
Aussichten
Kommunikationsabteilungen gibt es in nahezu jedem größeren Unternehmen, in Verbänden, Behörden und Hochschulen. Der Bewerbermarkt ist allerdings dicht, gerade bei bekannten Arbeitgebern und für Einstiegsstellen. Gefragt sind Leute, die Text, Bewegtbild und Datenanalyse verbinden und mit Social Media umgehen können. Automatisierte Textwerkzeuge verändern das Handwerk: Routinetexte entstehen schneller, die strategische Beratung und das Gespür für heikle Themen gewinnen an Gewicht. Entwicklungswege führen zur Pressesprecherin oder zum Pressesprecher, zur Leitung der internen Kommunikation und bis zur Kommunikationsleitung mit Verantwortung für ein ganzes Team. Ein Wechsel in Agenturen oder in die Selbstständigkeit als Beraterin oder Berater ist ebenfalls verbreitet.