Facharzt Innere ZB Kl. Akut-/Notfallmedizin
Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin versorgen in der Notaufnahme eines Krankenhauses akut erkrankte und verletzte Menschen. Sie schätzen rasch ein, wie dringlich ein Fall ist, stabilisieren lebensbedrohliche Zustände und entscheiden, wie es mit den Patienten weitergeht.
32 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Innere ZB Kl. Akut-/Notfallmedizin verdient
7.800 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.600 bis 13.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.600 € | 6.900 € | 7.500 € | 82.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.200 € | 7.800 € | 8.700 € | 93.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.800 € | 10.000 € | 13.000 € | 120.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, private Träger wie Helios oder Asklepios haben eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund; die Eingruppierung als Facharzt, Oberarzt oder leitender Oberarzt bestimmt das Grundgehalt. Bereitschaftsdienste, Nacht- und Wochenendzuschläge sowie Notarzteinsätze kommen hinzu und machen in der Notaufnahme oft einen spürbaren Teil des Einkommens aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin?
Der Arbeitsplatz ist die zentrale Notaufnahme eines Krankenhauses. Dort kommen Menschen mit Brustschmerzen, Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Fieber, Blutungen, Stürzen oder Vergiftungen an, mit dem Rettungsdienst oder zu Fuß. Die Ärztin oder der Arzt sieht Patienten nach der Ersteinschätzung durch die Pflege, erhebt die Vorgeschichte, untersucht, ordnet Labor, EKG, Blutgasanalyse und Bildgebung an und schallt häufig selbst. Bei Herzinfarkt, Schlaganfallverdacht, Sepsis oder Lungenembolie muss es schnell gehen: Medikamente geben, Atemwege sichern, reanimieren, Kardiologie oder Neurologie hinzuziehen. Am Ende jedes Falls steht eine Entscheidung: Aufnahme auf Normal- oder Intensivstation, Verlegung in ein anderes Haus oder Entlassung mit Brief und Empfehlung. Dazu kommen Dokumentation, Gespräche mit Angehörigen, Absprachen mit anderen Fachabteilungen und die Anleitung von Assistenzärzten.
Wie wird man Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin?
Der Weg beginnt mit dem Medizinstudium, das mindestens sechs Jahre dauert und mit der Approbation endet. Es folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin über sechs Jahre an einer zugelassenen Klinik, mit Stationsarbeit, Intensivmedizin und Notaufnahme. Die Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin umfasst 24 Monate in einer interdisziplinären Notaufnahme unter einer weiterbildungsbefugten Person, ein Teil davon kann in der Intensivmedizin abgeleistet werden. Je nach Landesärztekammer wird zusätzlich die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin verlangt. Abgeschlossen wird mit einer Prüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; Fachärzte anderer Gebiete können die Zusatzbezeichnung aber ebenfalls erwerben.
Was der Beruf verlangt
Die Notaufnahme arbeitet rund um die Uhr. Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören fest dazu, ebenso Bereitschaftsdienste. Das Patientenaufkommen ist kaum planbar, Wartezeiten und Überfüllung sind in vielen Häusern Alltag, und Personalmangel in Pflege und Ärzteschaft verschärft den Druck. Entscheidungen fallen unter Zeitdruck und mit unvollständigen Informationen, Fehler können schwer wiegen. Belastend sind auch der Umgang mit Sterbenden, aggressiven oder alkoholisierten Patienten und überforderten Angehörigen sowie Konflikte mit Abteilungen, die keine Betten frei haben. Wer hier arbeitet, braucht ein breites Wissen über viele Fachgebiete, Belastbarkeit, klare Kommunikation und die Fähigkeit, nach schwierigen Nächten abzuschalten.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. Seit der Reform der Notfallversorgung und den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses müssen Kliniken, die an der Notfallversorgung teilnehmen, in der Notaufnahme Ärzte mit dieser Zusatzbezeichnung vorhalten. Viele Häuser suchen deshalb gezielt, gerade in ländlichen Regionen. Übliche Entwicklungsschritte sind die Oberarztstelle in der Notaufnahme und später die ärztliche Leitung einer zentralen Notaufnahme. Daneben bieten sich Tätigkeiten als Notarzt im Rettungsdienst, in der Intensivmedizin, als Leitender Notarzt oder in der Lehre an Simulationszentren an. Wer die Belastung des Schichtdienstes nicht dauerhaft tragen will, kann in die internistische Stationsarbeit, in eine Praxis oder in den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung wechseln.
Aufgaben
- Patienten nach der Ersteinschätzung untersuchen und die Dringlichkeit beurteilen
- Labor, EKG, Ultraschall und Röntgen oder CT anordnen und auswerten
- lebensbedrohliche Zustände wie Herzinfarkt, Sepsis oder Atemversagen stabilisieren
- Reanimationen leiten und Atemwege sichern
- über stationäre Aufnahme, Verlegung oder Entlassung entscheiden
- mit Kardiologie, Chirurgie, Neurologie und Intensivstation Behandlungen abstimmen
- Befunde dokumentieren und Arztbriefe schreiben
- Assistenzärzte und Pflegekräfte anleiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und deutsche Approbation
- Facharztanerkennung Innere Medizin
- Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin der Landesärztekammer
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten
- Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck und psychische Belastbarkeit
- Sichere Deutschkenntnisse, bei ausländischem Abschluss Fachsprachprüfung
Wo man arbeitet
- Zentrale Notaufnahmen kommunaler Krankenhäuser
- Notaufnahmen von Universitätskliniken
- Notaufnahmen privater und kirchlicher Klinikträger
- Rettungsdienst als Notarzt
- Intensivstationen
Der Weg in den Beruf
Nach sechs Jahren Medizinstudium mit Approbation folgt eine sechsjährige Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin. Die Zusatz-Weiterbildung Klinische Akut- und Notfallmedizin umfasst 24 Monate in einer Notaufnahme und endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Insgesamt dauert der Weg meist zwölf bis vierzehn Jahre ab Studienbeginn.
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