Firmenkundenberater
Firmenkundenberater betreuen Geschäftskunden in Bank und Sparkasse: Kredit und Finanzierung, Zahlungsverkehr, Anlage und Absicherung von Risiken.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Firmenkundenberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.100 € | 4.700 € | 49.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.300 € | 5.000 € | 5.900 € | 60.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.200 € | 6.200 € | 7.500 € | 74.400 € |
Grundlage sind der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und der TVöD-S der Sparkassen, etwa Entgeltgruppe 9c bis 11. Angegeben ist das tarifliche Grundgehalt; eine variable Vergütung von zehn bis zwanzig Prozent kommt hinzu.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Firmenkundenberater betreuen die Geschäftskunden einer Bank oder Sparkasse: Handwerksbetriebe, Mittelständler, Freiberufler, Vereine und soziale Träger, je nach Haus auch größere Unternehmen. Das Geschäft besteht aus vier Bausteinen. Kredit und Finanzierung sind der wichtigste, also Betriebsmittellinien, Investitionsdarlehen, Leasing und Förderkredite der KfW und der Landesförderbanken, dazu Sicherheiten und Ratings. Dann folgt der Zahlungsverkehr mit Konten, Karten und Liquiditätssteuerung. Drittens die Anlage freier Mittel, viertens die Absicherung von Risiken und die betriebliche Altersversorgung, meist gemeinsam mit Spezialisten im Haus.
Die eigentliche fachliche Hürde ist nicht das Gespräch, sondern die Analyse. Wer Jahresabschlüsse nicht lesen kann, kommt nicht weit: Kapitaldienstfähigkeit, Eigenkapitalquote, Working Capital, Bewertung von Sicherheiten. Das Kreditvotum entsteht gemeinsam mit der Marktfolge, und ein Engagement muss auch dann begleitet werden, wenn es schlecht läuft; Krisengespräche und Sanierungsfälle gehören zum Beruf. Vertriebsziele gehören ebenfalls dazu und werden gemessen, nach Deckungsbeitrag, Neugeschäft und Kundenterminen. Wer damit nicht umgehen will, ist in dieser Rolle falsch. Der Unterschied zum freien Finanzvertrieb liegt allerdings im Rahmen: Hier gilt ein Tarifvertrag, das Grundgehalt trägt den Lebensunterhalt, und der variable Anteil ist ein Aufschlag und kein Existenzrisiko.
Im Bestand dieses Portals schreiben überwiegend Sparkassen und Regionalbanken aus, dazu Spezialinstitute für bestimmte Kundengruppen. Die Stellen sitzen in mittleren Städten und Regionen, nicht in Frankfurt, und reichen von der Einstiegsposition bis zur ausdrücklich als Senior ausgewiesenen Betreuung größerer Engagements. Außentermine beim Kunden sind Standard, Abendveranstaltungen und Netzwerkarbeit in der Region kommen dazu.
Aufgaben
- Bestandskunden betreuen und den Finanzbedarf im Jahresgespräch aufnehmen
- Jahresabschlüsse auswerten und die Kapitaldienstfähigkeit prüfen
- Kreditanträge aufbereiten, Sicherheiten bewerten und das Votum einholen
- Investitions- und Betriebsmittelfinanzierungen strukturieren und Förderkredite einbinden
- Zahlungsverkehr, Kartenakzeptanz und Liquiditätssteuerung einrichten
- Anlage- und Absicherungslösungen mit den Spezialisten im Haus abstimmen
- Neukunden ansprechen und das Netzwerk in der Region pflegen
- Engagements überwachen, Ratings aktualisieren und Krisengespräche führen
Voraussetzungen
- Bankausbildung und darauf Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt, alternativ ein wirtschaftliches Studium
- Mehrere Jahre Erfahrung im Kreditgeschäft, meist zuvor in Privat- oder Gewerbekunden
- Bilanzanalyse und Kreditwürdigkeitsprüfung als eigentliche fachliche Hürde
- Bereitschaft, an Vertriebszielen gemessen zu werden
- Regelmäßige Außentermine beim Kunden und Führerschein Klasse B
- Sachkundenachweise nach der WpHG-Mitarbeiteranzeigeverordnung, je nach Produktpalette
Wo man arbeitet
- Sparkassen und Landesbanken
- Genossenschaftsbanken
- Privat- und Geschäftsbanken
- Spezial-, Kirchen- und Förderbanken
- Firmenkundencenter und Niederlassungen in der Region
Der Weg in den Beruf
Der klassische Weg beginnt mit der Ausbildung zum Bankkaufmann, danach folgen einige Jahre im Privat- oder Gewerbekundengeschäft und parallel die Fortbildung zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt an einer Bank- oder Sparkassenakademie. Alternativ führt ein Studium in Betriebswirtschaft, Finance oder Wirtschaftsrecht hinein, häufig über ein Traineeprogramm mit Stationen in Marktfolge und Kreditanalyse. Unverzichtbar bleibt in beiden Fällen die Zeit in der Kreditbearbeitung: Ohne belastbare Bilanzanalyse übergibt niemand ein eigenes Kundenportfolio.
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