Facharzt der Inneren Medizin Akut-und Notfallmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin mit der Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin versorgen in der Notaufnahme eines Krankenhauses akut erkrankte und verletzte Menschen. Sie erkennen lebensbedrohliche Zustände, stabilisieren Patienten und entscheiden über die weitere Behandlung.
128 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt der Inneren Medizin Akut-und Notfallmedizin verdient
7.600 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.300 bis 13.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.300 € | 6.800 € | 7.400 € | 81.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.000 € | 7.600 € | 8.600 € | 91.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 9.800 € | 13.000 € | 117.600 € |
In den meisten Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA (kommunale Häuser) oder der TV-Ärzte/TdL (Universitätskliniken), bei kirchlichen Trägern die AVR, bei privaten Konzernen eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund; entscheidend sind Entgeltgruppe (Facharzt, Oberarzt, leitender Oberarzt) und Berufsjahre. Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste sind in diesem Beruf erheblich und nicht eingerechnet, Chefarztverträge werden frei verhandelt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Innere Medizin mit Akut- und Notfallmedizin?
Der Arbeitsplatz ist fast immer die Zentrale Notaufnahme eines Krankenhauses. Dort kommen Menschen mit Brustschmerz, Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Blutungen, Sepsis, Herzrhythmusstörungen oder entgleistem Blutzucker an, oft gleichzeitig und ohne Vorankündigung. Nach der Ersteinschätzung durch die Pflege untersucht die Ärztin oder der Arzt, ordnet Labor, EKG, Blutgasanalyse und Bildgebung an, macht selbst Ultraschall am Bett und beginnt die Therapie. Dazu gehören Reanimation, Atemwegssicherung, nicht-invasive Beatmung, das Legen zentraler Zugänge und die Gabe kreislaufwirksamer Medikamente. Am Ende jedes Falls steht eine Entscheidung: Aufnahme auf Normal- oder Intensivstation, Verlegung, Herzkatheter oder Entlassung nach Hause. Dazwischen liegen Gespräche mit Angehörigen, Absprachen mit Chirurgie, Neurologie und Radiologie, die Anleitung von Assistenzärzten und eine lückenlose Dokumentation.
Wie wird man Facharzt für Innere Medizin mit Akut- und Notfallmedizin?
Am Anfang steht ein Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation. Es folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin, die mindestens 72 Monate dauert und als angestellter Assistenzarzt in Kliniken absolviert wird. Darauf baut die Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin auf: in der Regel 24 Monate in einer Notaufnahme mit Weiterbildungsbefugnis, ergänzt um die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin, die für den Notarztdienst qualifiziert. Teile können je nach Landesärztekammer angerechnet werden, etwa Zeiten in der Intensivmedizin. Abgeschlossen wird mit einer Prüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland brauchen eine Anerkennung ihrer Approbation und gute Deutschkenntnisse.
Was der Beruf verlangt
Die Notaufnahme läuft rund um die Uhr. Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören fest dazu, ebenso Schichten, in denen der Warteraum voll ist und Betten auf den Stationen fehlen. Viele Notaufnahmen sind dauerhaft überlastet, Personalmangel bei Ärzten und Pflege ist verbreitet. Entscheidungen fallen unter Zeitdruck und mit unvollständigen Informationen, Fehler können schwere Folgen haben. Hinzu kommen verbale und teils körperliche Übergriffe durch Patienten oder Angehörige, der Umgang mit Sterbenden und belastende Bilder nach Unfällen oder Reanimationen. Wer hier arbeitet, braucht ein breites Wissen über die gesamte Innere Medizin, sicheres praktisches Handeln, Ruhe in Ausnahmesituationen und die Fähigkeit, ein Team zu führen. Die lange Ausbildungszeit von insgesamt mehr als vierzehn Jahren nach dem Abitur ist ebenfalls zu bedenken.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Die Zahl der Notfälle steigt seit Jahren, und mit der Reform der Notfallversorgung sollen Notaufnahmen künftig verpflichtend fachärztlich mit dieser Zusatzqualifikation besetzt sein. Freie Stellen gibt es bundesweit, besonders außerhalb der Großstädte. Der übliche Weg führt über die Funktion als Facharzt zur Oberärztin oder zum Oberarzt der Notaufnahme und weiter zur ärztlichen Leitung einer Zentralen Notaufnahme. Weitere Möglichkeiten sind die Tätigkeit als Notärztin im Rettungsdienst, als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, in der Intensivmedizin oder in der Lehre an Universitätskliniken.
Aufgaben
- Patienten in der Notaufnahme untersuchen und nach Dringlichkeit behandeln
- Labor, EKG, Ultraschall und weitere Bildgebung anordnen und auswerten
- Reanimationen leiten und lebensbedrohliche Zustände stabilisieren
- Zentrale Zugänge legen, Atemwege sichern und Patienten beatmen
- Über Aufnahme, Verlegung oder Entlassung entscheiden
- Mit anderen Fachabteilungen, Rettungsdienst und Intensivstation abstimmen
- Assistenzärzte anleiten und im Dienst fachlich verantworten
- Befunde, Therapien und Aufklärungsgespräche dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
- Facharztanerkennung für Innere Medizin
- Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin sowie Notfallmedizin
- Belastbarkeit bei Zeitdruck, Lärm und hohem Patientenaufkommen
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten
- Sichere Entscheidungsfähigkeit und Führung im Team
- Sehr gute Deutschkenntnisse für Anamnese und Angehörigengespräche
Wo man arbeitet
- Zentrale Notaufnahmen in Krankenhäusern
- Universitätskliniken
- Kommunale, kirchliche und private Klinikverbünde
- Intensivstationen und Aufnahmestationen
- Rettungsdienst und Notarztstandorte
Der Weg in den Beruf
Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt die mindestens sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin. Darauf baut die Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin auf, die in der Regel 24 Monate in einer Notaufnahme umfasst und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer endet.
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