Facharzt Diabetologie
Fachärztinnen und Fachärzte mit Schwerpunkt Diabetologie behandeln Menschen mit Diabetes mellitus und dessen Folgeerkrankungen. Sie arbeiten in Schwerpunktpraxen, Kliniken und Ambulanzen und begleiten Patienten oft über viele Jahre.
8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Diabetologie verdient
8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.300 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.300 € | 6.900 € | 7.600 € | 82.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.300 € | 8.000 € | 9.000 € | 96.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.800 € | 10.500 € | 15.000 € | 126.000 € |
An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, beide vom Marburger Bund verhandelt, mit festen Stufen nach Berufsjahren; Bereitschaftsdienste kommen zusätzlich hinzu. In der Niederlassung hängt das Einkommen stark von Patientenzahl, Kassenverträgen und Praxiskosten ab und kann deutlich über oder unter den Klinikwerten liegen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Diabetologie?
Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes und selteneren Diabetesformen. Zum Alltag gehören Anamnese, körperliche Untersuchung und die Auswertung von Laborwerten wie HbA1c, Nierenwerten und Blutfetten. Diabetologen stellen Therapien ein und passen sie an: Tabletten, Insulin, neuere Wirkstoffe wie GLP-1-Analoga, Insulinpumpen und Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung. Sie lesen Sensordaten aus, besprechen Werte mit den Patienten und suchen nach Ursachen für Unter- und Überzuckerungen. Ein großer Teil der Arbeit ist Vorsorge gegen Folgeschäden: Füße auf Verletzungen und Nervenschäden untersuchen, auf Nieren-, Augen- und Gefäßkomplikationen achten und mit Augenärzten, Nephrologen, Gefäßchirurgen und Podologen zusammenarbeiten. In Schwerpunktpraxen leiten Diabetologen ein Team aus Diabetesberaterinnen und Medizinischen Fachangestellten, organisieren Schulungen und dokumentieren für Disease-Management-Programme. In Kliniken kommen die Behandlung entgleister Stoffwechsellagen, Konsile auf anderen Stationen und die Betreuung diabetischer Fußwunden hinzu.
Wie wird man Facharzt für Diabetologie?
Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von gut sechs Jahren, das mit dem Staatsexamen und der Approbation endet. Danach folgt eine Weiterbildung als Assistenzarzt. Am direktesten führt der Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie zum Ziel, der sechs Jahre dauert und neben Diabetes auch Hormonerkrankungen umfasst. Häufiger ist der Weg über einen anderen Facharzt, etwa Innere Medizin, Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendmedizin, ergänzt um die Zusatz-Weiterbildung Diabetologie bei der Landesärztekammer. Daneben gibt es die Qualifikation Diabetologe DDG der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die für viele Schwerpunktpraxen und Verträge mit Krankenkassen wichtig ist. Alles zusammen dauert vom Studienbeginn an meist zwölf Jahre oder länger. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Diabetes ist eine chronische Krankheit, deren Verlauf stark vom Verhalten der Betroffenen abhängt. Diabetologen brauchen Geduld, wenn Patienten Ratschläge nicht umsetzen, und müssen ohne Vorwürfe über Gewicht, Ernährung und Bewegung sprechen können. Gespräche mit Menschen nach Amputationen oder mit Dialysepflicht gehören dazu. Die Technik ändert sich schnell, ständig kommen neue Sensoren, Pumpen und Apps hinzu, was laufende Fortbildung erfordert. In der Praxis ist der Anteil an Dokumentation und Abrechnung hoch, und volle Wartezimmer lassen wenig Zeit pro Patient. In der Klinik fallen während der Weiterbildung Nacht- und Wochenenddienste an, oft in der allgemeinen Inneren Medizin. Die Weiterbildungsjahre sind arbeitsintensiv und schlechter bezahlt als die Zeit danach. Der Fachbereich selbst ist dagegen gut planbar und vor allem ambulant tätig.
Aussichten
In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Diabetes, und die Zahl steigt mit dem Alter der Bevölkerung und der Verbreitung von Übergewicht. Gleichzeitig gehen viele niedergelassene Diabetologen in den nächsten Jahren in Ruhestand, und Lehrstühle sowie Klinikabteilungen für Diabetologie wurden in den vergangenen Jahren eher abgebaut. Die Nachfrage nach Fachleuten ist daher hoch, besonders in ländlichen Regionen. Entwicklungswege führen zur Oberarztstelle oder Chefarztposition in Klinik und Reha, zur Niederlassung in einer eigenen Schwerpunktpraxis oder zur Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum. Möglich sind auch Spezialisierungen etwa auf diabetischen Fuß, Kinderdiabetologie oder Schwangerschaftsdiabetes sowie Tätigkeiten in Forschung und Pharmaindustrie.
Aufgaben
- Blutzuckerwerte, HbA1c und Sensordaten auswerten
- Insulintherapien und medikamentöse Behandlung einstellen und anpassen
- Insulinpumpen und Systeme zur Glukosemessung verordnen und einrichten
- Füße auf Wunden und Nervenschäden untersuchen
- Patienten zu Ernährung, Bewegung und Selbstkontrolle beraten
- Schulungsprogramme mit Diabetesberaterinnen planen und begleiten
- Befunde dokumentieren und Arztbriefe schreiben
- Mit Augenärzten, Nephrologen und Gefäßchirurgen zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Arzt
- Facharztanerkennung, etwa Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie oder ein anderer Facharzt mit Zusatz-Weiterbildung Diabetologie
- Für viele Praxen und Kassenverträge die Anerkennung als Diabetologe DDG
- Geduld und Gesprächsführung im Umgang mit chronisch Kranken
- Interesse an Medizintechnik und Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung
- Belastbarkeit für Bereitschaftsdienste während der Weiterbildung
Wo man arbeitet
- Diabetologische Schwerpunktpraxen
- Krankenhäuser mit internistischer oder diabetologischer Abteilung
- Medizinische Versorgungszentren
- Rehabilitationskliniken
- Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen
- Pharma- und Medizintechnikunternehmen
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von rund sechs Jahren und der Approbation folgt eine fünf- bis sechsjährige Facharztweiterbildung, am direktesten zum Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie. Alternativ wird ein Facharzt in Innerer Medizin, Allgemeinmedizin oder Kinder- und Jugendmedizin um die Zusatz-Weiterbildung Diabetologie der Ärztekammer oder die Qualifikation Diabetologe DDG ergänzt.
Offene Stellen als Facharzt Diabetologie
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Facharzt Allgemeinmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin sind als Hausärzte die erste Anlaufstelle für Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden jeden Alters. Sie diagnostizieren, behandeln, begleiten chronisch Kranke über Jahre und koordinieren die weitere Versorgung.
- Offene Stellen
- 40
- Monatsbrutto
- 5.800 – 12.000 €
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Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin erkennen und behandeln Erkrankungen der inneren Organe wie Herz, Lunge, Nieren, Magen-Darm-Trakt und Stoffwechsel. Sie arbeiten im Krankenhaus auf Station und in der Notaufnahme oder in einer eigenen Praxis.
- Offene Stellen
- 299
- Monatsbrutto
- 6.900 – 14.000 €
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