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Gesundheit & Pflege

Facharzt/ -ärztin Neurologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie erkennen und behandeln Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark, Nerven und Muskeln, etwa Schlaganfall, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson. Sie arbeiten in Kliniken, Rehaeinrichtungen oder in eigener Praxis.

34 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt/ -ärztin Neurologie verdient

8.100 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.700 € 7.100 € 7.800 € 85.200 €
Mit Berufserfahrung 7.500 € 8.100 € 9.000 € 97.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.800 € 10.500 € 15.000 € 126.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, bei privaten Trägern Haustarife mit dem Marburger Bund; Bereitschaftsdienste werden zusätzlich vergütet und können das Einkommen deutlich erhöhen. Oberarzt- und Chefarztpositionen sowie die Niederlassung mit eigener Praxis bringen die größte Spreizung, dort hängt das Einkommen stark von Vertrag, Patientenzahl und Privatpatientenanteil ab.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt oder eine Fachärztin für Neurologie?

Neurologinnen und Neurologen befassen sich mit Krankheiten des zentralen und peripheren Nervensystems. Am Anfang steht fast immer die neurologische Untersuchung: Reflexe prüfen, Kraft, Gefühl, Koordination und Gleichgewicht testen, Sprache und Augenbewegungen beurteilen. Darauf folgen apparative Verfahren wie EEG, Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, Elektromyografie und Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße. CT- und MRT-Bilder werden gemeinsam mit der Radiologie ausgewertet, Nervenwasser wird per Lumbalpunktion entnommen. In der Klinik ist die Akutversorgung ein großer Teil der Arbeit: Bei einem Schlaganfall entscheidet die Neurologin auf der Stroke Unit innerhalb von Minuten über eine Lyse oder eine Thrombektomie. Hinzu kommen epileptische Anfälle, Hirnhautentzündungen und Lähmungen unklarer Ursache. Viele Patientinnen und Patienten haben chronische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Demenz oder Migräne und werden über Jahre begleitet, medikamentös eingestellt und beraten. Arztbriefe, Befunde und Gutachten nehmen viel Zeit ein.

Wie wird man Facharzt oder Fachärztin für Neurologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von etwa sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die fachärztliche Weiterbildung, die nach der Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer mindestens fünf Jahre dauert. Sie findet als angestellte Assistenzärztin oder angestellter Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte statt und umfasst neben der Neurologie auch Abschnitte in der Psychiatrie und der Intensivmedizin. Am Ende steht eine mündliche Facharztprüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachrichtungen können sich Weiterbildungszeiten teilweise anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

In Kliniken gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste zum Alltag, oft mit hoher Belastung in der Notaufnahme und auf der Stroke Unit. Entscheidungen fallen unter Zeitdruck und mit großer Tragweite. Schwer ist für viele der Umgang mit Krankheiten, die sich nicht heilen lassen: Gespräche über eine ALS-Diagnose, über fortschreitende Demenz oder dauerhafte Lähmungen nach einem Schlaganfall verlangen Geduld und emotionale Stabilität. Das Fach erfordert genaues Beobachten und logisches Denken, weil sich Ursachen oft erst aus vielen kleinen Befunden ergeben. Dokumentationspflichten und Personalmangel auf den Stationen führen häufig zu Überstunden. Der Weg zum Facharzt ist lang, und das Einkommen liegt in der Weiterbildung deutlich niedriger als danach.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst. Mit der alternden Bevölkerung nehmen Schlaganfälle, Parkinson und Demenzerkrankungen zu, und viele Kliniken suchen Fachärztinnen und Fachärzte. Auch neue Therapien bei Multipler Sklerose oder Migräne erhöhen den Beratungsbedarf. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt, in die Forschung an Universitätskliniken oder in die Niederlassung. Für eine eigene Praxis mit Kassenzulassung gilt die Bedarfsplanung, in manchen Regionen sind Sitze knapp, auf dem Land dagegen oft frei. Zusatzweiterbildungen etwa in Intensivmedizin, Schlafmedizin, Geriatrie oder spezielle Schmerztherapie eröffnen weitere Schwerpunkte. Arbeit in Reha-Kliniken und als Gutachterin bietet geregeltere Arbeitszeiten.

Aufgaben

  • Patientinnen und Patienten neurologisch untersuchen und Befunde dokumentieren
  • EEG, Elektromyografie und Nervenleitmessungen durchführen und auswerten
  • Schlaganfälle in der Notaufnahme und auf der Stroke Unit akut behandeln
  • Lumbalpunktionen vornehmen und Nervenwasser auswerten lassen
  • CT- und MRT-Bilder gemeinsam mit der Radiologie beurteilen
  • Medikamente bei Epilepsie, Parkinson oder Multipler Sklerose einstellen
  • Diagnosen erklären und Angehörige beraten
  • Arztbriefe, Gutachten und Weiterbildungsnachweise schreiben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und ärztliche Approbation
  • Mindestens fünfjährige Weiterbildung und bestandene Facharztprüfung vor der Landesärztekammer
  • Sorgfältiges Beobachten und analytisches Denken
  • Belastbarkeit bei Nacht- und Bereitschaftsdiensten
  • Einfühlungsvermögen im Umgang mit schweren und chronischen Erkrankungen
  • Sehr gute Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung

Wo man arbeitet

  • Krankenhäuser mit neurologischer Fachabteilung
  • Universitätskliniken
  • Neurologische Reha-Kliniken
  • Facharztpraxen und Medizinische Versorgungszentren
  • Gutachterdienste und Versicherungen

Der Weg in den Beruf

Nach einem etwa sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung als Assistenzärztin oder Assistenzarzt in einer zugelassenen Klinik. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer, insgesamt dauert der Weg also rund elf Jahre.

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