Facharzt Innere Erfahrung Gastroenterologie
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin und Gastroenterologie erkennen und behandeln Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, des Darms, der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Endoskopien wie Magen- und Darmspiegelungen.
34 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Innere Erfahrung Gastroenterologie verdient
7.900 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 15.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.700 € | 7.000 € | 7.600 € | 84.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.300 € | 7.900 € | 8.700 € | 94.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.600 € | 10.000 € | 15.000 € | 120.000 € |
In Kliniken gelten meist der TV-Ärzte/VKA (kommunale Häuser) oder der TV-Ärzte/TdL (Unikliniken), beide vom Marburger Bund verhandelt; dazu kommen Vergütungen für Bereitschaftsdienste, die das Einkommen deutlich erhöhen. Chefärzte und niedergelassene Gastroenterologen verhandeln frei bzw. hängen vom Praxisumsatz ab, weshalb die Spanne nach oben weit offen ist.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie?
Gastroenterologinnen und Gastroenterologen kümmern sich um Patienten mit Beschwerden im Verdauungstrakt: Sodbrennen, chronischer Durchfall, Blut im Stuhl, Gelbsucht, unklare Bauchschmerzen. Sie erheben die Krankengeschichte, untersuchen, werten Laborwerte aus und machen selbst Ultraschall des Bauchraums. Den Kern des Fachs bilden Endoskopien: Magenspiegelungen, Darmspiegelungen zur Krebsvorsorge, das Abtragen von Polypen, das Stillen von Blutungen, das Einlegen von Stents in Gallengänge oder die Untersuchung der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse mittels ERCP. Dazu kommt die langfristige Betreuung chronisch Kranker, etwa mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Leberzirrhose oder Hepatitis. In der Klinik gehören Visiten, Aufnahmen über die Notaufnahme, Arztbriefe, Aufklärungsgespräche und Tumorkonferenzen mit Chirurgie und Onkologie zum Alltag. In der Praxis überwiegen Vorsorgekoloskopien und ambulante Diagnostik.
Wie wird man Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren mit Staatsexamen und die Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von 72 Monaten als Assistenzärztin oder Assistenzarzt an einer dafür zugelassenen Klinik oder Praxis. Ein Teil dieser Zeit wird in der allgemeinen Inneren Medizin und in der Notfall- und Intensivmedizin verbracht, der übrige Teil in der Gastroenterologie, wo eine festgelegte Zahl an Untersuchungen und Eingriffen nachgewiesen werden muss. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich. Wer aus einem anderen Fach der Inneren Medizin kommt, kann sich Weiterbildungszeiten teilweise anrechnen lassen.
Was der Beruf verlangt
Der Weg ist lang: Bis zur Facharztanerkennung vergehen nach dem Abitur meist zwölf Jahre oder mehr. In der Klinik gehören Nachtdienste, Wochenenddienste und Rufbereitschaften für endoskopische Notfälle wie Magenblutungen dazu, oft zusätzlich zu einem vollen Tagesdienst. Die Verantwortung ist hoch, denn Eingriffe können Komplikationen wie Durchbrüche der Darmwand verursachen. Endoskopieren verlangt Fingerfertigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und lange Übung, dazu Stehen in Bleischürze bei Röntgen-gestützten Eingriffen. Der Umgang mit Schwerkranken, etwa bei Bauchspeicheldrüsen- oder Darmkrebs, und das Überbringen schlechter Nachrichten belasten. Dokumentation und Kodierung nehmen viel Zeit ein, und Personalmangel auf den Stationen verdichtet die Arbeit.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Die alternde Bevölkerung, die Darmkrebsvorsorge und die Zunahme chronisch-entzündlicher Darm- und Lebererkrankungen sorgen für viel Arbeit, und in vielen ländlichen Regionen fehlen niedergelassene Gastroenterologen. In der Klinik führt der Weg über die Oberarztstelle bis zur Chefarztposition. Viele lassen sich in einer eigenen Praxis oder einem Medizinischen Versorgungszentrum nieder, wofür ein Kassensitz nötig ist. Zusatzweiterbildungen etwa in Proktologie, Ernährungsmedizin oder Palliativmedizin sowie Spezialisierungen auf Hepatologie oder interventionelle Endoskopie erweitern die Möglichkeiten. Auch Forschung an Universitätskliniken und Tätigkeiten in der Pharmaindustrie sind möglich.
Aufgaben
- Magen- und Darmspiegelungen durchführen und Polypen abtragen
- Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums vornehmen
- Blutungen im Verdauungstrakt endoskopisch stillen
- Gallenwege und Bauchspeicheldrüse mittels ERCP untersuchen und behandeln
- Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Lebererkrankungen langfristig betreuen
- Befunde auswerten und Therapien in Tumorkonferenzen abstimmen
- Patienten über Eingriffe und Risiken aufklären
- Arztbriefe und Befundberichte schreiben
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Arzt
- Facharztanerkennung Innere Medizin und Gastroenterologie durch die Landesärztekammer
- Manuelles Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen für Endoskopien
- Belastbarkeit für Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdienste
- Ruhe in Notfallsituationen und klare Entscheidungsfähigkeit
- Einfühlungsvermögen im Gespräch mit schwer kranken Menschen
- Gute Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser mit internistischer oder gastroenterologischer Abteilung
- Universitätskliniken
- Gastroenterologische Facharztpraxen
- Medizinische Versorgungszentren
- Reha-Kliniken
- Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen
Der Weg in den Beruf
Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Staatsexamen und Approbation folgt eine 72-monatige Weiterbildung an zugelassenen Kliniken oder Praxen. Sie endet mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.
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