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Gesundheit & Pflege

Facharzt Psychosom. Medizin u. Psychotherapie

Fachärztinnen und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie behandeln Menschen, deren körperliche Beschwerden eng mit seelischen Belastungen verbunden sind, etwa bei chronischen Schmerzen, Essstörungen, Depressionen oder Traumafolgen. Sie verbinden ärztliche Diagnostik mit Psychotherapie.

17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Facharzt Psychosom. Medizin u. Psychotherapie verdient

7.700 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 6.400 bis 12.000 Euro.

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 6.400 € 6.800 € 7.400 € 81.600 €
Mit Berufserfahrung 7.000 € 7.700 € 8.800 € 92.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.200 € 9.500 € 12.000 € 114.000 €

In kommunalen und universitären Kliniken gelten der TV-Ärzte/VKA beziehungsweise der TV-Ärzte/TdL mit festen Stufen nach Berufsjahren, Oberärzte steigen in eine höhere Entgeltgruppe auf; private Reha- und Klinikträger zahlen teils nach Haustarif oder frei verhandelt. In der eigenen Praxis hängt das Einkommen von Kassenzulassung, Privatpatientenanteil und Auslastung ab und liegt wegen der niedrigen Vergütung von Gesprächsleistungen oft unter dem anderer Facharztgruppen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie?

Im Mittelpunkt stehen Patientinnen und Patienten, bei denen Körper und Psyche nicht getrennt zu betrachten sind: Menschen mit Reizdarm ohne organischen Befund, mit Schmerzen nach einer ausgeheilten Verletzung, mit Magersucht, Erschöpfung, Angststörungen oder den seelischen Folgen einer Krebserkrankung. Der Arbeitstag besteht zum größten Teil aus Gesprächen. Dazu gehören Erstgespräche mit ausführlicher Anamnese, Einzel- und Gruppentherapien, Kriseninterventionen und Gespräche mit Angehörigen. Anders als psychologische Psychotherapeuten bleiben sie Ärzte: Sie untersuchen körperlich, werten Laborbefunde aus, schließen organische Ursachen aus, verordnen Medikamente und stellen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus. In Kliniken leiten sie Behandlungsteams aus Pflege, Psychologie, Körper- und Kunsttherapie, führen Visiten und schreiben Arztbriefe und Gutachten. Im Konsiliardienst werden sie auf andere Stationen gerufen, etwa zu Patienten nach einem Herzinfarkt oder einer Transplantation.

Wie wird man Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie?

Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium von mindestens sechs Jahren mit Approbation. Danach folgt eine Weiterbildung von 60 Monaten an zugelassenen Weiterbildungsstätten, in der Regel als angestellte Assistenzärztin in einer psychosomatischen Klinik. Ein Teil der Zeit wird in der Psychiatrie sowie in der Inneren Medizin oder Allgemeinmedizin verbracht. Parallel dazu wird eine Psychotherapie-Ausbildung in einem Verfahren wie Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie absolviert, mit Theorie, Fallsupervision, Balintgruppe und eigener Selbsterfahrung. Diese Anteile finden oft abends oder am Wochenende an Instituten statt und sind teilweise selbst zu bezahlen. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer. Ein Wechsel aus einem anderen Fachgebiet ist möglich, bereits geleistete Zeiten werden teilweise angerechnet. Ohne Medizinstudium führt kein Weg in diesen Beruf.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich wenig anstrengend, seelisch aber fordernd. Täglich geht es um Gewalt, Missbrauch, Suizidgedanken und chronisches Leid, und Fortschritte zeigen sich oft erst nach Monaten. Wer sich schlecht abgrenzen kann, trägt diese Geschichten mit nach Hause. Nötig sind Geduld, die Fähigkeit zum genauen Zuhören und die Bereitschaft, das eigene Verhalten in Supervision immer wieder zu hinterfragen. Der Weg ist lang und teuer: Bis zum Facharzt vergehen nach dem Abitur meist zwölf Jahre oder mehr. In Kliniken fallen Bereitschaftsdienste an, wenn auch seltener als in akutmedizinischen Fächern. Die Dokumentation, Anträge an Krankenkassen und Gutachten für Rentenversicherungen nehmen viel Zeit ein. In der Praxis werden Gesprächsleistungen vergleichsweise niedrig vergütet, was das Einkommen im Vergleich zu technischen Fächern begrenzt.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und steigt. Wartezeiten auf einen Therapieplatz betragen vielerorts Monate, psychosomatische Kliniken und Rehaeinrichtungen suchen Fachärzte, und viele Stellen bleiben lange unbesetzt, besonders außerhalb der Großstädte. Nach der Facharztprüfung sind Oberarzt- und Chefarztpositionen erreichbar. Eine eigene Praxis mit Kassenzulassung ist möglich, die Sitze sind aber wegen der Bedarfsplanung in vielen Regionen gesperrt und müssen übernommen werden. Alternativen sind Privatpraxis, Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum, Gutachtertätigkeit oder Lehre an Weiterbildungsinstituten. Zusatzqualifikationen etwa in Traumatherapie, spezieller Schmerzpsychotherapie oder Sozialmedizin erweitern die Möglichkeiten.

Aufgaben

  • Ausführliche Erstgespräche führen und Diagnosen nach ICD stellen
  • Körperliche Untersuchungen durchführen und organische Ursachen ausschließen
  • Einzel- und Gruppenpsychotherapien leiten
  • Medikamente verordnen und deren Wirkung überwachen
  • Behandlungspläne im Team mit Pflege, Psychologie und Fachtherapien abstimmen
  • Konsiliarisch Patienten auf anderen Stationen beurteilen
  • Arztbriefe, Therapieanträge und sozialmedizinische Gutachten schreiben
  • Assistenzärzte anleiten und an Supervisionen teilnehmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation
  • Fünfjährige Facharztweiterbildung mit bestandener Prüfung vor der Ärztekammer
  • Psychotherapeutische Ausbildung einschließlich Selbsterfahrung und Supervision
  • Psychische Belastbarkeit und Fähigkeit zur Abgrenzung
  • Geduld und Fähigkeit zum genauen Zuhören
  • Sehr gute Deutschkenntnisse, da die Arbeit fast vollständig sprachlich ist

Wo man arbeitet

  • Psychosomatische Fachkliniken
  • Abteilungen für Psychosomatik in Krankenhäusern und Universitätskliniken
  • Rehabilitationskliniken
  • Eigene Praxis oder Gemeinschaftspraxis
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Gutachterdienste der Rentenversicherung

Der Weg in den Beruf

Nach einem mindestens sechsjährigen Medizinstudium mit Approbation folgt eine 60-monatige Weiterbildung als Assistenzarzt, die Stationen in Psychiatrie und Innerer Medizin oder Allgemeinmedizin einschließt. Begleitend wird eine Psychotherapie-Ausbildung mit Selbsterfahrung absolviert. Abschluss ist die Facharztprüfung vor der Landesärztekammer.

Offene Stellen als Facharzt Psychosom. Medizin u. Psychotherapie

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