Filialverantwortlicher
Filialverantwortliche leiten einen Markt im Lebensmitteleinzelhandel: Personaleinsatz, Warenwirtschaft, Kasse, Inventur und Umsatz.
123 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Filialverantwortlicher verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.100 € | 3.450 € | 3.900 € | 41.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.000 € | 4.600 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.500 € | 56.400 € |
Grundlage sind die Gehaltsgruppen G III und G IV des Einzelhandelstarifs und die übertariflichen Haustarife großer Filialisten. Prämien, Sonderzahlungen und Zuschläge sind nicht eingerechnet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Filialverantwortliche leiten einen Markt im Lebensmitteleinzelhandel oder im Discount. Der Aufgabenzuschnitt ist breiter, als der Titel vermuten lässt: Sie planen den Personaleinsatz über die Öffnungszeiten, steuern die Warenwirtschaft von der Bestellung bis zur Abschrift, verantworten Kasse und Tagesabschluss, organisieren die Inventur und tragen den Umsatz des Standorts. Gleichzeitig arbeiten sie selbst im Verkaufsraum mit, verräumen Paletten, besetzen die Kasse, nehmen Leergut an. Diese Doppelrolle aus Führung und Mitarbeit prägt den Alltag; in kleineren Filialen gibt es zwischen beidem keine Trennung.
Der Tag beginnt früh. Warenannahme und Verräumung liegen vor der Öffnung, Frühschichten ab vier oder fünf Uhr sind üblich, Samstagsarbeit gehört zum Dienstplan, und bei langen Öffnungszeiten fällt regelmäßig Spätdienst an. Die körperliche Belastung ist real: Paletten ziehen, Kisten heben, viele Stunden im Stehen. Hinzu kommt der Druck der Kennzahlen. Umsatz, Personalkosten, Inventurdifferenz und Abschriftenquote werden gemessen und monatlich besprochen, auch dann, wenn ein Teil davon vom Standort, vom Wetter oder vom örtlichen Personalmarkt abhängt und sich der eigenen Steuerung entzieht. Fluktuation und Krankheitsausfälle im Team muss die Leitung selbst auffangen, meist durch eigene Mehrarbeit.
Dafür ist die Position eine der wenigen im Einzelhandel, in der man ohne Studium früh eine echte Verantwortung und ein entsprechendes Gehalt erreicht. Filialisten besetzen die Stellen bevorzugt aus dem eigenen Haus, häufig über die Stufe der Ersten Kraft oder der Stellvertretung, und qualifizieren dafür in eigenen Programmen. Wer eine Filiale stabil führt, kommt in der Regel in die Bezirks- oder Regionalleitung mit mehreren Standorten. Die Verträge sind überwiegend unbefristet, und die Nachfrage bleibt konstant hoch und weitgehend unabhängig von der Konjunktur, weil Lebensmittel auch in schwachen Jahren verkauft werden.
Aufgaben
- Dienstplan und Personaleinsatz über die Öffnungszeiten planen
- Warenbestellung, Verräumung und Abschriften steuern
- Kassenaufsicht, Tagesabschluss und Geldtransport verantworten
- Inventur vorbereiten, durchführen und Differenzen nachgehen
- Frische- und Bedienbereiche auf Qualität und Mindesthaltbarkeit prüfen
- Neue Mitarbeitende und Auszubildende einarbeiten und beurteilen
- Umsatz, Personalkosten und Abschriftenquote auswerten und begründen
- Reklamationen und Kundenbeschwerden abschließend klären
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel oder kaufmännische Ausbildung mit Verkaufserfahrung
- Alternativ duales Studium Handel oder ein Traineeprogramm des Filialisten
- Erste Führungserfahrung, etwa als Erste Kraft oder in der Stellvertretung
- Bereitschaft zu Frühbeginn ab vier Uhr, Spätdienst und Samstagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für Palettenarbeit und Stehen über die Schicht
- Sicherer Umgang mit Kassen-, Warenwirtschafts- und Dienstplansystemen
- Führerschein Klasse B, in Flächenregionen regelmäßig vorausgesetzt
Wo man arbeitet
- Discountfilialen und Supermärkte im Lebensmitteleinzelhandel
- Drogerie-, Textil- und Fachmarktfilialen
- Getränkemärkte und Convenience-Standorte an Verkehrsknoten
- Bäckerei- und Metzgereifilialen mit mehreren Verkaufsstellen
- Regionalbüros der Filialisten beim Wechsel in die Bezirksleitung
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder die zweijährige zum Verkäufer mit anschließender Aufstockung. Danach folgen einige Jahre im Verkauf, die Stufe der Ersten Kraft und die Stellvertretung, bevor eine eigene Filiale übertragen wird. Filialisten führen dafür eigene Qualifizierungsprogramme über mehrere Monate. Ein zweiter Weg ist das duale Studium Handelsmanagement oder ein Traineeprogramm, das Hochschulabsolventen in ein bis zwei Jahren auf die Filialleitung vorbereitet. Ein Quereinstieg aus Gastronomie oder Logistik ist möglich, wenn Führungserfahrung und Schichtbereitschaft vorliegen.
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Verwandte Berufe
Kaufmann im Einzelhandel
Kaufleute im Einzelhandel beraten Kunden, verkaufen Waren und steuern Sortiment, Bestellung, Warenpräsentation und Abrechnung einer Abteilung oder Filiale.
- Offene Stellen
- 59
- Monatsbrutto
- 2.700 – 3.800 €
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