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Diabetologe

Diabetologinnen und Diabetologen sind Ärzte, die Menschen mit Diabetes mellitus und dessen Folgeerkrankungen behandeln. Sie stellen Therapien ein, schulen Patienten und begleiten sie oft über Jahre.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Diabetologe verdient

8.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 16.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.500 € 7.300 € 8.200 € 87.600 €
Mit Berufserfahrung 7.500 € 8.600 € 10.000 € 103.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 11.000 € 16.000 € 132.000 €

In Kliniken richtet sich das Gehalt nach dem TV-Ärzte/VKA oder dem TV-Ärzte/TdL an Unikliniken, bei kirchlichen und privaten Trägern nach eigenen Tarifwerken; Dienste und Bereitschaften kommen hinzu. Am stärksten auseinander gehen die Einkommen bei Niedergelassenen, deren Verdienst von Praxisgröße, Patientenzahl und Privatpatientenanteil abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Diabetologe?

Diabetologen behandeln Menschen mit Typ-1-, Typ-2- und Schwangerschaftsdiabetes sowie selteneren Diabetesformen. Im Mittelpunkt steht die Einstellung der Therapie: Blutzuckerprofile und HbA1c-Werte auswerten, Daten aus Glukosesensoren und Insulinpumpen auslesen, Insulindosen anpassen, Tabletten oder neuere Medikamente verordnen. Dazu kommt die Suche nach Folgeschäden an Nieren, Nerven, Augen, Gefäßen und Füßen. Das diabetische Fußsyndrom mit schlecht heilenden Wunden ist in vielen Praxen ein eigener Schwerpunkt. Ein großer Teil der Arbeit ist Gespräch: Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die Behandlung gelingt nur, wenn die Betroffenen sie im Alltag umsetzen. Diabetologen arbeiten eng mit Diabetesberaterinnen, Ernährungsfachkräften, Podologen und anderen Fachärzten zusammen und leiten Schulungsprogramme. In Schwerpunktpraxen fallen außerdem Dokumentation für Disease-Management-Programme und Abrechnung an.

Wie wird man Diabetologe?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation, das mindestens sechs Jahre dauert. Danach folgt eine Weiterbildung im Krankenhaus oder in Praxen. Ein Weg ist der Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie mit sechs Jahren Weiterbildung. Häufiger ist der Facharzt für Innere Medizin, Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendmedizin mit anschließender Zusatz-Weiterbildung Diabetologie bei der Landesärztekammer. Daneben vergibt die Deutsche Diabetes Gesellschaft die Qualifikation Diabetologe DDG, die in der Praxis verbreitet ist. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; wer ohne Studium mit Diabetes arbeiten möchte, findet in der Weiterbildung zur Diabetesberaterin einen eigenen Beruf.

Was der Beruf verlangt

Der Weg ist lang: Zwischen Studienbeginn und eigenständiger Tätigkeit liegen meist zwölf Jahre oder mehr, die Weiterbildungszeit in der Klinik bringt Nachtdienste, Wochenenddienste und hohe Arbeitsdichte mit sich. In der Schwerpunktpraxis sind die Arbeitszeiten geregelter, dafür ist der Takt hoch und die Bürokratie erheblich. Fachlich verlangt der Beruf Geduld und Ausdauer. Viele Patienten erreichen ihre Therapieziele nicht, Verhaltensänderungen gelingen selten schnell, Folgeschäden wie Amputationen oder Dialysepflicht lassen sich nicht immer verhindern. Das kann frustrierend sein. Die Technik entwickelt sich rasch, Sensoren, Pumpen und Closed-Loop-Systeme erfordern laufende Fortbildung. Wer sich niederlässt, trägt zudem unternehmerisches Risiko und Personalverantwortung.

Aussichten

In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Diabetes, die Zahl steigt mit dem Alter der Bevölkerung. Gleichzeitig gehen viele Diabetologen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, und die Fachgesellschaften warnen vor einer Versorgungslücke, besonders auf dem Land und in der Kinderdiabetologie. Die Nachfrage nach qualifizierten Ärzten ist entsprechend hoch. Entwicklungswege sind die Niederlassung in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis, die Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum, eine Oberarzt- oder Chefarztstelle in einer Klinik mit Diabeteszentrum sowie Forschung, Lehre oder eine Tätigkeit in der Pharma- und Medizintechnikindustrie.

Aufgaben

  • Blutzuckerwerte, HbA1c und Sensordaten auswerten
  • Insulintherapien und medikamentöse Behandlung einstellen und anpassen
  • Insulinpumpen und Glukosesensoren verordnen und einrichten
  • Untersuchungen auf Folgeschäden an Füßen, Nerven, Nieren und Gefäßen durchführen
  • Diabetische Fußwunden beurteilen und Behandlung koordinieren
  • Schwangere mit Schwangerschaftsdiabetes betreuen
  • Patientenschulungen leiten und mit Diabetesberatung abstimmen
  • Behandlungen für Disease-Management-Programme dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Arzt
  • Facharztanerkennung, meist in Innerer Medizin, Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendmedizin
  • Zusatz-Weiterbildung Diabetologie oder Facharzt für Endokrinologie und Diabetologie
  • Geduld und Gesprächsführung im Umgang mit chronisch Kranken
  • Bereitschaft zur laufenden Fortbildung in Medikamenten und Medizintechnik
  • Belastbarkeit während der Weiterbildung im Klinikdienst

Wo man arbeitet

  • Diabetologische Schwerpunktpraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Krankenhäuser mit Diabeteszentrum
  • Universitätskliniken
  • Rehabilitationskliniken
  • Pharma- und Medizintechnikunternehmen

Der Weg in den Beruf

Nach mindestens sechs Jahren Medizinstudium und der Approbation folgt eine fünf- bis sechsjährige Facharztweiterbildung, meist in der Inneren Medizin. Abgeschlossen wird entweder mit dem Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie oder mit der Zusatz-Weiterbildung Diabetologie der Landesärztekammer, ergänzend ist die Qualifikation Diabetologe DDG verbreitet.

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