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Gesundheit & Pflege

Facharzt Kinder- und Jugendmedizin Neonatologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neonatologie behandeln Früh- und kranke Neugeborene, meist auf Intensivstationen von Perinatalzentren. Sie versorgen Kinder ab der Grenze der Lebensfähigkeit bis zur Entlassung und begleiten die Eltern.

16 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Kinder- und Jugendmedizin Neonatologie verdient

8.300 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.800 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.800 € 7.200 € 7.700 € 86.400 €
Mit Berufserfahrung 7.500 € 8.300 € 9.500 € 99.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 10.500 € 15.000 € 126.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken der TV-Ärzte TdL; die Eingruppierung als Facharzt, Oberarzt oder leitender Oberarzt bestimmt das Grundgehalt. Hinzu kommen Vergütungen für Bereitschafts- und Nachtdienste, die das tatsächliche Einkommen deutlich erhöhen, während Chefarztverträge frei verhandelt werden und weit über den Tarif hinausgehen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neonatologie?

Die Arbeit findet überwiegend auf neonatologischen Intensivstationen statt. Dort liegen Frühgeborene ab etwa der 23. Schwangerschaftswoche, oft unter 1.000 Gramm schwer, außerdem reife Neugeborene mit Atemstörungen, Infektionen, Fehlbildungen oder Sauerstoffmangel unter der Geburt. Neonatologinnen und Neonatologen stehen bei Risikogeburten im Kreißsaal bereit, übernehmen die Erstversorgung und stabilisieren Atmung und Kreislauf. Auf Station legen sie Nabel- und zentrale Venenkatheter, intubieren, steuern Beatmung und CPAP, geben Surfactant, berechnen Infusionen und Ernährung auf das Gramm genau und schallen Kopf, Herz und Bauch. Zur Arbeit gehören tägliche Visiten mit der Pflege, Absprachen mit Geburtshilfe, Kinderchirurgie und Kardiologie sowie viele Gespräche mit Eltern, die in einer Ausnahmesituation sind. Hinzu kommen Dokumentation, Qualitätssicherung und die Planung der Nachsorge.

Wie wird man Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neonatologie?

Der Weg beginnt mit einem Medizinstudium von rund sechs Jahren und der Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, die nach der Musterweiterbildungsordnung 60 Monate dauert und mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer endet. Für den Schwerpunkt Neonatologie sind weitere 36 Monate an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte nötig, in der Regel einem Perinatalzentrum, gefolgt von einer weiteren Prüfung. Insgesamt liegen zwischen Studienbeginn und Schwerpunktanerkennung meist 14 Jahre oder mehr. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich.

Was der Beruf verlangt

Der Dienstplan umfasst Nachtdienste, Bereitschaftsdienste und Wochenenden, da Frühgeburten nicht planbar sind. Lange Schichten mit wenig Schlaf gehören dazu. Viele Stationen leiden unter Mangel an spezialisierten Pflegekräften, was zu Bettensperrungen, Verlegungen und zusätzlichem Druck führt. Fehler wirken sich bei so kleinen Patienten schnell aus, die Verantwortung ist hoch. Emotional belastend sind das Sterben von Kindern, Entscheidungen an der Grenze der Lebensfähigkeit, palliative Begleitung und Gespräche über bleibende Schäden. Gefragt sind ruhige Hände bei sehr feinen Eingriffen, schnelle Entscheidungen im Notfall, Teamarbeit auf Augenhöhe mit der Pflege und die Fähigkeit, schwierige Nachrichten verständlich zu überbringen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Durch die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Versorgung von Früh- und Reifgeborenen brauchen Perinatalzentren eine Mindestzahl an Neonatologen, gleichzeitig wird die Versorgung auf weniger, größere Zentren konzentriert. Stellen gibt es daher vor allem in Universitätskliniken und großen Krankenhäusern, auf dem Land seltener. Übliche Entwicklungswege sind die Oberarzt- und Chefarztposition, eine wissenschaftliche Laufbahn mit Habilitation oder der Wechsel in die Nachsorge, etwa in ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Möglich ist auch die Niederlassung als Kinderärztin oder Kinderarzt in eigener Praxis, wobei der Schwerpunkt dort nur am Rand eine Rolle spielt.

Aufgaben

  • Früh- und Neugeborene bei Risikogeburten im Kreißsaal erstversorgen
  • Beatmung, CPAP und Sauerstoffgabe einstellen und überwachen
  • Nabelkatheter, zentrale Zugänge und Magensonden legen
  • Infusionen, Medikamente und Ernährung nach Körpergewicht berechnen
  • Ultraschall von Kopf, Herz und Bauch durchführen
  • Visiten mit Pflege und anderen Fachabteilungen leiten
  • Eltern über Zustand, Prognose und Behandlung aufklären
  • Entlassung und Nachsorge planen und dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Facharztanerkennung Kinder- und Jugendmedizin
  • Schwerpunktanerkennung Neonatologie nach 36 Monaten Weiterbildung
  • Feinmotorisches Geschick für Eingriffe an sehr kleinen Patienten
  • Belastbarkeit in Notfällen und im Nacht- und Bereitschaftsdienst
  • Einfühlungsvermögen und Klarheit in Gesprächen mit Eltern

Wo man arbeitet

  • Perinatalzentren Level 1 und 2
  • Universitätskliniken
  • Kinderkliniken großer Krankenhäuser
  • Sozialpädiatrische Zentren und Nachsorgeeinrichtungen
  • Forschungseinrichtungen

Der Weg in den Beruf

Nach einem etwa sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Prüfung bei der Landesärztekammer. Daran schließen sich 36 Monate Weiterbildung im Schwerpunkt Neonatologie an einem Perinatalzentrum an, die ebenfalls mit einer Prüfung enden.

Offene Stellen als Facharzt Kinder- und Jugendmedizin Neonatologie

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