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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Neuropädiatrie

Fachärztinnen und Fachärzte für Neuropädiatrie erkennen und behandeln Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und Muskeln bei Kindern und Jugendlichen, etwa Epilepsien, Entwicklungsstörungen oder neuromuskuläre Erkrankungen. Formal handelt es sich um einen Schwerpunkt innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Neuropädiatrie verdient

7.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.400 bis 13.500 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.400 € 6.800 € 7.400 € 81.600 €
Mit Berufserfahrung 7.200 € 7.900 € 8.600 € 94.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.500 € 10.000 € 13.500 € 120.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL; das Gehalt steigt dort in festen Stufen mit den Berufsjahren, Bereitschaftsdienste werden zusätzlich vergütet. Deutlich höhere Einkommen sind als Oberarzt, Chefarzt oder in eigener Praxis möglich, wobei das Praxiseinkommen stark von der Zahl der Kassenpatienten abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Neuropädiatrie?

Neuropädiater untersuchen Kinder vom Neugeborenen bis zum jungen Erwachsenen, deren Nervensystem nicht so arbeitet, wie es sollte. Typische Anlässe sind Krampfanfälle, verzögerte motorische oder sprachliche Entwicklung, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Bewegungsstörungen, Folgen von Frühgeburt oder Hirnschäden sowie seltene genetische und Stoffwechselerkrankungen. Zum Alltag gehören die neurologische Untersuchung, das Ableiten und Befunden von EEGs, die Bewertung von MRT-Bildern gemeinsam mit der Radiologie, Nervenleitmessungen, Lumbalpunktionen und das Veranlassen genetischer Diagnostik. Die Behandlung reicht von der Einstellung antiepileptischer Medikamente über Botulinumtoxin-Injektionen bei Spastik bis zur Planung von Therapien mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Gesprächen mit Eltern: Diagnosen erklären, oft auch unheilbare, Prognosen einordnen, Hilfsmittel und Förderung organisieren. Viele Patienten werden über Jahre begleitet.

Wie wird man Facharzt für Neuropädiatrie?

Voraussetzung ist ein Medizinstudium von mindestens sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin an einer zugelassenen Klinik. Der Schwerpunkt Neuropädiatrie verlangt nach der Weiterbildungsordnung zusätzlich 36 Monate, von denen ein Teil bereits während der Facharztzeit abgeleistet werden kann. Insgesamt dauert der Weg nach dem Studium meist sieben bis acht Jahre und endet jeweils mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Weiterbildungsstellen gibt es vor allem an Universitätskliniken und größeren Kinderkliniken mit neuropädiatrischer Abteilung, ihre Zahl ist begrenzt. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit verlangt Geduld mit Kindern, die nicht stillhalten oder sich nicht äußern können, und viel Feingefühl gegenüber Eltern in Ausnahmesituationen. Schwere, fortschreitende oder tödliche Erkrankungen gehören dazu, ebenso der Umgang mit Behinderung und begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. Das ist emotional belastend. In der Klinik fallen Nacht- und Wochenenddienste an, häufig in der allgemeinen Kinderheilkunde, dazu kommen Notfälle wie anhaltende Krampfanfälle. Der Dokumentationsaufwand ist hoch, besonders bei Anträgen für Hilfsmittel, Pflegegrade und Therapien. Das Fach entwickelt sich durch Genetik und neue Therapien schnell, ständige Fortbildung ist Pflicht. In Sozialpädiatrischen Zentren und Praxen sind die Arbeitszeiten planbarer, dafür sind die Wartelisten lang und der Zeitdruck pro Termin spürbar.

Aussichten

Neuropädiater werden gesucht. Viele Sozialpädiatrische Zentren und Kinderkliniken können Stellen nicht oder nur verzögert besetzen, Familien warten oft Monate auf einen Termin. Die Nachfrage steigt, weil mehr Frühgeborene überleben, genetische Diagnostik häufiger zu Diagnosen führt und neue Behandlungen, etwa bei spinaler Muskelatrophie, eine spezialisierte Betreuung erfordern. Entwicklungswege führen zur Ober- oder Chefärztin, zur Leitung eines Sozialpädiatrischen Zentrums, in die Niederlassung als Kinderarzt mit neuropädiatrischem Schwerpunkt oder in die Forschung. Zusatzqualifikationen wie das EEG-Zertifikat, Epileptologie oder Palliativmedizin erweitern die Möglichkeiten.

Aufgaben

  • Kinder neurologisch untersuchen und ihre Entwicklung beurteilen
  • EEGs ableiten lassen und befunden
  • Epilepsien diagnostizieren und Medikamente einstellen
  • Lumbalpunktionen und Nervenleitmessungen durchführen
  • MRT-Befunde und genetische Untersuchungen auswerten
  • Spastik mit Botulinumtoxin und Therapieplänen behandeln
  • Eltern über Diagnosen, Verlauf und Fördermöglichkeiten beraten
  • Berichte, Gutachten und Anträge für Hilfsmittel und Therapien schreiben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie
  • Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kindern und belasteten Familien
  • Psychische Belastbarkeit bei schweren und unheilbaren Erkrankungen
  • Bereitschaft zu Nacht- und Wochenenddiensten in der Klinik
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Therapeuten, Pflege und Sozialdienst

Wo man arbeitet

  • Universitätskliniken
  • Kinderkliniken
  • Sozialpädiatrische Zentren
  • Epilepsiezentren
  • Rehabilitationskliniken für Kinder und Jugendliche
  • Kinderarztpraxen mit neuropädiatrischem Schwerpunkt

Der Weg in den Beruf

Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Daran schließt die Schwerpunktweiterbildung Neuropädiatrie mit 36 Monaten an, die teilweise überlappen kann, sodass der Weg nach dem Studium meist sieben bis acht Jahre dauert und mit Prüfungen vor der Landesärztekammer endet.

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