Facharzt Geriatrie
Fachärztinnen und Fachärzte für Geriatrie behandeln ältere, meist mehrfach erkrankte Menschen. Ziel ist, Selbstständigkeit und Mobilität so weit wie möglich zu erhalten oder nach einer Krankheit wiederherzustellen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Geriatrie verdient
7.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.500 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.500 € | 6.900 € | 7.400 € | 82.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.300 € | 7.900 € | 8.800 € | 94.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 10.000 € | 15.000 € | 120.000 € |
An kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte TdL, bei kirchlichen Trägern die AVR; dort steigt das Gehalt nach festen Stufen und ist entsprechend gut vorhersehbar. Deutlich mehr bringen Oberarzt- und Chefarztpositionen sowie die Niederlassung, hinzu kommen in der Klinik Vergütungen für Bereitschaftsdienste, die hier nicht eingerechnet sind.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Geriatrie?
Geriater betreuen Patientinnen und Patienten, meist über 70 Jahre alt, die mehrere Erkrankungen zugleich haben: Herzschwäche, Diabetes, Arthrose, Demenz, dazu oft ein Sturz mit Knochenbruch. Im Mittelpunkt steht weniger die einzelne Diagnose als die Frage, was der Mensch im Alltag noch selbst kann. Dafür führen Geriater ein geriatrisches Assessment durch, prüfen Gedächtnis, Gangbild, Ernährungszustand und Stimmung. Ein großer Teil der Arbeit ist das Durchforsten von Medikamentenplänen, auf denen nicht selten zehn oder mehr Wirkstoffe stehen, die sich gegenseitig beeinflussen. Geriater leiten ein Team aus Pflege, Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Sozialdienst, führen Teambesprechungen, planen die Entlassung und sprechen mit Angehörigen über Pflegebedarf, Betreuung und Patientenverfügung. Gespräche über Therapiebegrenzung und das Lebensende gehören regelmäßig dazu.
Wie wird man Facharzt für Geriatrie?
Voraussetzung ist ein Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung an zugelassenen Kliniken. Der direkte Weg ist der Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie mit 60 Monaten Weiterbildung, davon ein festgelegter Anteil in der Geriatrie. Verbreitet ist auch der Weg über einen anderen Facharzt, etwa Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Neurologie oder Psychiatrie, mit anschließender Zusatz-Weiterbildung Geriatrie von 18 Monaten. Die genauen Regeln legen die Landesärztekammern fest und unterscheiden sich im Detail. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Vom Studienbeginn bis zur Anerkennung vergehen meist elf bis zwölf Jahre. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.
Was der Beruf verlangt
Die Geriatrie ist ein langsames Fach. Erfolge zeigen sich in kleinen Schritten, etwa wenn jemand wieder allein zur Toilette gehen kann, und manche Patienten verschlechtern sich trotz aller Bemühungen. Das erfordert Geduld und Gelassenheit. Demenz, Verwirrtheit und Schwerhörigkeit erschweren die Kommunikation, Angehörige sind oft überfordert oder uneinig. Der Tod von Patienten ist häufiger als in vielen anderen Fächern. In der Klinik gehören Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste dazu, wenn auch meist weniger belastend als in Notaufnahme oder Chirurgie. Die Dokumentation ist umfangreich, weil die Abrechnung der geriatrischen Komplexbehandlung genaue Nachweise über Therapieeinheiten und Teambesprechungen verlangt. Personalmangel in Pflege und Therapie wirkt sich direkt auf die eigene Arbeit aus.
Aussichten
Die Zahl alter und hochbetagter Menschen wächst, während es vergleichsweise wenige Fachärzte mit geriatrischer Qualifikation gibt. Kliniken suchen entsprechend, Stellen sind auch außerhalb von Ballungsräumen gut zu finden. Entwicklungswege führen über die Oberarzt- zur Chefarztposition einer geriatrischen Klinik, in die Leitung einer Reha-Einrichtung oder in die Niederlassung, meist als hausärztlich tätiger Internist mit geriatrischem Schwerpunkt. Weitere Felder sind Gutachtertätigkeit für den Medizinischen Dienst, Palliativmedizin, Alterspsychiatrie und die Forschung an Universitätskliniken.
Aufgaben
- Ältere Patienten aufnehmen, untersuchen und Diagnosen stellen
- Geriatrisches Assessment zu Mobilität, Kognition und Ernährung durchführen
- Medikamentenpläne prüfen und unnötige oder schädliche Wirkstoffe absetzen
- Therapieziele im Team mit Pflege, Physio- und Ergotherapie festlegen
- Gespräche mit Angehörigen über Pflege, Betreuung und Lebensende führen
- Entlassung und Weiterversorgung in Reha, Pflegeheim oder häuslichem Umfeld planen
- Befunde, Therapieeinheiten und Verläufe dokumentieren
- Assistenzärzte in der Weiterbildung anleiten und Dienste übernehmen
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
- Facharztanerkennung Innere Medizin und Geriatrie oder Facharzt mit Zusatz-Weiterbildung Geriatrie
- Breites internistisches und neurologisches Grundwissen
- Geduld und Gesprächsführung mit demenzkranken und schwerhörigen Menschen
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten
- Fähigkeit, ein multiprofessionelles Team zu koordinieren
- Psychische Belastbarkeit im Umgang mit Sterben und chronischem Verfall
Wo man arbeitet
- Geriatrische Fachkliniken und Abteilungen in Krankenhäusern
- Geriatrische Rehabilitationskliniken
- Geriatrische Tageskliniken
- Hausarzt- und internistische Praxen
- Medizinischer Dienst
- Universitätskliniken
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren und der Approbation folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten zum Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie. Alternativ wird nach einem anderen Facharzt, etwa Innere Medizin oder Allgemeinmedizin, die Zusatz-Weiterbildung Geriatrie mit 18 Monaten absolviert; beide Wege enden mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer.
Offene Stellen als Facharzt Geriatrie
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Verwandte Berufe
Facharzt Allgemeinmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin sind als Hausärzte die erste Anlaufstelle für Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden jeden Alters. Sie diagnostizieren, behandeln, begleiten chronisch Kranke über Jahre und koordinieren die weitere Versorgung.
- Offene Stellen
- 40
- Monatsbrutto
- 5.800 – 12.000 €
Facharzt Innere Medizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin erkennen und behandeln Erkrankungen der inneren Organe wie Herz, Lunge, Nieren, Magen-Darm-Trakt und Stoffwechsel. Sie arbeiten im Krankenhaus auf Station und in der Notaufnahme oder in einer eigenen Praxis.
- Offene Stellen
- 299
- Monatsbrutto
- 6.900 – 14.000 €
Facharzt Neurologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie erkennen und behandeln Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der Muskeln, etwa Schlaganfall, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson. Sie arbeiten in Kliniken, Reha-Einrichtungen oder eigener Praxis.
- Offene Stellen
- 96
- Monatsbrutto
- 7.100 – 14.000 €
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