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Gesundheit & Pflege

Facharzt/ -ärztin für Neurologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie erkennen und behandeln Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskulatur, etwa Schlaganfall, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson. Sie arbeiten in Kliniken, Rehaeinrichtungen oder eigener Praxis.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt/ -ärztin für Neurologie verdient

7.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 13.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.700 € 7.000 € 7.400 € 84.000 €
Mit Berufserfahrung 7.300 € 7.900 € 8.700 € 94.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.000 € 13.000 € 120.000 €

An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, beide vom Marburger Bund verhandelt; die Spanne ist dort eng und steigt mit Berufsjahren und Oberarztposition, Bereitschaftsdienste bringen deutlich mehr. In privaten Klinikketten wird teils nach Haustarif bezahlt, in eigener Praxis hängt das Einkommen stark von Patientenzahl, Privatanteil und Kosten ab und kann weit über oder unter den Klinikwerten liegen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Neurologie?

Im Mittelpunkt steht die neurologische Untersuchung: Reflexe prüfen, Kraft, Gefühl, Koordination und Sprache testen, Pupillen und Augenbewegungen beurteilen. Daraus entsteht eine Verdachtsdiagnose, die mit Zusatzuntersuchungen abgesichert wird. Dazu gehören das Ableiten von EEG, das Messen der Nervenleitgeschwindigkeit, Elektromyografie, Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße und die Lumbalpunktion zur Gewinnung von Nervenwasser. CT- und MRT-Bilder werden gemeinsam mit der Radiologie ausgewertet. In der Klinik ist die Akutversorgung von Schlaganfällen ein großer Teil der Arbeit: Auf der Stroke Unit zählt jede Minute, Entscheidungen über eine Thrombolyse oder die Verlegung zur Thrombektomie fallen unter Zeitdruck. Daneben werden chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Epilepsie, Demenz oder Polyneuropathien langfristig begleitet, Medikamente eingestellt und Nebenwirkungen überwacht. Gespräche mit Patienten und Angehörigen über fortschreitende, oft nicht heilbare Krankheiten gehören ebenso dazu wie Arztbriefe, Gutachten und Dokumentation.

Wie wird man Facharzt für Neurologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und die Approbation. Der Studienplatz ist zulassungsbeschränkt, entscheidend sind Abiturnote, Medizinertest und gegebenenfalls Wartezeit oder Landarztquote. Danach folgt die Weiterbildung als Assistenzarzt, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern 48 Monate dauert, davon ein Teil auch in Psychiatrie oder auf einer Intensivstation angerechnet werden kann. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachrichtungen können wechseln, müssen aber die Weiterbildungszeiten weitgehend nachholen.

Was der Beruf verlangt

In Kliniken gehören Nachtdienste, Wochenend- und Bereitschaftsdienste zum Alltag, besonders in Häusern mit Stroke Unit. Die Arbeitsdichte ist hoch, Überstunden sind verbreitet, und ein erheblicher Teil der Zeit geht in Dokumentation und Verwaltung. Fachlich verlangt die Neurologie genaues Beobachten und logisches Kombinieren, weil viele Symptome unspezifisch sind. Emotional belastend ist der häufige Umgang mit schweren Verläufen: junge Menschen mit Multipler Sklerose, Patienten mit ALS oder schwerer Hirnschädigung nach Schlaganfall, Gespräche über Therapiebegrenzung am Lebensende. Wer sich niederlässt, trägt zusätzlich wirtschaftliche Verantwortung, muss Personal führen und mit Budgets der Kassenärztlichen Vereinigung umgehen. Körperlich ist der Beruf weniger fordernd als chirurgische Fächer, langes Stehen und Gehen auf Station fällt aber an.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen. Eine älter werdende Bevölkerung bedeutet mehr Schlaganfälle, Demenzen und Parkinson-Erkrankungen, gleichzeitig wachsen die Behandlungsmöglichkeiten etwa bei Multipler Sklerose oder in der Schlaganfalltherapie. Viele Kliniken suchen Fachärzte, in ländlichen Regionen sind Termine bei niedergelassenen Neurologen oft erst nach Monaten zu bekommen. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt, in die eigene Praxis oder ein Medizinisches Versorgungszentrum, in die Rehabilitation oder in Forschung und Pharmaindustrie. Zusatzbezeichnungen wie Intensivmedizin, Schlafmedizin, Geriatrie oder Palliativmedizin sowie Zertifikate der Fachgesellschaften, etwa für Epileptologie oder Neurophysiologie, eröffnen weitere Spezialisierungen.

Aufgaben

  • Patienten neurologisch untersuchen und Befunde dokumentieren
  • EEG, Nervenleitmessungen und Gefäßultraschall durchführen und auswerten
  • Lumbalpunktionen vornehmen und Nervenwasserbefunde beurteilen
  • Schlaganfallpatienten akut versorgen und über Thrombolyse entscheiden
  • Medikamente bei Epilepsie, Parkinson oder Multipler Sklerose einstellen
  • Patienten und Angehörige über Diagnose und Verlauf aufklären
  • Arztbriefe, Gutachten und Therapiepläne schreiben
  • Assistenzärzte anleiten und in Teambesprechungen Fälle vorstellen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Arzt
  • Facharztanerkennung für Neurologie durch die Landesärztekammer
  • Analytisches Denken und genaue Beobachtungsgabe
  • Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck in Notfällen
  • Einfühlungsvermögen und Gesprächsführung bei schweren Diagnosen
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten
  • Sehr gute Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser mit neurologischer Abteilung oder Stroke Unit
  • Universitätskliniken
  • Neurologische Rehabilitationskliniken
  • Niedergelassene Facharztpraxen und Medizinische Versorgungszentren
  • Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen
  • Gutachterdienste und Versicherungen

Der Weg in den Beruf

Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt eine mindestens 48-monatige Weiterbildung als Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der zuständigen Landesärztekammer.

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