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Gesundheit & Pflege

Facharzt Pathologie

Fachärztinnen und Fachärzte für Pathologie untersuchen Gewebe- und Zellproben unter dem Mikroskop und mit molekularen Methoden und stellen daraus Diagnosen, vor allem bei Krebserkrankungen. Ihre Befunde entscheiden oft darüber, wie Patientinnen und Patienten behandelt werden.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Pathologie verdient

8.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.700 bis 15.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.700 € 7.100 € 8.000 € 85.200 €
Mit Berufserfahrung 7.400 € 8.200 € 9.800 € 98.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.800 € 10.500 € 15.000 € 126.000 €

In kommunalen Kliniken gilt der TV-Ärzte/VKA, an Unikliniken der TV-Ärzte TdL, mit festen Stufen für Fachärzte, Oberärzte und leitende Oberärzte; dort ist die Spanne eng. Deutlich mehr verdienen Chefärzte und vor allem niedergelassene Partner in Gemeinschaftspraxen oder Versorgungszentren, deren Einkommen frei verhandelt wird oder vom Gewinn abhängt.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Pathologie?

Der größte Teil der Arbeit findet am Mikroskop und zunehmend am Bildschirm statt. Aus Krankenhäusern und Praxen kommen täglich Gewebeproben: Biopsien aus Darm, Brust oder Prostata, entfernte Organe, Lymphknoten, Hautveränderungen. Pathologinnen und Pathologen beschreiben das Material makroskopisch, schneiden es zu und beurteilen anschließend die gefärbten Gewebeschnitte. Sie bestimmen, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist, wie weit er sich ausgebreitet hat und ob er vollständig entfernt wurde. Hinzu kommen Zytologie, also die Beurteilung einzelner Zellen etwa aus Abstrichen, sowie Immunhistochemie und Molekularpathologie, mit denen genetische Veränderungen nachgewiesen werden, die für zielgerichtete Krebstherapien entscheidend sind. Während laufender Operationen erstellen sie Schnellschnittdiagnosen, auf die das OP-Team wartet. In Tumorkonferenzen stellen sie ihre Befunde vor und beraten mit Onkologie, Chirurgie und Strahlentherapie über die Behandlung. Obduktionen gehören ebenfalls zum Fach, machen aber heute nur einen kleinen Teil der Arbeit aus. Direkten Kontakt zu Patienten gibt es kaum.

Wie wird man Facharzt für Pathologie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von gut sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie, die nach der Weiterbildungsordnung der Landesärztekammern 72 Monate dauert und an zugelassenen Weiterbildungsstätten absolviert wird, meist in Instituten an Kliniken oder in großen pathologischen Praxen. In dieser Zeit arbeiten Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung angestellt und voll bezahlt. Am Ende steht eine mündliche Prüfung vor der Ärztekammer. Ein Quereinstieg ohne Medizinstudium ist nicht möglich; ein Wechsel aus anderen ärztlichen Fachrichtungen schon, wobei einzelne Weiterbildungszeiten angerechnet werden können.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit erfordert lange Konzentration, ein sehr gutes visuelles Gedächtnis und die Bereitschaft, sich ständig in neue Klassifikationen und Testverfahren einzuarbeiten. Viele Stunden am Mikroskop bedeuten einseitige Körperhaltung, Belastung für Augen, Nacken und Rücken. Die Verantwortung ist groß: Eine Fehldiagnose kann zu einer unnötigen Operation oder zu einer übersehenen Krebserkrankung führen, und das Ergebnis wird von anderen selten noch einmal überprüft. Bei Schnellschnitten muss innerhalb weniger Minuten entschieden werden. Im Zuschnitt wird mit Formalin und anderen Chemikalien gearbeitet, Obduktionen sind für manche emotional belastend. Wegen Personalmangel ist das Probenaufkommen pro Kopf oft hoch. Dafür sind die Arbeitszeiten im Vergleich zu anderen ärztlichen Fächern planbar, Nachtdienste gibt es kaum, Wochenendarbeit meist nur als Rufbereitschaft für dringende Befunde. Wer den direkten Umgang mit Patienten sucht, wird das Fach als einsam empfinden.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wächst. Die Zahl der Krebsdiagnosen steigt mit dem Alter der Bevölkerung, gleichzeitig gehen viele Pathologinnen und Pathologen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, und das Fach hat ohnehin wenig Nachwuchs. Fachärztinnen und Fachärzte finden daher in der Regel ohne Schwierigkeiten eine Stelle. Die Arbeit verändert sich durch digitale Pathologie, bei der Schnitte eingescannt und am Bildschirm befundet werden, sowie durch Bildanalyse mit künstlicher Intelligenz, die als Hilfsmittel eingesetzt wird. Entwicklungswege führen zur Oberarzt- oder Chefarztstelle, in die Forschung mit Habilitation, in die Molekularpathologie oder Neuropathologie als Spezialisierung oder in die Niederlassung, etwa als Partner in einer Gemeinschaftspraxis oder einem medizinischen Versorgungszentrum.

Aufgaben

  • Gewebeproben und Operationspräparate begutachten und zuschneiden
  • Gewebeschnitte am Mikroskop oder digital befunden
  • Schnellschnittdiagnosen während laufender Operationen stellen
  • Zellabstriche und Punktate zytologisch beurteilen
  • Immunhistochemische und molekularpathologische Untersuchungen auswerten
  • Befunde in Tumorkonferenzen vorstellen und mit behandelnden Ärzten besprechen
  • Obduktionen durchführen und dokumentieren
  • Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Facharztanerkennung Pathologie der Landesärztekammer nach 72 Monaten Weiterbildung
  • Ausdauer und Konzentration bei langer Arbeit am Mikroskop
  • Sorgfalt und Entscheidungssicherheit unter Zeitdruck
  • Bereitschaft zur ständigen Fortbildung, besonders in Molekularpathologie
  • Gute Deutschkenntnisse für präzise schriftliche Befunde

Wo man arbeitet

  • Institute für Pathologie an Krankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Pathologische Gemeinschaftspraxen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Forschungseinrichtungen
  • Rechtsmedizinische und neuropathologische Institute

Der Weg in den Beruf

Nach einem gut sechsjährigen Medizinstudium und der Approbation folgt eine 72-monatige Weiterbildung an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte. Sie endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer und der Anerkennung als Facharzt oder Fachärztin für Pathologie.

Offene Stellen als Facharzt Pathologie

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Offene Stellen
69
Monatsbrutto
6.800 – 16.000 €

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