Facharzt für Kinder- u. Jugendpsychiatrie
Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erkennen und behandeln psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, etwa ADHS, Depressionen, Angst- und Essstörungen oder Psychosen. Sie arbeiten eng mit Familien, Schulen und der Jugendhilfe zusammen.
16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt für Kinder- u. Jugendpsychiatrie verdient
8.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.800 bis 14.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.800 € | 7.300 € | 8.000 € | 87.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.500 € | 8.300 € | 9.200 € | 99.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 10.500 € | 14.000 € | 126.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt meist der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, dazu kommen Vergütungen für Bereitschaftsdienste, die das Einkommen spürbar erhöhen. Chefarztverträge und das Einkommen in eigener Praxis werden frei verhandelt bzw. hängen von Patientenzahl und Teilnahme an der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung ab und streuen entsprechend weit.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie?
Im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen: Aufmerksamkeitsstörungen, Autismus, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Magersucht, selbstverletzendes Verhalten, Traumafolgen oder beginnende Psychosen. Der Arbeitstag besteht aus ausführlichen Gesprächen mit dem jungen Menschen und seinen Eltern, aus Diagnostik mit Fragebögen, Intelligenz- und Entwicklungstests sowie körperlichen Untersuchungen, um organische Ursachen auszuschließen. Daraus entsteht ein Behandlungsplan, der Psychotherapie, Elternarbeit und, wo nötig, Medikamente verbindet. Auf Station leitet die Ärztin Visiten, stellt Medikamente ein, führt Einzel- und Familiengespräche und bespricht Fälle im Team mit Pflege, Psychologie, Sozialarbeit und Fachtherapien. Hinzu kommen Krisenintervention bei akuter Suizidalität, Arztbriefe, Stellungnahmen für Jugendamt und Schule sowie Gutachten für Familiengerichte, etwa bei Fragen des Sorgerechts oder einer geschlossenen Unterbringung.
Wie wird man Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von mindestens fünf Jahren an zugelassenen Weiterbildungsstätten, in der Regel als angestellte Assistenzärztin in einer Klinik. Ein Teil davon kann in der Erwachsenenpsychiatrie oder der Kinderheilkunde abgeleistet werden. Die Weiterbildung umfasst eine umfangreiche Psychotherapieausbildung mit Theorie, Selbsterfahrung und supervidierten Behandlungsfällen, die oft neben dem Vollzeitdienst und teils auf eigene Kosten läuft. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; wer aus Psychologie oder Pädagogik kommt, findet eher über die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie einen Weg in das Feld.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist emotional belastend. Missbrauch, Vernachlässigung, schwere Essstörungen und Suizidversuche gehören zum Alltag, und nicht jede Behandlung gelingt. Oft stehen Eltern, Jugendamt und Schule mit gegensätzlichen Erwartungen im Raum, und die Ärztin muss zwischen ihnen vermitteln. Manchmal sind Maßnahmen gegen den Willen des Kindes nötig, etwa eine geschlossene Unterbringung mit familiengerichtlicher Genehmigung. In Kliniken gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste dazu. Der Dokumentationsaufwand ist hoch. Weil Fachkräfte fehlen, sind Stationen häufig voll und Wartelisten lang, was den Druck auf das Team erhöht. Gefragt sind Geduld, Abgrenzungsfähigkeit, ein Gespür für die Sprache von Kindern verschiedener Altersstufen und die Bereitschaft, sich in Supervision mit der eigenen Rolle auseinanderzusetzen.
Aussichten
Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Die Zahl junger Menschen mit behandlungsbedürftigen psychischen Problemen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, gleichzeitig gibt es bundesweit vergleichsweise wenige Fachärztinnen und Fachärzte in diesem Gebiet. Wartezeiten auf einen ambulanten Termin betragen vielerorts mehrere Monate, Stellen in Kliniken bleiben oft lange unbesetzt. Entwicklungswege führen zur Oberärztin und Chefärztin, in die eigene Praxis, häufig mit einem multiprofessionellen Team nach der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung, in Institutsambulanzen und Tageskliniken oder in den öffentlichen Gesundheitsdienst. Zusatzqualifikationen wie forensische Begutachtung, Suchtmedizin oder Traumatherapie eröffnen weitere Schwerpunkte.
Aufgaben
- Anamnese- und Diagnostikgespräche mit Kindern, Jugendlichen und Eltern führen
- Entwicklungs-, Leistungs- und Persönlichkeitstests auswerten
- Behandlungspläne aus Psychotherapie, Elternarbeit und Medikation erstellen
- Psychopharmaka verordnen und Nebenwirkungen überwachen
- Akute Krisen wie Suizidalität oder Selbstverletzung abklären und versorgen
- Fallbesprechungen im multiprofessionellen Team leiten
- Arztbriefe, Stellungnahmen und familiengerichtliche Gutachten schreiben
- Mit Jugendamt, Schule und Einrichtungen der Jugendhilfe zusammenarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und ärztliche Approbation
- Fünfjährige Weiterbildung mit bestandener Facharztprüfung vor der Landesärztekammer
- Abgeschlossene Psychotherapieausbildung im Rahmen der Weiterbildung
- Psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Abgrenzung
- Einfühlungsvermögen und Gesprächsführung mit Kindern verschiedener Altersstufen
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten in der Klinik
Wo man arbeitet
- Kliniken und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Tageskliniken und psychiatrische Institutsambulanzen
- Niedergelassene Facharztpraxen
- Gesundheitsämter und Kinder- und Jugendgesundheitsdienste
- Rehabilitationskliniken für Kinder und Jugendliche
- Universitätskliniken mit Forschung und Lehre
Der Weg in den Beruf
Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung als Assistenzärztin oder Assistenzarzt an zugelassenen Kliniken, einschließlich Psychotherapieausbildung. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.
Offene Stellen als Facharzt für Kinder- u. Jugendpsychiatrie
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Verwandte Berufe
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin untersuchen, behandeln und begleiten Kinder und Jugendliche vom Neugeborenen bis zum Erwachsenwerden, in der eigenen Praxis oder in der Kinderklinik.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 6.800 – 14.000 €
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Behandelt psychische Erkrankungen mit Medikamenten und Psychotherapie – ärztliche und therapeutische Qualifikation in einer Person.
- Offene Stellen
- 108
- Monatsbrutto
- 6.500 – 11.000 €
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandeln Erkrankungen, bei denen körperliche Beschwerden und seelische Belastungen zusammenwirken, etwa chronische Schmerzen, Essstörungen oder Depressionen mit körperlichen Symptomen. Sie verbinden ärztliche Diagnostik mit Psychotherapie.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 6.000 – 14.000 €
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erkennen und behandeln psychische Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 21 Jahre und beziehen dabei Eltern und Bezugspersonen ein. Der Beruf erfordert eine Approbation und eine mehrjährige Weiterbildung.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 4.000 – 8.500 €
Psychologischer Psychotherapeut
Behandelt psychische Erkrankungen mit anerkannten Verfahren – ein Heilberuf mit Approbation und eigener Kammerzugehörigkeit.
- Offene Stellen
- 72
- Monatsbrutto
- 3.900 – 8.000 €
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