Dozent für Industriemeister
Dozentinnen und Dozenten für Industriemeister unterrichten Fachkräfte, die sich bei IHK-nahen Bildungsträgern auf die Prüfung zum Industriemeister vorbereiten, etwa in den Fachrichtungen Metall, Elektrotechnik oder Chemie. Sie verbinden technisches Fachwissen mit Erfahrung aus der Führung im Betrieb.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Dozent für Industriemeister verdient
4.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.300 bis 6.300 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.400 € | 5.200 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.100 € | 6.300 € | 61.200 € |
Entscheidend ist, ob man fest angestellt oder auf Honorarbasis tätig ist: Honorardozenten erhalten je nach Fach und Region meist zwischen 35 und 70 Euro pro Unterrichtseinheit, tragen aber Sozialabgaben, Ausfälle und Vorbereitungszeit selbst. Feste Stellen bei kommunalen Trägern oder Schulen werden nach TVöD oder TV-L bezahlt, bei privaten Bildungsträgern wird meist frei verhandelt, für öffentlich geförderte Maßnahmen gilt der Branchenmindestlohn Aus- und Weiterbildung.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Dozent für Industriemeister?
Dozenten für Industriemeister bereiten Facharbeiterinnen und Facharbeiter auf die IHK-Prüfung vor. Die meisten unterrichten einzelne Fächer, selten den ganzen Lehrgang. In den Basisqualifikationen geht es um Arbeitsrecht, Betriebswirtschaft, Kostenrechnung, Kommunikation, Zusammenarbeit im Betrieb sowie naturwissenschaftliche und technische Grundlagen. Bei den handlungsspezifischen Qualifikationen stehen je nach Fachrichtung Betriebstechnik, Fertigungstechnik, Montagetechnik, Qualitätsmanagement, Arbeits- und Umweltschutz oder Personalführung auf dem Plan. Zum Alltag gehören Unterrichtsvorbereitung, Tafelbild und Präsentation, das Durchrechnen von Übungsaufgaben und das Korrigieren von Probeklausuren. Ein großer Teil der Arbeit gilt den Situationsaufgaben und dem Fachgespräch, die in der Prüfung verlangt werden. Viele Dozenten sitzen zusätzlich ehrenamtlich in IHK-Prüfungsausschüssen. Der Unterricht findet zunehmend auch online oder hybrid statt.
Wie wird man Dozent für Industriemeister?
Eine eigene Ausbildung zu diesem Beruf gibt es nicht. Fast alle kommen als Quereinsteiger aus der Industrie. Üblich ist ein Abschluss als Industriemeister oder staatlich geprüfter Techniker, ein Ingenieurstudium oder für kaufmännische und rechtliche Fächer ein Studium der Betriebswirtschaft oder Rechtswissenschaft. Erwartet werden mehrere Jahre Berufspraxis, am besten mit Führungsverantwortung. Die Ausbildereignung nach AEVO ist bei vielen Bildungsträgern Standard, dazu kommen oft Train-the-Trainer-Kurse oder eine pädagogische Weiterbildung. Der Einstieg gelingt häufig nebenberuflich mit einzelnen Abendkursen.
Was der Beruf verlangt
Die meisten Lehrgänge laufen berufsbegleitend, also abends nach Feierabend und am Samstag. Wer davon lebt, arbeitet regelmäßig dann, wenn andere frei haben. Die Teilnehmenden kommen müde aus der Schicht, haben sehr unterschiedliche Vorkenntnisse und stehen unter Druck, weil sie Geld und Freizeit in die Prüfung stecken. Gefragt sind Geduld, klare Erklärungen und die Fähigkeit, Mathematik oder Recht auch für Menschen verständlich zu machen, die lange nicht mehr gelernt haben. Ein großer Teil der Dozenten arbeitet auf Honorarbasis. Das bedeutet schwankende Auslastung, kein Geld bei ausgefallenen Kursen oder Krankheit, eigene Altersvorsorge und als selbstständige Lehrkraft in der Regel Rentenversicherungspflicht. Vorbereitungszeit wird meist nicht gesondert bezahlt. Festanstellungen sind seltener und oft mit Organisations- und Verwaltungsaufgaben verbunden.
Aussichten
Industriebetriebe suchen Meister für die Führung in Produktion und Instandhaltung, und das Aufstiegs-BAföG macht die Weiterbildung für viele finanzierbar. Die Nachfrage nach Lehrgängen ist deshalb stabil, schwankt aber mit der Konjunktur und regional mit der Industriedichte. Zugleich gehen viele erfahrene Dozenten in den Ruhestand, was gute Einstiegschancen schafft. Entwicklungswege führen zur Lehrgangsleitung, in die Fachbereichsleitung eines Bildungsträgers, in die Prüfungsarbeit bei der IHK oder in die betriebliche Weiterbildung großer Unternehmen. Wer das Lehramt an beruflichen Schulen anstrebt, braucht dafür in der Regel ein entsprechendes Studium oder einen Seiteneinstieg mit Referendariat.
Aufgaben
- Unterricht in Fächern wie Betriebstechnik, Kostenrechnung, Arbeitsrecht oder Personalführung halten
- Lehrpläne nach dem IHK-Rahmenplan in Unterrichtseinheiten umsetzen
- Übungsaufgaben, Probeklausuren und Situationsaufgaben erstellen und korrigieren
- Teilnehmende auf das Fachgespräch und die mündliche Prüfung vorbereiten
- Lernmaterialien und Präsentationen aktualisieren
- Online- und Hybridunterricht über Lernplattformen durchführen
- In IHK-Prüfungsausschüssen mitwirken
Voraussetzungen
- Abschluss als Industriemeister, staatlich geprüfter Techniker, Ingenieur oder ein passendes Studium
- Mehrjährige Berufserfahrung in der Industrie, möglichst mit Führungsverantwortung
- Ausbildereignung nach AEVO, oft zusätzlich pädagogische Weiterbildung
- Fähigkeit, Fachinhalte für Erwachsene mit unterschiedlichem Vorwissen verständlich zu erklären
- Bereitschaft zu Unterricht am Abend und am Samstag
- Sicherer Umgang mit Präsentations- und Lernplattformsoftware
Wo man arbeitet
- IHK-Bildungszentren
- Private Bildungsträger und Weiterbildungsakademien
- Fachschulen und Technikerschulen
- Betriebliche Weiterbildungsabteilungen großer Industrieunternehmen
- Online-Akademien für berufliche Weiterbildung
Der Weg in den Beruf
Es gibt keine geregelte Ausbildung; üblich ist ein Abschluss als Industriemeister, Techniker oder Ingenieur mit mehreren Jahren Industriepraxis. Dazu kommt meist der AEVO-Schein, der in einem Kurs von etwa zwei bis vier Wochen erworben wird. Viele steigen zunächst nebenberuflich mit einzelnen Lehrgangsfächern ein.
Offene Stellen als Dozent für Industriemeister
In der Suche fortsetzenDozent für Industriemeister – HQ Metall (m/w/d) (Home Office) als Freiberufler
Dozent für Industriemeister – HQ Elektrotechnik (m/w/d) (Home Office) als Freiberufler
Verwandte Berufe
Industriemeister
Industriemeister führen in Industriebetrieben eine Produktionsabteilung oder Schicht, planen Personal und Abläufe und sind für Qualität, Kosten und Arbeitssicherheit verantwortlich. Sie bilden das Bindeglied zwischen Fertigung und Betriebsleitung.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.600 – 6.800 €
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