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Bildung & Soziales

DaF-Lehrkraft / Deutschlehrer

DaF-Lehrkräfte unterrichten Deutsch für Menschen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, etwa in Integrationskursen, Berufssprachkursen oder an Sprachschulen im In- und Ausland. Viele arbeiten auf Honorarbasis, feste Stellen sind seltener.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als DaF-Lehrkraft / Deutschlehrer verdient

3.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 2.700 bis 5.200 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.600 € 4.200 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Entscheidend ist die Beschäftigungsform: Festangestellte an Volkshochschulen werden oft nach TVöD bezahlt, beim Goethe-Institut gilt ein eigener, am TVöD orientierter Tarif, während private Sprachschulen frei verhandeln und Honorarkräfte pro Unterrichtseinheit ohne Bezahlung von Vorbereitung, Urlaub und Krankheit vergütet werden. Bei Maßnahmen nach SGB II und III gilt zusätzlich der Branchenmindestlohn für die Aus- und Weiterbildung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine DaF-Lehrkraft?

DaF-Lehrkräfte (Deutsch als Fremdsprache, oft auch Deutsch als Zweitsprache) bringen Erwachsenen und Jugendlichen die deutsche Sprache bei. Der Großteil der Arbeit findet in Gruppen statt: Integrationskurse für Zugewanderte, Berufssprachkurse für Pflegekräfte oder Handwerker, Abendkurse an der Volkshochschule, Intensivkurse für Studierende. Zum Alltag gehört das Planen von Unterrichtseinheiten, das Erklären von Grammatik, Aussprache- und Hörübungen, das Korrigieren von Texten und das Vorbereiten auf Prüfungen wie den Deutsch-Test für Zuwanderer oder telc- und Goethe-Zertifikate. Die Gruppen sind oft sehr gemischt: Akademikerinnen sitzen neben Menschen, die erst lesen und schreiben lernen. Dazu kommt Verwaltung wie Anwesenheitslisten, Kursdokumentation und Abstimmung mit Trägern. Viele Lehrkräfte nehmen auch Prüfungen ab oder beraten Teilnehmende zu Behördengängen und Ausbildung, obwohl das nicht zu ihren eigentlichen Aufgaben gehört.

Wie wird man DaF-Lehrkraft?

Der direkte Weg führt über ein Studium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, meist als Bachelor oder Master, angeboten an Universitäten wie Leipzig, München, Jena oder Bielefeld. Häufig ist der Quereinstieg: Wer ein anderes philologisches oder pädagogisches Studium abgeschlossen hat, etwa Germanistik, Lehramt oder eine Fremdsprachenphilologie, kann über eine Zusatzqualifizierung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Zulassung für Integrationskurse erwerben. Private Sprachschulen stellen teilweise auch Menschen ohne diese Zulassung ein, verlangen aber meist ein Studium und Unterrichtserfahrung. Wer Deutsch nicht als Erstsprache spricht, braucht in der Regel einen Nachweis auf Niveau C1 oder C2. Für Stellen im Ausland, etwa beim Goethe-Institut oder als DAAD-Lektorin, sind ein Masterabschluss und Auslandserfahrung üblich.

Was der Beruf verlangt

Der Unterricht verlangt Geduld, klare Erklärungen und die Fähigkeit, auf sehr unterschiedliche Lernstände gleichzeitig einzugehen. Manche Teilnehmende bringen Fluchterfahrungen, Sorgen um Aufenthalt und Familie oder Druck vom Jobcenter mit in den Kurs. Das ist emotional fordernd. Unterricht findet oft vormittags und abends statt, teils auch am Wochenende. Die größte Belastung ist für viele die Beschäftigungsform: Ein großer Teil der Lehrkräfte arbeitet freiberuflich auf Honorarbasis. Bezahlt wird nur die gehaltene Unterrichtsstunde, Vorbereitung, Korrekturen, Urlaub und Krankheit nicht. Kranken- und Rentenversicherung müssen selbst getragen werden. Kurse fallen aus, wenn die Gruppe nicht zustande kommt oder Fördermittel gekürzt werden, was die Planung schwierig macht.

Aussichten

Die Nachfrage nach Deutschunterricht ist durch Zuwanderung und die Anwerbung ausländischer Fachkräfte hoch, besonders in Integrations- und Berufssprachkursen. Gleichzeitig hängt das Angebot stark von politischen Entscheidungen und Bundesmitteln ab, sodass die Lage innerhalb weniger Jahre schwanken kann. Seit gerichtlichen Entscheidungen zur Scheinselbstständigkeit stellen einige Träger Lehrkräfte häufiger fest an. Entwicklungswege führen in die Kursleitung und Koordination, in die Prüferausbildung, in die Lehrwerkentwicklung, in die Fortbildung anderer Lehrkräfte oder ins Ausland. Mit einem Lehramtsabschluss ist auch der Wechsel an Schulen in Vorbereitungs- oder Willkommensklassen möglich.

Aufgaben

  • Unterrichtsstunden zu Grammatik, Wortschatz und Aussprache planen und halten
  • Lehrwerke und Arbeitsblätter an das Niveau der Gruppe anpassen
  • Texte und Tests korrigieren und Rückmeldung geben
  • Teilnehmende auf Sprachprüfungen wie DTZ, telc oder Goethe-Zertifikat vorbereiten
  • Prüfungen abnehmen und bewerten, sofern eine Prüferlizenz vorliegt
  • Anwesenheit und Kursverlauf für Träger und BAMF dokumentieren
  • Teilnehmende zu weiteren Kursen, Ausbildung oder Beratungsstellen weiterverweisen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium, bevorzugt Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, Germanistik oder Lehramt
  • Zulassung des BAMF für Integrationskurse, bei Quereinstieg über eine Zusatzqualifizierung
  • Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau C1, bei Muttersprachlern sicheres Sprachgefühl und Grammatikwissen
  • Geduld und Fähigkeit, Inhalte einfach und anschaulich zu erklären
  • Interkulturelle Sensibilität und Belastbarkeit im Umgang mit schwierigen Lebenslagen
  • Bei Honorartätigkeit Bereitschaft zu unregelmäßigem Einkommen und eigener Sozialversicherung

Wo man arbeitet

  • Volkshochschulen
  • Private Sprachschulen und Bildungsträger
  • Goethe-Institute im In- und Ausland
  • Sprachenzentren von Hochschulen
  • Unternehmen mit Firmenkursen für ausländische Beschäftigte
  • Schulen mit Vorbereitungs- oder Willkommensklassen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelorstudium Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (drei Jahre), häufig ergänzt durch einen zweijährigen Master. Quereinsteigende mit einem anderen geisteswissenschaftlichen oder pädagogischen Abschluss erwerben die BAMF-Zulassung über eine berufsbegleitende Zusatzqualifizierung, die einige Monate dauert.

Offene Stellen als DaF-Lehrkraft / Deutschlehrer

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