Financial Consultant
Berät Privatkunden zu Vorsorge, Versicherung und Vermögen – eine Vertriebsaufgabe, deren Vergütung überwiegend aus Provision besteht.
38 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Financial Consultant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.800 € | 2.500 € | 3.800 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 4.000 € | 6.500 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 6.500 € | 12.000 € | 78.000 € |
Die Werte sind Gesamteinkommen einschließlich Provision und deshalb absichtlich weit: Ein Tarif existiert nicht, der Einstieg läuft häufig mit niedrigem Fixum oder als selbstständiger Handelsvertreter ganz ohne Festgehalt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Financial Consultant ist keine geschützte Berufsbezeichnung, sondern der Titel, unter dem Finanzvertriebe und Versicherungsgesellschaften ihre Beratung ausschreiben. Im Bestand dieses Portals trägt jede Anzeige den Zusatz Junior: gesucht werden Hochschulabsolventen und Berufseinsteiger, die Privatkunden zu Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Krankenversicherung, Bausparen und Geldanlage beraten, häufig mit einer akademischen Zielgruppe, zu der der Einsteiger selbst gerade noch gehört.
Die Arbeit besteht zu einem großen Teil aus Akquise. Termine entstehen über Empfehlungen, Hochschulkontakte, Messen und das eigene Netzwerk; erst danach folgt das, was die Anzeigen beschreiben: Bedarfsanalyse, Angebotsvergleich, Abschluss und Betreuung des Bestands. Rechtlich braucht das eine Erlaubnis nach § 34d der Gewerbeordnung, für die die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann vor der Industrie- und Handelskammer nachgewiesen wird, dazu eine dokumentierte Beratung und jährlich mindestens fünfzehn Stunden Weiterbildung. Für die Vermittlung von Finanzanlagen kommt § 34f der Gewerbeordnung hinzu.
Der unangenehme Teil steht selten in den Anzeigen: Die Vergütung ist überwiegend Provision. Verbreitet sind eine befristete Startfinanzierung oder ein niedriges Fixum in den ersten Monaten, danach lebt das Einkommen von Abschlüssen und Bestandsprovisionen. Viele Verträge sind keine Arbeitsverhältnisse, sondern Handelsvertreterverträge nach § 84 des Handelsgesetzbuchs, mit eigenem Gewerbe, eigener Absicherung und Haftung für Stornierungen. Die Abbruchquote in den ersten zwei Jahren ist hoch. Wer bleibt, baut einen Bestand auf, der ab dem dritten oder vierten Jahr planbar trägt – deshalb liegen die Stufen unten so weit auseinander.
Aufgaben
- Termine über Empfehlungen, Hochschulkontakte und das eigene Netzwerk gewinnen
- Bedarf für Vorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau analysieren
- Angebote verschiedener Gesellschaften vergleichen und verständlich erklären
- Verträge abschließen und Anträge zur Annahme einreichen
- Bestandskunden betreuen, Verträge anpassen und Leistungsfälle begleiten
- Beratungsgespräche nach den Vorgaben der Versicherungsvertriebsrichtlinie dokumentieren
- Eigene Termin- und Abschlusszahlen gegenüber der Vertriebsleitung berichten
Voraussetzungen
- Erlaubnis nach § 34d der Gewerbeordnung, nachgewiesen über die IHK-Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann
- Für die Vermittlung von Finanzanlagen zusätzlich die Erlaubnis nach § 34f der Gewerbeordnung
- Meist ein abgeschlossenes Studium, häufig Wirtschaft, Recht oder Naturwissenschaften
- Führerschein Klasse B und eigener Pkw, Kunden werden vor Ort besucht
- Bereitschaft zu Abend- und Samstagsterminen nach dem Kalender der Kunden
- Bereitschaft, ein überwiegend provisionsabhängiges Einkommen zu tragen, oft als selbstständiger Handelsvertreter
- Jährlich mindestens fünfzehn Stunden nachgewiesene Weiterbildung
Wo man arbeitet
- Geschäftsstellen von Finanzvertrieben und Versicherungsgesellschaften
- Beim Kunden zu Hause oder am Arbeitsplatz
- Hochschulstandorte und Messen zur Kundengewinnung
- Eigenes Büro als selbstständiger Handelsvertreter
- Homeoffice für Vorbereitung und Videoberatung
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg verlangt keinen bestimmten Abschluss, üblich ist aber ein Hochschulstudium; die Finanzvertriebe sprechen gezielt Absolventen an. Fachlich zwingend ist die Erlaubnis nach § 34d der Gewerbeordnung, für die die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt wird; die Gesellschaften bereiten in einem mehrwöchigen Programm darauf vor und übernehmen die Kosten. Der reguläre Ausbildungsweg in dieselbe Branche ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Aufbauend folgen Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder Fachberater für Finanzdienstleistungen.
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