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Gesundheit & Pflege

Facharzt der Psychiatrie und Psychotherapie

Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie erkennen und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen oder Angststörungen. Sie verbinden medikamentöse Behandlung mit Psychotherapie und arbeiten in Kliniken, Praxen und sozialpsychiatrischen Diensten.

32 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt der Psychiatrie und Psychotherapie verdient

8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 14.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.700 € 7.100 € 7.600 € 85.200 €
Mit Berufserfahrung 7.400 € 8.000 € 8.800 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.000 € 14.000 € 120.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte TdL, beide vom Marburger Bund verhandelt; die Spanne ergibt sich vor allem aus den Stufen nach Berufsjahren, Bereitschaftsdienste werden zusätzlich vergütet. Stark abweichend sind Chefarztverträge und die Niederlassung, wo das Einkommen von Kassenzulassung, Privatpatientenanteil und Gutachtertätigkeit abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt der Psychiatrie und Psychotherapie?

Im Mittelpunkt steht das Gespräch. Zu Beginn einer Behandlung erhebt der Arzt die Krankengeschichte, prüft den psychischen Befund, schließt körperliche Ursachen aus und stellt eine Diagnose nach ICD. Danach folgt die Behandlung: Medikamente wie Antidepressiva oder Neuroleptika einstellen und Nebenwirkungen überwachen, Einzel- und Gruppentherapie führen, Angehörige einbeziehen. In der Klinik kommen Visiten, Teambesprechungen mit Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Ergotherapie sowie die Arbeit auf geschützten Stationen hinzu. Dazu gehören auch akute Krisen: Suizidalität einschätzen, Menschen in einer Psychose versorgen, über Unterbringungen nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz oder dem Betreuungsrecht mitentscheiden. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fließt in Dokumentation, Arztbriefe und Gutachten, etwa für Gerichte, Rentenversicherungen oder Krankenkassen.

Wie wird man Facharzt der Psychiatrie und Psychotherapie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren und die Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten an zugelassenen Weiterbildungsstätten. Sie umfasst in der Regel stationäre psychiatrische Versorgung, ein Jahr Neurologie sowie eine strukturierte psychotherapeutische Weiterbildung mit Theorie, Selbsterfahrung, Fallarbeit und Supervision, meist in Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Die genauen Inhalte regelt die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer. Am Ende steht eine mündliche Facharztprüfung vor der Ärztekammer. Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachgebieten können wechseln; Teile ihrer bisherigen Weiterbildung werden unter Umständen angerechnet. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Wer ausschließlich psychotherapeutisch arbeiten möchte, kann alternativ den Weg zum Psychologischen Psychotherapeuten wählen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich wenig fordernd, seelisch aber erheblich. Täglich geht es um Leid, Gewalterfahrungen, Sucht und Suizidgedanken; Patientinnen und Patienten sterben trotz Behandlung durch Suizid. In der Akutpsychiatrie kommt es zu aggressivem Verhalten und zu Zwangsmaßnahmen, die ethisch belastend sind. Kliniken arbeiten mit Nacht- und Wochenenddiensten sowie Rufbereitschaft. Viele Stationen sind knapp besetzt, was Zeit für Gespräche kostet und Dokumentationsdruck erhöht. Gefragt sind Geduld, Abgrenzungsfähigkeit, ein ruhiges Auftreten in Krisen und die Bereitschaft, die eigene Arbeit regelmäßig in Supervision zu reflektieren. Die Weiterbildung ist lang und verlangt neben dem Klinikalltag viel Zeit für Selbsterfahrung und Theorie, die teils selbst finanziert wird.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und dürfte hoch bleiben. Psychische Erkrankungen werden häufiger diagnostiziert, Wartezeiten auf Behandlungsplätze sind lang, und viele Kliniken suchen Fachärzte, besonders außerhalb der Großstädte. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt, in die Niederlassung mit eigener Praxis oder in ein Medizinisches Versorgungszentrum. Möglich sind Spezialisierungen etwa in Suchtmedizin, forensischer Psychiatrie, Gerontopsychiatrie oder Psychosomatik, ebenso Tätigkeiten als Gutachter, im Maßregelvollzug, in der Forschung oder im öffentlichen Gesundheitsdienst. Eine Kassenzulassung ist in vielen Planungsbereichen nur über den Kauf eines bestehenden Sitzes zu bekommen.

Aufgaben

  • Psychischen Befund erheben und Diagnosen stellen
  • Medikamente verordnen, einstellen und Nebenwirkungen überwachen
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie durchführen
  • Suizidalität und Fremdgefährdung in Krisen einschätzen
  • Visiten und Fallbesprechungen im multiprofessionellen Team leiten
  • Angehörige beraten und in die Behandlung einbeziehen
  • Arztbriefe, Befunde und Gutachten für Gerichte oder Versicherungen schreiben
  • Assistenzärzte anleiten und Nacht- sowie Bereitschaftsdienste übernehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und deutsche Approbation
  • Facharztanerkennung durch die Landesärztekammer nach fünfjähriger Weiterbildung
  • Sehr gute Deutschkenntnisse, da Diagnostik und Therapie über Sprache laufen
  • Psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Abgrenzung
  • Ruhe und Entscheidungsfähigkeit in akuten Krisensituationen
  • Bereitschaft zu Schicht- und Bereitschaftsdiensten in der Klinik
  • Bereitschaft zu Selbsterfahrung und regelmäßiger Supervision

Wo man arbeitet

  • Psychiatrische Fachkliniken und psychiatrische Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Psychiatrische und psychotherapeutische Praxen sowie Medizinische Versorgungszentren
  • Forensische Kliniken und Maßregelvollzug
  • Sozialpsychiatrische Dienste und Gesundheitsämter
  • Rehabilitations- und Suchtkliniken

Der Weg in den Beruf

Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung in Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie an zugelassenen Kliniken. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer; insgesamt dauert der Weg damit rund elf Jahre.

Offene Stellen als Facharzt der Psychiatrie und Psychotherapie

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