Facharzt Orthopädie / Unfallchirurgie
Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie behandeln Verletzungen, Verschleiß und Fehlbildungen von Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen, konservativ oder operativ. Sie arbeiten in Kliniken, Notaufnahmen und Praxen.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Facharzt Orthopädie / Unfallchirurgie verdient
8.400 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.800 bis 16.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 6.800 € | 7.200 € | 8.000 € | 86.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 7.500 € | 8.400 € | 9.500 € | 100.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 9.000 € | 11.000 € | 16.000 € | 132.000 € |
In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte/TdL, kirchliche und private Träger wie Helios oder Asklepios haben eigene Tarifwerke; dort steigt das Gehalt vor allem mit Berufsjahren und dem Aufstieg zum Oberarzt, Bereitschaftsdienste kommen erheblich hinzu. In eigener Praxis hängt das Einkommen stark vom Anteil privat Versicherter, von Operationen und Durchgangsarzttätigkeit ab, Chefarztverträge werden frei verhandelt und liegen oft deutlich über den genannten Werten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie?
Das Fach umfasst zwei Bereiche, die seit 2003 in einer gemeinsamen Weiterbildung zusammengefasst sind. In der Unfallchirurgie geht es um akute Verletzungen: Knochenbrüche nach Stürzen, Bänderrisse beim Sport, Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen. Ärztinnen und Ärzte untersuchen in der Notaufnahme, werten Röntgen-, CT- und MRT-Bilder aus, richten Brüche ein, legen Gips an und operieren mit Platten, Schrauben und Nägeln. In der Orthopädie stehen chronische Leiden im Vordergrund: Arthrose an Hüfte und Knie, Bandscheibenvorfälle, Fehlstellungen der Füße oder der Wirbelsäule. Hier gehören Gelenkspiegelungen, Endoprothesen und Wirbelsäuleneingriffe ebenso zum Alltag wie Injektionen, Verordnungen von Physiotherapie und Hilfsmitteln sowie Gespräche über die Frage, ob eine Operation überhaupt sinnvoll ist. Dazu kommen Visiten, Arztbriefe, Aufklärungsgespräche und Dokumentation, die einen großen Teil der Arbeitszeit beanspruchen. In Praxen mit Zulassung als Durchgangsarzt werden außerdem Arbeits- und Wegeunfälle für die Berufsgenossenschaften behandelt und begutachtet.
Wie wird man Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie?
Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und die Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von mindestens sechs Jahren an zugelassenen Weiterbildungsstätten, meist Kliniken. Sie beginnt mit einer chirurgischen Basisweiterbildung, zu der auch Zeiten in Notaufnahme und Intensivmedizin gehören, und führt dann in die fachspezifischen Inhalte. Ein Katalog an selbst durchgeführten Operationen und Behandlungen muss nachgewiesen werden. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Landesärztekammer. Einen Quereinstieg ohne Medizinstudium gibt es nicht. Nach dem Facharzt sind Zusatzweiterbildungen möglich, etwa Spezielle Unfallchirurgie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Sportmedizin oder Manuelle Medizin.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd. Operationen dauern teils mehrere Stunden im Stehen, unter Bleischürze bei Röntgenkontrolle, und verlangen Kraft beim Reponieren von Brüchen oder beim Einsetzen von Prothesen. In der Klinik gehören Nachtdienste, Wochenend- und Rufbereitschaften zum Normalfall, vor allem in der Unfallchirurgie mit ihrer Notfallversorgung. Überstunden sind verbreitet, und der Dokumentationsaufwand wird von vielen als belastend beschrieben. Schwerverletzte und Komplikationen nach Eingriffen erfordern Entscheidungen unter Zeitdruck und emotionale Stabilität. Die Weiterbildung ist lang, und die geforderten Operationszahlen zu erreichen, hängt stark von der Klinik ab. In der Praxis verschiebt sich die Belastung: weniger Nachtdienste, dafür hoher Patientendurchlauf, wirtschaftliche Verantwortung und Bürokratie mit Kassen und Berufsgenossenschaften.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und dürfte weiter steigen. Eine alternde Bevölkerung bedeutet mehr Arthrose, Osteoporose und Stürze, während viele niedergelassene Orthopäden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig verändert die Krankenhausreform die Kliniklandschaft: Eingriffe werden stärker in Zentren gebündelt, kleinere Häuser verlieren Abteilungen, und mehr Operationen wandern in den ambulanten Bereich. In der Klinik führt der Weg vom Facharzt zum Oberarzt und zum Chefarzt. Alternativ bieten sich die Niederlassung in eigener Praxis oder einem medizinischen Versorgungszentrum, die Tätigkeit in Reha-Kliniken, als Gutachter oder in der Sportmedizin an. Auf dem Land sind freie Kassensitze leichter zu bekommen als in Großstädten.
Aufgaben
- Verletzte in der Notaufnahme untersuchen und Erstversorgung leiten
- Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen auswerten
- Knochenbrüche einrichten und operativ stabilisieren
- Künstliche Hüft- und Kniegelenke einsetzen
- Gelenkspiegelungen und Eingriffe an der Wirbelsäule durchführen
- Patientinnen und Patienten über Operationen aufklären und Nachsorge planen
- Physiotherapie, Hilfsmittel und Medikamente verordnen
- Arztbriefe, Befunde und Gutachten für Berufsgenossenschaften schreiben
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Medizinstudium und Approbation als Ärztin oder Arzt
- Abgeschlossene Facharztweiterbildung Orthopädie und Unfallchirurgie mit Prüfung vor der Ärztekammer
- Gute körperliche Belastbarkeit für lange Operationen im Stehen
- Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
- Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Bereitschaftsdiensten
- Entscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck
Wo man arbeitet
- Krankenhäuser mit unfallchirurgischer oder orthopädischer Abteilung
- Unfallkliniken der Berufsgenossenschaften
- Fachkliniken für Orthopädie und Endoprothetik
- Orthopädische Praxen und medizinische Versorgungszentren
- Rehabilitationskliniken
- Gutachterstellen und sportmedizinische Einrichtungen
Der Weg in den Beruf
Nach einem Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Staatsexamen und Approbation folgt eine Facharztweiterbildung von mindestens sechs Jahren an zugelassenen Kliniken. Sie endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer und der Anerkennung als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 6.700 – 15.000 €
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