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Gesundheit & Pflege

Facharzt Pädiatrie Vertretungseinsatz

Fachärztinnen und Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin im Vertretungseinsatz übernehmen zeitlich befristet die Versorgung in Kinderarztpraxen oder Kinderkliniken, etwa bei Urlaub, Krankheit oder unbesetzten Stellen. Sie arbeiten freiberuflich als Honorarärzte oder angestellt über Vermittlungsagenturen.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Pädiatrie Vertretungseinsatz verdient

10.000 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 7.000 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 7.000 € 8.500 € 11.000 € 102.000 €
Mit Berufserfahrung 8.000 € 10.000 € 13.000 € 120.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 9.000 € 11.500 € 15.000 € 138.000 €

Als Bezugsgröße dient der TV-Ärzte/VKA für Fachärzte an kommunalen Kliniken, Vertretungsärzte liegen bei Agenturanstellung meist darüber, freiberufliche Honorarärzte rechnen nach Stunden- oder Tagessätzen ab und tragen davon selbst Versicherung, Altersvorsorge und auftragsfreie Zeiten. Den größten Unterschied machen die Abrechnungsform, der Anteil an Nacht- und Wochenenddiensten sowie die Region, in der ländliche und schwer besetzbare Einsätze besser bezahlt werden.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Pädiatrie im Vertretungseinsatz?

Im Vertretungseinsatz springt eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt dort ein, wo Personal fehlt: in einer Praxis, deren Inhaberin im Urlaub ist, in einer Kinderklinik mit offenen Stellen oder in einem Dienstplan, der sich ohne externe Hilfe nicht füllen lässt. Die medizinische Arbeit unterscheidet sich kaum von der einer fest angestellten Fachärztin. In der Praxis stehen Vorsorgeuntersuchungen von der U3 bis zur J1, Impfungen, Infekte, Hautausschläge, Bauchschmerzen und Entwicklungsfragen im Vordergrund. Dazu kommen Gespräche mit besorgten Eltern, Atteste, Überweisungen und die Dokumentation im fremden Praxisverwaltungssystem. In der Klinik übernehmen Vertretungsärzte Stationsarbeit, Notaufnahme sowie Nacht- und Wochenenddienste, teils auch auf der Neugeborenenstation. Der Unterschied liegt im ständigen Wechsel: neue Teams, neue Abläufe, andere Software, oft in einer fremden Stadt.

Wie wird man Facharzt für Pädiatrie im Vertretungseinsatz?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von rund sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, die mindestens fünf Jahre dauert und überwiegend in Kinderkliniken absolviert wird. Sie endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer. Eine eigene Ausbildung für Vertretungsarbeit gibt es nicht. Wer in diese Arbeitsform wechselt, hat in der Regel einige Jahre als Facharzt gearbeitet, weil Vertretungsärzte ohne Einarbeitung selbstständig entscheiden müssen. Der Einstieg läuft über direkte Anfragen von Praxen, über Kontakte aus der eigenen Weiterbildungszeit oder über Vermittlungsagenturen. Für Klinikeinsätze wird seit der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Scheinselbstständigkeit meist eine Anstellung, etwa über Arbeitnehmerüberlassung, verlangt. Praxisvertretungen werden häufiger noch freiberuflich abgerechnet.

Was der Beruf verlangt

Vertretungsarbeit bedeutet, sich innerhalb weniger Stunden in eine fremde Umgebung einzufinden und trotzdem sicher zu entscheiden. Das verlangt breite Erfahrung, denn eine Oberärztin zum Nachfragen ist nicht immer erreichbar. In der Infektsaison sind Praxen überfüllt, vierzig bis sechzig Kinder pro Tag sind keine Seltenheit. Klinikeinsätze bestehen oft gerade aus den Diensten, die das Stammpersonal nicht besetzen kann, also Nächte, Wochenenden und Feiertage. Häufiges Reisen, wechselnde Unterkünfte und Wochen fern von Familie und Freundeskreis gehören für viele dazu. Wer freiberuflich arbeitet, kümmert sich selbst um Berufshaftpflicht, Altersvorsorge über das ärztliche Versorgungswerk, Krankenversicherung und Buchhaltung und hat kein Einkommen in Zeiten ohne Auftrag. Fachlich bleibt man außerhalb fester Teams leichter isoliert und muss Fortbildungen selbst organisieren.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch. In der ambulanten Kinder- und Jugendmedizin fehlen in vielen Regionen Praxisnachfolger, und Kinderkliniken kämpfen mit unbesetzten Stellen und schließen teilweise Betten. Vertretungen in ländlichen Gebieten und in der Infektsaison werden besonders gesucht. Die Abhängigkeit vom Honorarmodell bringt allerdings rechtliche Unsicherheit, weil die Grenze zwischen Selbstständigkeit und Anstellung streng geprüft wird. Viele nutzen Vertretungen als Übergangsphase, um Praxen kennenzulernen, bevor sie einen Kassensitz übernehmen oder sich anstellen lassen. Andere spezialisieren sich, etwa auf Neonatologie oder Kinderkardiologie, oder wechseln später in eine feste Oberarztposition.

Aufgaben

  • Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen bei Kindern und Jugendlichen durchführen
  • Akut erkrankte Kinder untersuchen, Diagnosen stellen und Therapien verordnen
  • Eltern zu Krankheitsverlauf, Medikamenten und Entwicklung beraten
  • Nacht-, Wochenend- und Notaufnahmedienste in Kinderkliniken übernehmen
  • Befunde, Atteste, Überweisungen und Abrechnungsdaten im jeweiligen System dokumentieren
  • Sich kurzfristig in Abläufe und Teams wechselnder Einsatzorte einarbeiten
  • Übergaben an die Stammärzte vorbereiten und offene Fälle weitergeben

Voraussetzungen

  • Approbation als Ärztin oder Arzt
  • Facharztanerkennung für Kinder- und Jugendmedizin
  • Mehrjährige Berufserfahrung für selbstständiges Arbeiten ohne Einarbeitung
  • Berufshaftpflichtversicherung, bei Freiberuflichkeit selbst abzuschließen
  • Bereitschaft zu Reisen, Diensten und wechselnden Einsatzorten
  • Ruhe im Umgang mit kranken Kindern und besorgten Eltern

Wo man arbeitet

  • Kinder- und Jugendarztpraxen
  • Kinderkliniken und pädiatrische Abteilungen in Krankenhäusern
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Kinderärztliche Notdienstpraxen
  • Vermittlungsagenturen für Ärzte

Der Weg in den Beruf

Nach einem etwa sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine mindestens fünfjährige Weiterbildung in Kinder- und Jugendmedizin, die mit der Facharztprüfung vor der Landesärztekammer endet. Vertretungsarbeit beginnt meist erst nach einigen Jahren Facharzterfahrung, freiberuflich oder angestellt über eine Agentur.

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