Facharzt Diabetologie und Endokrinologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie behandeln Erkrankungen des Hormonsystems und des Stoffwechsels, vor allem Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und Störungen der Nebennieren oder der Hirnanhangdrüse. Sie arbeiten in Kliniken, Hochschulambulanzen und Schwerpunktpraxen.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Diabetologie und Endokrinologie verdient
8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 14.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.500 € | 7.000 € | 7.500 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.200 € | 8.000 € | 9.000 € | 96.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 10.000 € | 14.000 € | 120.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, beide vom Marburger Bund verhandelt; dort hängt das Gehalt vor allem von der Entgeltgruppe (Facharzt, Oberarzt) und den Berufsjahren ab, Dienste werden zusätzlich vergütet. Wer sich in eigener Praxis niederlässt, verdient je nach Patientenzahl, Privatanteil und Kosten deutlich unterschiedlich, Chefärzte und Praxisinhaber liegen oft weit über den angegebenen Werten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Diabetologie und Endokrinologie?
Der Arbeitsalltag besteht zum großen Teil aus Sprechstunden mit chronisch kranken Menschen, die über Jahre begleitet werden. Im Mittelpunkt stehen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Schwangerschaftsdiabetes, Schilddrüsenüber- und -unterfunktion, Knoten in der Schilddrüse, Osteoporose, Störungen der Geschlechtshormone sowie seltenere Erkrankungen von Nebennieren und Hypophyse. Die Ärztinnen und Ärzte werten Laborwerte aus, führen Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse durch, planen Funktionstests wie Stimulations- oder Suppressionstests und stellen Insulintherapien ein. Ein wachsender Teil der Arbeit betrifft Technik: Daten aus Glukosesensoren und Insulinpumpen werden ausgelesen und besprochen. Dazu kommen die Behandlung von Folgeschäden wie dem diabetischen Fußsyndrom, die Zusammenarbeit mit Diabetesberaterinnen, Ernährungsfachkräften und anderen Fachrichtungen sowie Arztbriefe, Befunde und Dokumentation. In der Klinik gehören Visiten, Konsile auf anderen Stationen und Dienste in der allgemeinen Inneren Medizin dazu.
Wie wird man Facharzt für Diabetologie und Endokrinologie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern sechs Jahre dauert. Ein Teil davon wird in der allgemeinen Inneren Medizin abgeleistet, der Rest in einer zur Weiterbildung befugten endokrinologischen und diabetologischen Einrichtung. Am Ende steht eine Prüfung vor der Ärztekammer. Viele Internistinnen und Allgemeinmediziner erwerben zusätzlich oder stattdessen die Qualifikation Diabetologe DDG der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die für die Arbeit in diabetologischen Schwerpunktpraxen oft ausreicht. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Der Weg ist lang: Bis zur Facharztanerkennung vergehen nach dem Abitur meist zwölf Jahre oder mehr. In der Weiterbildungszeit im Krankenhaus sind Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste üblich, häufig in der Notaufnahme oder auf internistischen Stationen mit hoher Arbeitsdichte. Die Arbeit ist körperlich weniger belastend als in operativen Fächern, verlangt aber Geduld und Ausdauer im Gespräch. Viele Patientinnen und Patienten müssen ihren Alltag dauerhaft umstellen, was nicht immer gelingt; Rückschläge und mangelnde Therapietreue gehören dazu. Die Endokrinologie erfordert genaues Arbeiten mit Laborwerten und die Fähigkeit, seltene Krankheitsbilder zu erkennen. Hinzu kommt ein hoher Dokumentationsaufwand. In der eigenen Praxis kommen wirtschaftliche Verantwortung, Abrechnung und Personalführung hinzu.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und steigt. In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit Diabetes, die Zahl wächst mit dem Alter der Bevölkerung. Gleichzeitig gibt es vergleichsweise wenige Endokrinologinnen und Endokrinologen, und Wartezeiten von mehreren Monaten auf einen Termin sind verbreitet. Zugleich wurden in Kliniken diabetologische Abteilungen teils abgebaut, weil das Fach in der Krankenhausvergütung schlecht abgebildet ist; die Versorgung verlagert sich in den ambulanten Bereich. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt, in die Niederlassung als Schwerpunktpraxis, in die Forschung an Universitätskliniken oder in die pharmazeutische und medizintechnische Industrie. Spezialisierungen sind etwa Kinderdiabetologie über die Pädiatrie, Andrologie, Osteologie oder Diabetes in der Schwangerschaft.
Aufgaben
- Patientinnen und Patienten mit Diabetes langfristig betreuen und Insulintherapien einstellen
- Daten aus Glukosesensoren und Insulinpumpen auswerten und besprechen
- Schilddrüse per Ultraschall untersuchen und Befunde beurteilen
- Hormonelle Funktionstests planen und Laborwerte interpretieren
- Diabetisches Fußsyndrom und andere Folgeerkrankungen mitbehandeln
- Konsile für andere Abteilungen erstellen und Arztbriefe schreiben
- Mit Diabetesberatung, Ernährungsfachkräften und anderen Fachärzten zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
- Sechsjährige Facharztweiterbildung mit Prüfung vor der Ärztekammer
- Sicherer Umgang mit Laborwerten, Ultraschall und Diabetestechnik
- Geduld und Gesprächsfähigkeit bei der Begleitung chronisch Kranker
- Bereitschaft zu Schicht- und Bereitschaftsdiensten während der Weiterbildung
- Sehr gute Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser mit internistischen oder diabetologischen Abteilungen
- Universitätskliniken und Hochschulambulanzen
- Diabetologische und endokrinologische Schwerpunktpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Rehabilitationskliniken
- Pharmazeutische und medizintechnische Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine sechsjährige Weiterbildung in Innerer Medizin sowie Endokrinologie und Diabetologie an zugelassenen Weiterbildungsstätten. Sie schließt mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer ab; die Zusatzqualifikation Diabetologe DDG kann ergänzend erworben werden.
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