Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie erkennen und behandeln psychische Erkrankungen und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Sie arbeiten mit Psychotherapie und Medikamenten und eng mit Eltern, Schulen und Jugendhilfe zusammen.
18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie verdient
8.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.900 bis 14.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.900 € | 7.200 € | 7.700 € | 86.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.600 € | 8.300 € | 9.300 € | 99.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 10.500 € | 14.000 € | 126.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, private Klinikträger haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund; Bereitschaftsdienste bringen spürbare Zuschläge zusätzlich. Am stärksten steigt das Einkommen mit einer Oberarzt- oder Chefarztstelle oder mit einer eigenen Praxis, deren Ertrag stark von Größe, Patientenzahl und Teilnahme an der Sozialpsychiatrievereinbarung abhängt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie?
Die Arbeit beginnt meist mit der Diagnostik: ausführliche Gespräche mit dem Kind und den Eltern, Verhaltensbeobachtung, psychologische Tests, körperliche und neurologische Untersuchung, bei Bedarf EEG oder Laborwerte. Behandelt werden unter anderem ADHS, Autismus-Spektrum-Störungen, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Essstörungen, Traumafolgen, Psychosen und Suchterkrankungen. Zur Therapie gehören Einzel- und Familiengespräche, Psychotherapie sowie das Verordnen und Überwachen von Medikamenten. In der Klinik leiten Fachärzte Stationen oder Tageskliniken, führen Visiten, besprechen Fälle im Team mit Psychologen, Pflege, Ergo- und Sozialpädagogen und übernehmen die Notfallversorgung, etwa bei Suizidalität. Ein großer Teil der Zeit geht in Dokumentation, Arztbriefe, Anträge und den Austausch mit Jugendamt, Schule und Kinderarzt. Hinzu kommen Gutachten für Familiengerichte oder Jugendhilfe.
Wie wird man Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von mindestens fünf Jahren als Assistenzarzt an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte, überwiegend in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, ergänzt um Zeiten in Erwachsenenpsychiatrie oder Kinderheilkunde. Die psychotherapeutische Ausbildung mit Theorie, Selbsterfahrung und Supervision ist fester Bestandteil. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; Ärztinnen aus Pädiatrie oder Psychiatrie können aber einen Teil ihrer bisherigen Weiterbildung anrechnen lassen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist emotional belastend. Ärztinnen und Ärzte begegnen Kindern nach Missbrauch und Vernachlässigung, schwer kranken Jugendlichen und überforderten Familien. Entscheidungen über Zwangsmaßnahmen oder Meldungen an das Jugendamt gehören dazu und können Konflikte mit Eltern auslösen. In Kliniken fallen Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste an, oft mit Kriseneinsätzen. Behandlungen dauern lange, Fortschritte sind langsam, und viele Fälle verlangen Abstimmung mit mehreren Stellen. Der Verwaltungsaufwand ist hoch. Gefragt sind Geduld, eine klare Haltung, die Fähigkeit, mit Kindern unterschiedlichen Alters ebenso wie mit Erwachsenen zu sprechen, und regelmäßige Supervision, um die eigene Belastung zu verarbeiten.
Aussichten
Der Bedarf ist deutlich größer als das Angebot. Wartezeiten auf einen Therapieplatz betragen vielerorts Monate, viele Kliniken können Stellen nicht besetzen, besonders in ländlichen Regionen. Die Zahl der Fachärzte ist klein, die Nachfrage nach Behandlung ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Entsprechend gut sind die Chancen auf eine Anstellung. In der Klinik führt der Weg über Oberarzt- zu Chefarztpositionen. Viele lassen sich in eigener Praxis nieder, häufig mit einem multiprofessionellen Team im Rahmen der Sozialpsychiatrievereinbarung. Weitere Wege sind Forschung an Universitätskliniken, Gutachtertätigkeit, Arbeit im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst oder Spezialisierungen etwa in Forensik, Suchtmedizin oder Traumatherapie.
Aufgaben
- Diagnostische Gespräche mit Kindern, Jugendlichen und Eltern führen
- Psychologische Tests und körperlich-neurologische Untersuchungen veranlassen und auswerten
- Psychotherapie in Einzel-, Gruppen- und Familiensitzungen durchführen
- Medikamente verordnen und Wirkung sowie Nebenwirkungen überwachen
- Akute Krisen wie Suizidalität oder Psychosen einschätzen und versorgen
- Behandlungspläne im Team mit Psychologen, Pflege und Therapeuten abstimmen
- Mit Jugendamt, Schule und Kinderärzten zusammenarbeiten
- Arztbriefe, Berichte und Gutachten für Gerichte oder Jugendhilfe schreiben
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
- Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie durch die Landesärztekammer
- Psychotherapeutische Qualifikation einschließlich Selbsterfahrung und Supervision
- Psychische Belastbarkeit im Umgang mit Gewalt, Missbrauch und Krisen
- Einfühlungsvermögen und Gesprächsführung mit Kindern verschiedener Altersstufen und ihren Familien
- Bereitschaft zu Nacht- und Bereitschaftsdiensten in der Klinik
- Kenntnisse im Kinderschutz und im Familien- und Jugendhilferecht
Wo man arbeitet
- Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Psychiatrische Tageskliniken und Institutsambulanzen
- Niedergelassene Facharztpraxen
- Universitätskliniken
- Sozialpädiatrische Zentren
- Kinder- und Jugendgesundheitsdienste der Gesundheitsämter
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung als Assistenzarzt an einer zugelassenen Klinik. Die Weiterbildung schließt mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer ab.
Offene Stellen als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
In der Suche fortsetzenFacharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie (m/w/d)
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt (m/w/d) für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Verwandte Berufe
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin untersuchen, behandeln und begleiten Kinder und Jugendliche vom Neugeborenen bis zum Erwachsenwerden, in der eigenen Praxis oder in der Kinderklinik.
- Offene Stellen
- 8
- Monatsbrutto
- 6.800 – 14.000 €
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Behandelt psychische Erkrankungen mit Medikamenten und Psychotherapie – ärztliche und therapeutische Qualifikation in einer Person.
- Offene Stellen
- 108
- Monatsbrutto
- 6.500 – 11.000 €
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandeln Erkrankungen, bei denen körperliche Beschwerden und seelische Belastungen zusammenwirken, etwa chronische Schmerzen, Essstörungen oder Depressionen mit körperlichen Symptomen. Sie verbinden ärztliche Diagnostik mit Psychotherapie.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 6.000 – 14.000 €
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erkennen und behandeln psychische Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 21 Jahre und beziehen dabei Eltern und Bezugspersonen ein. Der Beruf erfordert eine Approbation und eine mehrjährige Weiterbildung.
- Offene Stellen
- 5
- Monatsbrutto
- 4.000 – 8.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Werkstudent: Stundengrenze, Sozialversicherung, Vertrag Das Werkstudentenprivileg spart Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherun...
- Pendeln oder umziehen: die Rechnung, die man vorher macht Fahrtzeit, Spritkosten, Verschleiß und Steuervorteil lassen sich vor der Zusage ausrechnen...
- Entgelttransparenz: welches Recht auf Auskunft Sie haben Wer in einem Betrieb mit mehr als 200 Beschäftigten arbeitet, darf erfahren, was die Vergl...