Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie
Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie erkennen und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen oder Demenzen, mit Medikamenten, Psychotherapie und sozialpsychiatrischen Hilfen.
26 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie verdient
8.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.700 € | 7.000 € | 7.600 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.500 € | 8.300 € | 9.500 € | 99.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 10.500 € | 15.000 € | 126.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, private Klinikketten zahlen nach Haustarifen mit dem Marburger Bund oder frei verhandelt. Bereitschaftsdienste bringen erhebliche Zuschläge, Chefarztverträge und das Einkommen in eigener Praxis hängen stark von Verhandlung, Kassenzulassung und Privatpatientenanteil ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie?
Im Mittelpunkt stehen Gespräche: Ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erhebt die Krankengeschichte, beurteilt den psychischen Befund, schließt körperliche Ursachen aus und stellt eine Diagnose. Danach plant er die Behandlung, die oft mehrere Bausteine verbindet. Dazu gehören Psychopharmaka wie Antidepressiva oder Antipsychotika, deren Wirkung und Nebenwirkungen er über Blutwerte und EKG kontrolliert, außerdem Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Angehörigengespräche und die Abstimmung mit Pflege, Sozialarbeit, Ergo- und Psychologie. In der Klinik gehören Visiten, Aufnahmen, Kriseninterventionen bei Suizidgefahr und die Arbeit auf geschützten Stationen zum Alltag. Hinzu kommen Gutachten, etwa zur Schuldfähigkeit, Betreuung oder Erwerbsfähigkeit, und eine erhebliche Menge Dokumentation. In der eigenen Praxis verschiebt sich die Arbeit zu ambulanten Sprechstunden, Medikamenteneinstellung und Langzeitbegleitung chronisch Kranker.
Wie wird man Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie?
Der Weg führt über ein Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation. Daran schließt sich eine Weiterbildung von mindestens fünf Jahren an, die als angestellte Assistenzärztin oder angestellter Assistenzarzt in einer zugelassenen Klinik absolviert und bezahlt wird. Sie umfasst stationäre Psychiatrie, ein Jahr Neurologie, eine strukturierte Psychotherapie-Ausbildung in einem anerkannten Verfahren mit Theorie, Selbsterfahrung, Balintgruppe und dokumentierten Behandlungsfällen. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Wer Psychotherapie ohne ärztliche Tätigkeit anstrebt, kommt über ein Psychologiestudium zur Approbation als Psychotherapeut, verordnet dann aber keine Medikamente.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist seelisch fordernd. Täglich geht es um Leid, Suizidgedanken, Gewalterfahrungen und Krankheitsverläufe, die sich trotz Behandlung nicht bessern. In der Akutpsychiatrie kommen aggressive Patienten, Zwangseinweisungen und Fixierungen vor, die rechtlich genau begründet und dokumentiert werden müssen und auch ethisch belasten. In Kliniken fallen Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste an, oft allein verantwortlich für mehrere Stationen. Viele Häuser sind knapp besetzt, was die Zahl der Dienste erhöht und Zeit für Gespräche verkürzt. Gefragt sind Geduld, Abgrenzungsfähigkeit, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich in Supervision und Selbsterfahrung mit der eigenen Person auseinanderzusetzen. Die lange Ausbildungszeit bis zum Facharzt bedeutet, dass der Abschluss meist erst mit Anfang bis Mitte dreißig erreicht ist.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und wird absehbar hoch bleiben. Psychische Erkrankungen werden häufiger diagnostiziert, Wartezeiten auf ambulante Termine betragen vielerorts Monate, und viele Kliniken, besonders im ländlichen Raum, finden kaum Bewerber. Nach dem Facharzt sind Oberarzt- und Chefarztpositionen erreichbar, ebenso die Niederlassung mit Kassenzulassung, die in manchen Regionen durch die Bedarfsplanung begrenzt ist. Schwerpunkte wie Forensische Psychiatrie, Geronto- oder Suchtmedizin sowie die Tätigkeit als Gutachter eröffnen weitere Wege, außerdem Stellen in Gesundheitsämtern, Justizvollzug und Rehabilitation.
Aufgaben
- Anamnese erheben und psychischen Befund erstellen
- Diagnosen stellen und körperliche Ursachen ausschließen
- Psychopharmaka verordnen und über Blutwerte und EKG überwachen
- Einzel- und Gruppenpsychotherapie durchführen
- Krisen bei akuter Suizidgefahr oder Psychose bewältigen
- Behandlung im Team mit Pflege, Sozialarbeit und Therapeuten abstimmen
- Gutachten für Gerichte, Betreuungsbehörden oder Versicherungen schreiben
- Behandlungsverläufe und Zwangsmaßnahmen dokumentieren
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und ärztliche Approbation
- Mindestens fünfjährige Weiterbildung mit Facharztprüfung vor der Ärztekammer
- Psychotherapeutische Qualifikation einschließlich Selbsterfahrung und Supervision
- Hohe psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Abgrenzung
- Gesprächsführung und Einfühlungsvermögen auch bei schwierigen Patienten
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten in der Klinik
Wo man arbeitet
- Psychiatrische Fachkliniken und Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern
- Universitätskliniken
- Eigene Praxis oder Medizinisches Versorgungszentrum
- Psychosomatische und Sucht-Rehabilitationskliniken
- Maßregelvollzug und Justizvollzug
- Gesundheitsämter und sozialpsychiatrische Dienste
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation folgt eine mindestens fünfjährige bezahlte Weiterbildung als Assistenzarzt in psychiatrischen Kliniken, einschließlich eines Jahres Neurologie und einer strukturierten Psychotherapie-Ausbildung. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.
Offene Stellen als Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie
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Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie (m/w/d) - bis zu 17.000 €/Monat + Zuschläge
Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie (m/w/d) - bis zu 17.000 €/Monat + Zuschläge
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- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 6.000 – 14.000 €
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- Offene Stellen
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- Monatsbrutto
- 3.900 – 8.000 €
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