Fachdozent für Informatik
Fachdozentinnen und Fachdozenten für Informatik unterrichten Erwachsene in IT-Themen wie Programmierung, Netzwerktechnik, Datenbanken oder IT-Sicherheit, meist bei Bildungsträgern, in Umschulungen oder in der betrieblichen Weiterbildung. Viele arbeiten freiberuflich auf Honorarbasis.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fachdozent für Informatik verdient
4.200 Euro brutto im Monat sind der mittlere Verdienst mit Berufserfahrung. Über alle Erfahrungsstufen reicht die Spanne von 3.200 bis 6.000 Euro.
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.200 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.200 € | 5.000 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.900 € | 6.000 € | 58.800 € |
Für angestellte Dozenten bei Trägern geförderter Weiterbildung nach SGB II und III gilt als Untergrenze der allgemeinverbindliche Mindestlohn-Tarifvertrag für die pädagogische Aus- und Weiterbildung, darüber wird frei verhandelt. Am stärksten hängt das Einkommen davon ab, ob man angestellt oder freiberuflich auf Stundenhonorar arbeitet und ob man geförderte Umschulungen oder deutlich besser bezahlte Firmenschulungen unterrichtet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fachdozent für Informatik?
Fachdozenten für Informatik vermitteln IT-Wissen an Erwachsene. Typische Teilnehmende sind Umschüler auf dem Weg zum Fachinformatiker, Arbeitssuchende in geförderten Weiterbildungen, Beschäftigte in Firmenschulungen oder Studierende an privaten Hochschulen und Berufsakademien. Unterrichtet wird zum Beispiel Programmieren in Java, Python oder C#, Netzwerktechnik, Linux-Administration, Datenbanken mit SQL, Cloud-Dienste oder IT-Sicherheit. Zum Alltag gehören das Vorbereiten von Unterrichtseinheiten, das Erstellen von Übungsaufgaben und Projekten, der Unterricht selbst in Präsenz oder online, das Korrigieren von Tests und die Vorbereitung auf IHK-Prüfungen oder Herstellerzertifikate. Dazu kommt Verwaltungsarbeit: Anwesenheitslisten führen, Lernstände dokumentieren, mit Kursleitung und Jobcentern abstimmen.
Wie wird man Fachdozent für Informatik?
Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Die meisten kommen über die Fachpraxis in den Beruf: mit einem Informatikstudium oder einer Ausbildung zum Fachinformatiker und mehreren Jahren Berufserfahrung als Entwickler, Administratorin oder Netzwerktechniker. Bildungsträger, deren Kurse nach AZAV zugelassen sind, verlangen in der Regel einen Nachweis der fachlichen und didaktischen Eignung. Didaktische Grundlagen lassen sich berufsbegleitend erwerben, etwa über die Ausbildereignung nach AEVO oder eine Weiterbildung zum zertifizierten Trainer. Herstellerzertifikate von Microsoft, Cisco oder AWS sind in vielen Kursen gefragt oder Voraussetzung. Der Quereinstieg aus der IT-Praxis ist der Normalfall, oft zunächst nebenberuflich mit einzelnen Kursen.
Was der Beruf verlangt
Der Unterricht verlangt mehr als Fachwissen. Lerngruppen in der Erwachsenenbildung sind sehr gemischt: Neben Teilnehmenden mit Vorkenntnissen sitzen Menschen, die zum ersten Mal programmieren, die unfreiwillig vom Jobcenter geschickt wurden oder mit Sprachproblemen kämpfen. Geduld, klare Erklärungen und ein Umgang mit Frust und Motivationsproblemen gehören dazu. Unterrichtstage sind lang, oft sechs bis acht Stunden Sprechen vor einer Gruppe. Die Vorbereitung wird bei Honorarkräften häufig nicht eigens bezahlt. Die IT verändert sich schnell, wer stehen bleibt, unterrichtet bald veraltete Inhalte; die eigene Weiterbildung findet oft in der Freizeit statt. Freiberufliche Dozenten tragen das Risiko schwankender Auslastung, wenn Kurse ausfallen oder Fördermittel gekürzt werden, und müssen Krankenversicherung und Altersvorsorge selbst finanzieren. Bei Honorarverträgen besteht zudem ein Risiko der Scheinselbstständigkeit, weshalb manche Träger inzwischen stärker auf Festanstellungen setzen.
Aussichten
Der Bedarf an IT-Fachkräften hält die Nachfrage nach Umschulungen und Weiterbildungen hoch, besonders in Programmierung, Cloud, Datenanalyse und IT-Sicherheit. Gleichzeitig hängt ein großer Teil des Marktes an der Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit und schwankt mit deren Budget. Da Fachleute in der IT-Praxis meist besser verdienen, finden Bildungsträger nicht leicht qualifizierte Dozenten. Entwicklungswege führen in die Kurs- oder Bereichsleitung bei einem Bildungsträger, in die Konzeption von Lehrgängen und E-Learning-Angeboten, in die Prüfungsausschüsse der IHK oder in die Selbstständigkeit mit spezialisierten Firmenschulungen. Mit Promotion oder entsprechender Praxis ist auch eine Lehrtätigkeit an Hochschulen möglich.
Aufgaben
- Unterrichtseinheiten zu Programmierung, Netzwerken oder Datenbanken planen und vorbereiten
- Kurse in Präsenz oder in virtuellen Klassenräumen durchführen
- Übungsaufgaben, Projekte und Tests erstellen und korrigieren
- Teilnehmende auf IHK-Abschlussprüfungen oder Herstellerzertifikate vorbereiten
- Lernstände und Anwesenheiten dokumentieren
- Teilnehmende bei Lernschwierigkeiten einzeln beraten
- Lehrmaterialien an neue Softwareversionen und Technologien anpassen
Voraussetzungen
- Informatikstudium oder Ausbildung als Fachinformatiker mit mehrjähriger Berufspraxis
- Fundierte Kenntnisse in mindestens einem IT-Fachgebiet, oft belegt durch Herstellerzertifikate
- Didaktische Grundlagen, etwa Ausbildereignung nach AEVO oder Trainerausbildung
- Geduld und Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu erklären
- Bereitschaft zur ständigen eigenen Weiterbildung
- Stimmliche Belastbarkeit für lange Unterrichtstage
Wo man arbeitet
- Private Bildungsträger und Umschulungszentren
- IHK-Bildungszentren und Volkshochschulen
- Private Hochschulen und Berufsakademien
- Schulungsabteilungen von IT-Unternehmen
- Freiberuflich für wechselnde Auftraggeber
- Online-Akademien und Bootcamp-Anbieter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Informatikstudium (Bachelor, drei bis vier Jahre) oder eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker, gefolgt von mehreren Jahren Berufspraxis. Didaktische Qualifikationen wie die Ausbildereignung nach AEVO oder eine Trainerausbildung werden meist berufsbegleitend in einigen Wochen bis Monaten erworben.
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