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Gesundheit & Pflege

Facharzt für Pathologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie untersuchen Gewebe- und Zellproben unter dem Mikroskop und stellen daraus Diagnosen, etwa ob ein Tumor gut- oder bösartig ist. Ihre Befunde bestimmen häufig, welche Behandlung Patientinnen und Patienten erhalten.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt für Pathologie verdient

8.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.600 bis 16.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.600 € 7.000 € 7.800 € 84.000 €
Mit Berufserfahrung 7.300 € 8.000 € 9.500 € 96.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 11.000 € 16.000 € 132.000 €

An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte/TdL, dort steigt das Gehalt mit Berufsjahren und der Einstufung als Facharzt, Oberarzt oder leitender Oberarzt. Deutlich mehr verdienen Chefärzte und Inhaber oder Teilhaber niedergelassener Praxen, deren Einkommen von Probenvolumen und Praxisgröße abhängt und weit über den Tarifwerten liegen kann.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Pathologie?

Pathologinnen und Pathologen arbeiten überwiegend mit Proben, die andere Ärzte entnommen haben: Biopsien aus Darm, Haut oder Brust, operativ entfernte Organe, Abstriche und Punktate. Am Zuschnitttisch beschreiben sie das Präparat, vermessen es und entnehmen die Stellen, die histologisch untersucht werden sollen. Die eigentliche Diagnose entsteht später am Mikroskop oder zunehmend am Bildschirm, wenn eingescannte Schnitte digital ausgewertet werden. Dabei geht es um Fragen wie: Liegt eine Entzündung oder ein Tumor vor, wie aggressiv ist er, ist er vollständig entfernt worden. Zusätzliche Färbungen, Immunhistochemie und molekulare Tests zeigen, ob bestimmte Medikamente wirken können. Während laufender Operationen erstellen Pathologen Schnellschnittbefunde, auf deren Grundlage der Chirurg innerhalb weniger Minuten entscheidet, wie er weiter operiert. Hinzu kommen Obduktionen zur Klärung von Todesursachen, die Teilnahme an Tumorkonferenzen und die Verantwortung für Laborabläufe und Qualitätssicherung. Direkten Kontakt zu Patienten gibt es kaum.

Wie wird man Facharzt für Pathologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und die Approbation als Ärztin oder Arzt. Danach folgt eine Weiterbildung von 72 Monaten an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte, meist einem pathologischen Institut an einer Klinik oder einer größeren Gemeinschaftspraxis. In dieser Zeit arbeiten die Ärzte in Weiterbildung als angestellte Assistenzärzte, befunden unter Aufsicht und dokumentieren eine festgelegte Zahl von Untersuchungen und Obduktionen. Den Abschluss bildet die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; Ärztinnen und Ärzte aus anderen Fachrichtungen können aber wechseln und sich Teile ihrer bisherigen Weiterbildung teilweise anrechnen lassen.

Was der Beruf verlangt

Der Arbeitsalltag besteht aus vielen Stunden konzentrierter Arbeit am Mikroskop oder Monitor. Das belastet Augen, Nacken und Rücken. Jede Diagnose kann für einen Menschen den Unterschied zwischen Entwarnung und Krebsbehandlung bedeuten, Fehler haben ernste Folgen. Gleichzeitig wächst die Menge an Proben, und Kliniken erwarten schnelle Befunde, sodass Zeitdruck verbreitet ist. Beim Zuschnitt und bei Obduktionen gehören Gerüche, der Umgang mit Formalin und der Anblick von Verstorbenen dazu. Wer den Arztberuf wegen der Arbeit mit Patienten gewählt hat, vermisst diesen Kontakt oft. Dafür sind die Arbeitszeiten im Vergleich zu anderen Fachrichtungen planbarer: Nachtdienste sind selten, Rufbereitschaften gibt es vor allem für Schnellschnitte oder dringende Befunde.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. Viele Pathologinnen und Pathologen erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, und der Nachwuchs reicht nicht aus, um die Lücken zu schließen. Gleichzeitig steigt der Bedarf, weil Krebserkrankungen häufiger werden und die personalisierte Therapie immer mehr molekulare Untersuchungen erfordert. Die Digitalpathologie und KI-gestützte Auswertung verändern die Arbeit, ersetzen die ärztliche Beurteilung aber nicht, sondern verschieben sie. Entwicklungswege führen zur Oberärztin oder zum Chefarzt eines Instituts, in die Niederlassung in einer Gemeinschaftspraxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum, in die Forschung an Universitäten oder in Spezialisierungen wie Neuropathologie, Dermatopathologie oder Molekularpathologie.

Aufgaben

  • Gewebeproben und Operationspräparate makroskopisch beurteilen und zuschneiden
  • Gewebeschnitte und Zellausstriche mikroskopisch oder digital befunden
  • Schnellschnitte während laufender Operationen auswerten
  • Immunhistochemische und molekularpathologische Untersuchungen veranlassen und interpretieren
  • Schriftliche Befundberichte erstellen und mit behandelnden Ärzten besprechen
  • Obduktionen durchführen und Todesursachen klären
  • An Tumorkonferenzen teilnehmen
  • Laborabläufe überwachen und Qualitätssicherung verantworten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Arzt
  • Abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie mit Facharztprüfung
  • Sehr gutes räumliches Sehvermögen und Ausdauer bei konzentrierter Arbeit am Mikroskop
  • Sorgfalt und Fähigkeit, unter Zeitdruck verlässliche Entscheidungen zu treffen
  • Belastbarkeit im Umgang mit Verstorbenen und Gerüchen bei Obduktionen
  • Interesse an Labortechnik, Molekularbiologie und digitalen Verfahren

Wo man arbeitet

  • Pathologische Institute an Krankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Pathologische Gemeinschaftspraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Forschungseinrichtungen
  • Pharmaunternehmen und Labordienstleister

Der Weg in den Beruf

Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt eine 72-monatige Weiterbildung an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Insgesamt dauert der Weg in der Regel mindestens zwölf Jahre nach dem Abitur.

Offene Stellen als Facharzt für Pathologie

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